SERVICE SPEZIAL ENDURO (Archivversion) AUSPROBIERT VIER FIM-REIFEN

Für ambitionierte Enduristen führt kein Weg an wettbewerbstauglichen Stollenreifen vorbei.

Mit welchen Bereifungen manche Enduros abseits der Straße umherstaksen, das treibt echten Geländerittern Tränen in die Augen. Kein Wunder, dass DR-, GS-, XL(V)- und XT(Z)-Modelle auf Schotter oder im Dreck so eigenartig schlingern – beinahe rennstreckentaugliche Enduro-Pneus taugen nun mal im Gelände nicht. Hier sind grobstollige Gummis gefragt, die sich buchstäblich im Schotter, Gras oder Schlamm verbeißen.MOTORRAD fuhr vier von der internationalen Motorsportbehörde FIM zugelassene Stollenreifen von Bridgestone, Metzeler, Michelin und Pirelli im Rahmen einer einwöchigen Endurotour in den italienischen und französischen Alpen. Als Testfahrzeuge dienten die Sportenduros Honda XR 650 und KTM 620 Supercompetition, die den Testreifen mit jeweils rund 50 PS auf die Karkassen rückten. Jede Reifenpaarung absolvierte dabei eine Gesamtdistanz von rund 500 Kilometern mit gemischtem Straßen-/Geländeanteil.Unter anderem ging es um die Frage, wie sich die grob profilierten Reifen auf der Straße fahren. Auf Geschwindigkeiten im dreistelligen km/h-Bereich reagieren die stollenbereiften Enduros mit mehr oder weniger starkem Schlingern, und das Kurvenfahren erfordert ein wenig Eingewöhnung, da beim Herausbeschleunigen das Heck der Maschine wegrubbelt – was mit etwas Übung jedoch reichlich Spaß macht. Spontanes Gasaufreißen lässt sogar noch bei 100 km/h auf gerader Strecke den Hintern wegrutschen. Besonders die ungleiche Pirelli-Paarung überraschte mit derartigen Kapriolen. Wie sich die vier Kandidaten auf Straße und im Gelände auf harten und weichem Untergrund geschlagen haben, steht in den Datenkästen.In der Übersichtstabelle auf Seite 144 finden sich für die beliebtesten Enduros auf dem Markt alle wichtigen, besonders grobstolligen Reifen mit Straßenzulassung. Michelin hat für die aufgeführten Reifen keine spezielle Freigaben gefahren. Die Gummis dürfen jedoch auf allen Fahrzeugen ohne Fabrikatsbindung montiert werden, wenn die Reifen-Dimensionen sowie der Traglast- und der Geschwindigkeitsindex übereinstimmen. Dieser erfreuliche Umstand gilt natürlich auch für alle Stollenreifen anderer Marken. Interessenten wenden sich diesbezüglich direkt an die Hersteller/Importeure, siehe Kasten »Reifenhersteller«, die wissen, welche Reifen für bestimmte Motorräder in Frage kommen.

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