Satteltaschen für Sportmotorräder (Archivversion) Sport-Beutel

Satteltaschen sind nicht nur deutlich billiger als Koffersysteme, sondern auch rasch an- und abzubauen. Besonders in Sportlerkreisen heißt es daher immer häufiger: erst Gurten, dann starten. Ein gutes Motto?

Gepäcksysteme mit ihrem fest installierten Rohrgewürm stehen in der Beliebtheitsskala vieler Piloten sportlicher Maschinen ähnlich hoch im Kurs wie Zahnspangen bei pubertierenden Teenagern. Als preisgünstige – und manchmal einzige – Alternative für den Gepäcktransport auf Sportmotorrädern kommen für so manchen Biker nur Gepäcktaschen in Betracht. MOTORRAD sattelte deshalb zehn speziell auf Sportler zugeschnittene Taschen auf eine Kawasaki ZX-9R und testete die Sportler-Beutel, ob sie am Heck der Maschine halten, was ihre Zurrgurte versprechen.Trotz der großen Preisspanne von 65 (Cameron) bis 184 Euro (Oxford) erfreuen alle Kandidaten mit einer Verarbeitung auf hohem Niveau. Selbst die preisgünstigen Taschen von Louis und Polo können qualitativ mit der teureren Konkurrenz locker mithalten. In dieser Disziplin leistet sich lediglich Ixs mit Defekten an einem Reißverschluss und den Verstärkungseinsätzen einen Ausrutscher.Deutlicher hingegen die Unterschiede bei der Ausstattung. Entweder fehlt es an so praktischen und wichtigen Details wie beispielsweise formstabilen Rückwänden (Cameron, Held), stabilitätsfördernden Kompressionsgurten bei Taschen mit variablem Stauraum (Frank Thomas, Givi, Louis, Oxford) oder es werden einfach nur gut zugängliche Außentaschen vermisst. Die Wesport-Taschen von Cameron müssen als einzige sogar ohne Regenschutz auskommen. Wesentlich schwerer wiegen jedoch die ungenügenden Befestigungsmöglichkeiten dieses französischen Produkts. Die viel zu geringe Überdeckung des hinteren Klettbands sowie die schwachen Gummispanner mit fragilen Kunststoffhaken machen es fast unmöglich, die Taschen sicher an der ZX-9R zu befestigen. Sollte sich der Klettriemen während der Fahrt lösen, sacken die beladenen Taschen ab, und es droht akute Sturzgefahr durch ein blockierendes Hinterrad. Damit fallen die Cameron-Taschen in diesem für die Endabrechnung entscheidenden Prüfkriterium durch.Einige Konkurrenten offenbaren hierbei ebenfalls leichte Schwächen (siehe Kastentexte). Und zwar fast immer aufgrund der nicht optimalen Zurrgurte oder Spanngummis, die den auf beiden Seiten mit jeweils sechs Kilogramm beladenen Taschen bei den Testfahrten ein mehr oder weniger ausgeprägtes Eigenleben erlaubt. Abhilfe aus dem Zubehör ist in diesen Fällen jedoch möglich und nicht einmal teuer: Stabile, nicht nachgebende Zurrgurte mit robusten Gurtschlössern aus Metall sorgen für Ruhe am Heck und hätten speziell bei den Louis-Taschen zu einem besseren Testergebnis geführt.Da jedoch nur das serienmäßig mitgelieferte Befestigungsmaterial berücksichtigt wird, finden sich bei den Fahrtests die Gepäcktaschen-Systeme von Polo und Vanessa gemeinsam auf dem Spitzenplatz, den sie dank leichter Bedienung, guter Verarbeitung und ordentlicher Ausstattung auch in der Endabrechnung verteidigen.

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