Schraubertipp: Scheinwerfer

Lampenfieber

Moderne Scheinwerfer machen die Nacht zum Tag – sofern die Glühlampe funktioniert. Bei einem Defekt hilft nur der Austausch. MOTORRAD zeigt, wie’s geht.

Foto: Herzog
Es werde Licht: Tipps vom MOTORRAD-Service
Es werde Licht: Tipps vom MOTORRAD-Service
Der Wechsel einer Scheinwerferlampe ge-
hört zu den wenigen Arbeiten am Motorrad, die keine besonderen Schrauberkenntnisse erfordern. Allerdings ist der Lampenaustausch bei verkleideten Motorrädern wegen der beeng-
ten Platzverhältnisse zumeist eine fummelige Angelegenheit. Dabei kann es passieren, dass der filigrane Drahthalter des Lampensockels aus der Aufnahme springt, ein Führungsstift
am Lampensockel abbricht oder ein Kabel
abgeklemmt wird. Deshalb sollte man solche Arbeiten bei guten Lichtverhältnissen und freier Sicht auf die Lampensockel ausführen.
Häufig müssen zunächst die Instrumente
abmontiert werden, weil sie den Weg zu den Scheinwerfern verbauen. Bei einigen Motorrädern – wie der nebenstehend beschriebenen Suzuki GSX-R 1000 – kann das Cockpit nach dem Lösen zweier Schrauben nach oben geklappt werden, so dass man den Stecker ohne Verrenkungen vom Lampensockel abziehen kann (1). Bei sehr fest sitzendem Stecker nicht mit Gewalt ziehen, sondern mit der anderen Hand am Lampensockel gegenhalten, damit dessen Sitz im bruchgefährdeten Kunststoff-Reflektor keinen Schaden nimmt.
Anschließend die vor Spritzwasser schützende Gummitülle abziehen (2). Darunter befindet sich die Halterung des Lampensockels (3). Diese fällt je nach Motorradmodell und ein-
gesetztem Lampentyp unterschiedlich aus. Bei der Suzuki GSX-R 1000 ist es ein dünner, unter Federspannung stehender Drahtbügel, der links fixiert ist und auf der rechten Seite in einer
Nut einrastet. Zur Demontage den Drahtbügel herunterdrücken und aus der Halterung herausführen. Nun kann die Lampe nach hinten herausgezogen werden (4). Die neue Glüh-
lampe niemals mit bloßen Fingern berühren (5), weil sich Salz- und Fettrückstände der Haut in den Glaskolben einbrennen und die
Lebensdauer der Lampe drastisch reduzieren.
Der Einbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge. Beim Einsetzen der Glühlampe darauf achten, dass deren Führungslaschen (bei der hier abgebildeten H7-Lampe ist es nur eine) exakt in die Aussparung des Sitzes passen (6). Nie mit Gewalt arbeiten, die Lampe passt ausschließlich in dieser Position! Bei unverkleideten Motorrädern muss zum Lampenaustausch lediglich der leicht zugängliche Scheinwerfereinsatz abgeschraubt werden (7). Ebenso einfach gehen bei Naked Bikes Einstellarbeiten von der Hand (8).
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Einstellen

Zur behelfsmäßigen Kontrolle der Scheinwerfereinstellung wird das Motorrad in Fahrtrichtung mit exaktem Luftdruck und korrekter Fahrwerkseinstellung fünf Meter vor einer hellen Wand platziert. Wichtig: Der Boden muss eben sein. Die Fahrzeuglängsachse mit einem senkrechten Strich an der Wand markieren. Ein Helfer misst nun bei aufgesessenem Fahrer
den Abstand zwischen Boden und Scheinwerfermitte und überträgt den Messwert an die Wand, so dass sich dort dann ein Kreuz befindet. Anschließend fünf Zentimeter unterhalb des waagrechten Strichs eine Parallele ziehen.
Der Scheinwerfer ist korrekt eingestellt, wenn die Hell-Dunkel-Grenze des Abblendlichts mit der unteren Linie übereinstimmt (der asymmetrische Lichtanteil darf erst ab der Kreuzmarkierung ansteigen, siehe Foto). Beim Umschalten auf Fernlicht sollte der hellste Punkt des Lichtstrahls auf Höhe der oberen waagrechten Markierung liegen.

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