Tankschutz: Beratung zu Pads und Schutzhaube (Archivversion) RAUF UND RUNTER

Die schlechte Nachricht zuerst: Sie haben nur einen Versuch. Ist die Klebeflächen-Schutzfolie erst abgezogen, muss das Tankpad beim ersten Ansetzen richtig sitzen. Nun zur guten Nachricht: Mit etwas Vorbereitung ist Pad-Platzieren ganz leicht. Regel Nummer eins: Die Schutz-
folie bleibt so lange wie möglich drauf. Regel Nummer zwei: Die zu beklebende Fläche muss sauber und fettfrei sein. Nach einer Wäsche – ohne Wachsen und Polieren – wird der entsprechende Tankbereich mit Terpentinersatz, Waschbenzin oder Silikonentferner behandelt. Für diese und für alle nachfolgend genannten Flüssigkeiten gilt, dass sie zuerst auf den Lappen und nicht direkt auf die Lackoberfläche gehören.
Nun darf das Pad »trocken« platziert werden. Die Platz-
wahl sollte nicht nur nach Aussehen, sondern in erster Linie nach tatsächlichem Schutzbedarf erfolgen. Wo
können Reißverschluss, Gürtelschnalle und Co tatsächlich Kratzer verursachen? Genau da gehört das Pad hin. Also Sitzprobe machen, Pad an die richtige Stelle halten und alle vier Seiten mit (abwaschbarem) Schreiber oder leicht zu lösendem Klebeband (Malerkrepp) markieren. Nach-
lackierte Flächen oder Bereiche mit nicht überlackiertem Dekor sind für Pads tabu, denn der Schaden beim späteren Lösen wäre größer als ihr Nutzen.
Zurück zum Normalfall: Die Schutzfolie bleibt noch drauf, jetzt kommt ein Föhn zum Einsatz. Keine Heißluftpistole, die bläst viel zu heiß und ruiniert Lack und Pad-Kunst-
stoff. Muttis Haarföhn ist gefragt. Damit werden aus mindestens 20 Zentimetern Entfernung die Tankfläche und das Pad leicht erwärmt, denn ein angewärmtes Pad ist viel flexibler, und angewärmter Kleber klebt viel besser. Nun endlich kommt die Schutzfolie runter und das Pad auf den Tank. Ob von oben nach unten oder von der Mitte nach außen angedrückt wird, ist egal. Nur von außen nach innen wäre falsch, denn das gibt Falten.
Beim Montieren von dünnen und großen Folien darf die Schutzfolie ausnahmsweise frühzeitig runter, denn hier hilft der Prilwasser-Trick. Ein paar Tropfen Spülmittel ins Wasser kippen, dann damit Klebe- und auch Tankfläche benetzen, Folie leicht auflegen, und schon sorgt der dünne Wasserfilm dafür, dass sich die Folie einfach ausrichten lässt. Ist die richtige Position gefunden, wird das Wasser mit einer weichen Gummirakel oder Ähnlichem von innen nach außen rausgedrückt.
Wenn Pad oder Folie dann doch irgendwann runter sollen, ist wieder der Föhn gefragt. Zuerst wird das zu entfernende Teil komplett gut handwarm angewärmt. Danach be-
kommt die Ecke, an der man mit dem Abziehen beginnen möchte, etwas mehr Wärme verpasst. Und so geht’s dann Stück für Stück: In der einen Hand den Föhn, die andere Hand zieht langsam den Aufkleber ab. Soweit zum Ideal-
fall. Doch meist wehrt sich das Pad, hinterlässt Klebstoff-
reste oder löst sich nur teilweise. Klebstoffreste können oft mit Klebeband aufgenommen werden, der Klebeband-Kleber zieht die Reste einfach runter.
Hilft auch das nicht, ist Chemie gefragt. Aber bitte keine Vignetten- oder sonstigen Aufkleber-Entferner, die sind meist sehr aggressiv und können den Lack angreifen.
Das Universalmittel WD-40 ist viel besser. In Schrauber-
kreisen macht auch der »Geheimtipp« Bremsenreiniger die Runde, doch auch der verträgt sich nicht unbedingt mit jeder Oberfläche. Fast immer geht’s gut und funk-
tioniert, doch eine Garantie dafür wird niemand über-
nehmen. Im Zweifelsfall also erst an verdeckter Stelle oder an Altteilen ausprobieren oder lieber ganz sein
lassen. Beim Aufkleber-Entfernen bitte nicht die Geduld verlieren, es ist echte Handarbeit, die Zeit braucht.
Jedes Werkzeug (Rasierklinge, Spachtel et cetera) ist dabei fehl am Platze, denn eine an-
gewärmte Lackoberfläche ist besonders
empfindlich. Und noch etwas: Wer
am Tank mit Wärmequellen hantiert
und wirklich alles richtig machen möchte, sollte vorher den Sprit ablassen und den Tank eine
Zeit lang auslüften lassen.

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