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Theo Däschlein aus dem mittelfränkischen Bechhofen erklärt wie er mit ein paar Mittelchen alte Tanks wieder fit bekommt.

Service: Tankrestaurierung Tankrestaurierung mit dem Spezialisten

„Einen Tank kannst du nicht sandstrahlen“, erklärt Theo Däschlein seinen Besuchern im mittelfränkischen Bechhofen gern und plausibel. Er rückt dem Rost mit Chemie zu Leibe.

Ein Rezept gegen rostige Oberflächen ist das Sandstrahlen. Leider wirft dieses, wenn es die Innenseite eines Motorradtanks betrifft, zwei Hauptprobleme auf: Erstens erreicht der Strahl garantiert nicht alle Winkel, zweitens ist das Strahlgut kaum schnell genug aus dem Tank herauszukriegen, um vernünftig arbeiten zu können. Von Sandresten, die in einem Falz hängenbleiben, gar nicht erst zu reden.

Theo Däschlein geht einen anderen Weg, er bekämpft den Rost mit Chemie, genauer: mit Säure. Doch bevor die zum Einsatz kommt, steht eine gründliche Reinigung an: Der 50-bar-Dampfstrahler holt bei Temperaturen von 80 bis 90 Grad schon allerhand Schmutz von der zu behandelnden Oberfläche. Dann bringt der Tank 24 Stunden, teils auch länger, bei 70 bis 80 Grad in einem Entfetterbad zu.

Nach erneutem Ausdampfen folgt der zentrale Arbeitsgang: Ein Aktivgrund entfernt den Rost, der sich im Tank angesammelt hat, und bildet eine Trägerschicht für den Lack. Auch hier sind wieder Zeit und Temperatur die entscheidenden Faktoren: Bleibt der Aktivgrund zu lange im Tank, kann er Löcher ins Metall fressen. Bleibt er zu kurz, wandelt er nicht allen Rost um. Um wirklich alle Ecken zu erwischen, arbeitet Däschlein in zwei Gängen: Einmal steht der Tank richtig herum, einmal auf dem Kopf. Um dabei jeweils den Benzinhahn und den Tankstutzen richtig abdichten zu können hat er sich ein ganzes Arsenal von Werkzeugen zusammenimprovisiert; an Ideen mangelt es ihm wahrhaftig nicht. Überschüssiger Aktivgrund wird entfernt und Lack im Tankinneren aufgetragen, indem Däschlein den Tank von Hand rotiert. Hier gilt Ähnliches wie fürs Sandstrahlen: Mit der Sprühpistole käme man nicht überall hin.

Theo Däschlein macht keinen Hehl daraus, woher er seine Wundermittelchen hat: Ihn versorgt die Firma Ammon in Schweinfurt. Da könne jeder einkaufen und sich selbst an einer Tankentrostung versuchen. Die meisten, die es wagten, seien hinterher reumütig bei ihm vor der Tür gestanden: Erfahrung steht eben in keiner Anleitung. Der richtige Umgang mit diesen hochgiftigen Substanzen und deren fachgerechte Entsorgung ist ohnehin ein Kapitel für sich.

Und was kostet so eine Entrostung? Theo Däschlein pflegt auch hier den Pragmatismus: „Tanks bis zwölf Liter: 140 Euro, größere 170 Euro – wenn sonst nichts zu machen ist, ausbeulen oder so. Und am besten geht es, wenn der Tank außen noch nicht lackiert ist: Die Temperaturen, mit denen ich arbeite, machen den Lack nämlich weich, und dann sind Kratzer nicht zu vermeiden.“

Kontakt: Theo Däschlein, Ansbacher Straße 57, 91572 Bech­hofen/Mittelfranken, 0 98 22/75 56, www.daeschlein.de

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