Tankentrostung beim Spezialisten (Archivversion)

Bevor ein Fachbetrieb mit der Restaurierung beginnen kann, sind einige Arbeiten in Eigenregie notwendig. So muss der Tank als erstes vollständig entleert werden. Sitzt der Benzinhahn nicht an der tiefsten Stelle, sollte das restliche Benzin mit einer Pumpe abgesaugt werden. Danach Tankdeckel und Benzinhahn entfernen und den Tank zur Neutralisation der Benzindämpfe mit Wasser und Spülmittel gründlich ausspülen (nur an Waschplätzen mit Ölabscheider!). Anschließend muss der Behälter vollständig getrocknet werden. Hierzu eignet sich beispielsweise ein nicht zu heiß eingestellter Haarfön.Am Beginn der Restaurierungsarbeiten steht eine genaue Eingangskontrolle des Fachmanns, um das Ausmaß der Korrosion festzustellen (1). Dann folgt die Vorbereitung auf das Laugebad. Hierzu werden alle Öffnungen an der Tankunterseite mit speziellen Dichtplättchen verschlossen (2). Anschließend wird der Tank mit heißer Lauge bis zur Oberkante des Einfüllstutzens gefüllt (3). Mehrere Lagen Tücher halten Tank und Lauge über eine längere Zeit warm. Die Lauge dient zur Entfettung und verbleibt im Normalfall etwa zwei bis drei Stunden im Spritreservoir. Bei Tanks mit einer Beschichtung der Innenseiten ab Werk wie beispielsweise bei älteren BMW-Modellen wird die Einwirkzeit der Lauge bis zu sieben Tage verlängert (falls sich die alte Beschichtung mit Schabern nicht vollständig entfernen lässt, muss das Laugebad wiederholt werden, manchmal sogar mehrmals). Nach ausreichender Einwirkzeit wird die Lauge wieder abgelassen (4), der Tank gründlich ausgespült und anschließend mit einem Warmluftgebläse vollständig getrocknet (Zeitaufwand etwa eine Stunde). Tanks mit einem unversehrten Äußeren werden immer mit einer gepolsterten Schutzhülle überzogen, um Beschädigungen bei den folgenden Strahlarbeiten zu vermeiden (5). Für die Strahlarbeiten, die zwischen drei und sechs Stunden dauern können, hat Harald Leicht rund sechzig, teilweise bizarr geformte Strahldüsen selbst angefertigt, um den Rost auch in schlecht zugänglichen Ecken bekämpfen zu können (6). Als Strahlmittel kommt eine Mischung aus Hartgussgranulat, dem Mineral Korund und Hochofenschlacke zum Einsatz.

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