Rochenleder (Archivversion)


Ein Bekannter berichtete mir, dass bei
Motorradbekleidung teilweise auch Rochen-
leder zum Einsatz kommt. Der hat mich
doch auf den Arm genommen, oder?
Markus Held, Held Biker Fashion in Burgberg,
www.held-biker-fashion.de:
Ihr Bekannter hat Sie nicht auf den Arm genommen, wir verarbeiten Rochenleder in zwei unserer Sporthandschuhe. Rochenhaut hat die Eigenschaft, dass sie um ein Mehrfaches abriebfester als Känguru- oder Rindleder ist. Leider kann aus Rochenhaut kein kompletter Handschuh gefertigt werden, da das Leder sehr steif ist. Wir verwenden die Rochenhaut am Handschuh deshalb nur an wichti-
gen Sturzstellen: dem Handballen und den Fingerknöcheln. Das Rochenleder wird mit einem speziellen stoßabsorbierenden Gel unterlegt, um einerseits einen etwaigen Aufprall zu dämpfen und andererseits die Gleitfähigkeit auf Asphalt zu erhöhen. Durch diese Lösung ist der Handschuh angenehmer zu tragen als mit bisher üblichen Gleitnieten aus Stahl. Noch eine Anmerkung: Rochen unterliegen nicht dem Washingtoner Artenschutzabkommen und werden wegen ihres Fleisches erlegt. Die Haut ist lediglich ein Abfallprodukt, das ansonsten nicht weiterverarbeitet werden würde.

Anmerkung von Andreas Bildl,
MOTORRAD-Testredakteur und IDM-Pilot:
Klasse Schutz beim Sturz: Beim 24-Stunden-WM-Lauf in Oschersleben leisteten die Handschuhe mit Rochenleder gute Dienste. Ich stürzte beim Anbremsen aus Topspeed Ende Start/
Ziel, entsprechend heftig war der Aufprall auf den Handballen. Der Rochenbesatz mit dem unterlegten Gel-Polster hat dabei ganze Arbeit geleistet. Zwar riss die Naht des Rochenbesatzes etwas ein, aber die Hand blieb völlig unversehrt, nicht mal
einen blauen Fleck hat’s gegeben.

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