Teilintegrales Bremssystem von Brembo/Bybre auf der EICMA vorgestellt Mit der zweiten bremst man besser

Der italienische Bremsenspezialist Brembo hat auf der EICMA ein teilintegrales Bremssystem mit variabler Bremskraftverteilung speziell für Roller vorgestellt. Damit bereitet sich der Hersteller als Erstausrüster verschiedener Marken auf eine EU-Regelung vor, wonach ab 2016 jedes Zweirad zumindest ein teilintegrales Bremssystem besitzen muss.

Foto: Fuchs

Das Grundprinzip des neuen Teilintegral-Systems, welches Brembo unter seiner Tochtermarke Bybre anbietet, ist einfach: am Vorderrad kommt ein Dreikolben-Schwimmsattel zum Einsatz. Die beiden äußeren Kolben werden ganz gewöhnlich durch den Bremshebel für die Vorderradbremse betätigt, der mittlere allerdings durch die Hinterradbremse - also durch das Bremspedal oder, bei Rollern, den entsprechenden Handhebel.

Ein Ventil zwischen hinterem Bremszylinder und vorderem Bremskolben verteilt den Bremsdruck so zwischen Hinter- und Vorderrad, dass bei einer starken Verzögerung das Hinterrad auf jeden Fall vor dem Vorderrad blockiert. Ein blockierendes, rutschendes Hinterrad ist bekanntlich einigermaßen unproblematisch zu kontrollieren, beim Vorderrad wäre ein Sturz kaum zu vermeiden.

Neu entwickelt für dieses System wurde außerdem der vordere Bremssattel, welcher die beiden separat auf die entsprechenden Kolben leitet.

Ein durchaus erwünschter Nebeneffekt des Systems, so erklärt es der Hersteller, sei ein kürzerer Bremsweg: einerseits aus technischen Gründen dank einer insgesamt höheren Bremsleistung, andererseits, weil auch ungeübte Fahrer mit dem System auch auf rutschigen Straßen bei deutlich reduziertem Sturzrisiko schärfer bremsen können

Zunächst soll das System nur als Erstausrüstung an Neufahrzeugen zum Einsatz kommen. Ob es auch als Nachrüstsatz für Bestandsfahrzeuge erhältlich sein wird, ist laut Brembo noch nicht entschieden.

Anzeige

Alle Motorrad-Neuheiten für 2015 auf einen Blick

Anzeige

Eigendarstellung Bybre

Die Marke Bybre wurde 2010 in Indien speziell für die Erfordernisse von Scootern und Motorrädern bis zu 600 cm³ eingeführt. Neben einem Komplettangebot an Schwimmsätteln sowie vorderen und hinteren Hauptbremszylindern zählen die 4-Kolben-Festsättel zu den jüngsten Komponenten, die für Bajaj Motorcycles entwickelt wurden und in der KTM 125 Duke zum Einsatz kommen werden. Ebenso aktuell sind die 3-Kolben-Schwimmsättel mit zwei Schaltkreisen, die für HMCL entwickelt und bei der neuen kombinierten Bremsanlage verwendet werden.

Die Entwicklung der Marke Bybre, einst Hersteller von Einzelkomponenten, zu einem Lieferanten kompletter Bremsanlagen beweist eine wachsende Wertschätzung von Brembos großem technischen Know-how unter den Herstellern von Maschinen mit kleinerem Hubraum ebenso wie von größeren, sportlich ausgerichteten Motorradmarken.

Alle Motorrad-Neuheiten für 2015 auf einen Blick

Eigendarstellung Brembo

Brembo S. p. A. ist weltweit Marktführer und anerkannter Innovator auf dem Gebiet der Scheibenbremsen-Technologie für Kraftfahrzeuge. Brembo beliefert weltweit die wichtigsten Auto-, Nutzfahrzeug- und Motorradhersteller mit Hochleistungs-Bremsanlagen.

Darüber hinaus produziert das Unternehmen auch Kupplungen, Sitze, Sicherheitsgurte und andere Komponenten ausschließlich für den Motorsport. Außerdem ist Brembo auch die Nummer 1 im Motorsport und hat schon mehr als 200 Meisterschaften gewonnen.

Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens erstreckt sich heute auf 16 Länder auf 3 Kontinenten, mit 22 Produktions- und Geschäftsstandorten und 7.605 Mitarbeitern, von denen ca. 10% im Forschungs- und Entwicklungsbereich tätige Ingenieure und Produktspezialisten sind. Der Umsatz 2013 liegt bei 1.566,1 Millionen Euro (31.12.2013). Brembo ist Inhaber der Marken Brembo, Breco, AP, Bybre, Marchesini und Sabelt und ist außerdem durch die Marke AP Racing vertreten.

Alle Motorrad-Neuheiten für 2015 auf einen Blick

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote