Test Windschilde für Suzuki Bandit 1250 Gegen den Wind

Naked Bikes stehen für reinen, puren Fahrgenuss. Auf schnellen Verbindungs­etappen kann der Genuss allerdings in Frust umschlagen. MOTORRAD hat deshalb neun Windschilde für die große Bandit ausprobiert.

Foto: Künstle
Die Tachonadel des Motorrads steht auf 180 km/h. Die Lastwagen auf der rechten Autobahnspur schrumpfen in den Rückspiegeln rasend schnell zu kleinen Punkten. Gewaltige Windkräfte zerren an Helm, Oberkörper und Armen. Die Nackenmuskeln verkrampfen. Auch Hände und Arme halten nicht mehr lange durch. Dabei sind es noch gut 300 Kilometer bis zum Reiseziel. Hoffentlich ist der Sprit bald alle, damit die erforderliche Tank-Unterbrechung für etwas Entspannung sorgt.
Kommt Ihnen diese Schilderung irgendwie bekannt vor? Dann fahren Sie bestimmt ein leistungsstarkes Naked Bike. Während der Fahrtwind bei der Tour über schön geschwungene Landstraßen zum unverfälschten Genuss des Motorradfahrens beiträgt, wird er auf schnellen Autobahnetappen zum unerträglichen Orkan, der dem Fahrzeuglenker alles abverlangt. Wer zügig lange Strecken bewältigen will, stößt mit dieser Motorradgattung an Grenzen. Das geben auch eingefleischte Naked-Bike-Fans zu.
Entsprechend groß ist das Interesse an Windschilden, Cockpitverkleidungen und anderen den Fahrtwind minimierenden Zubehörprodukten. Ebenso das Angebot. MOTORRAD hat neun Windschilde für die Suzuki Bandit 1250 einem ausführlichen Test unterzogen.
Wichtiges Kriterium beim Kauf: unbedingt auf eine ABE achten. Nur wenn die Scheibe eine Freigabe für das betreffende Motorrad besitzt, gibt es bei einer Kontrolle keinen Ärger. Gleichzeitig ist die ABE eine Bestätigung, dass der Windschild ans Fahrzeug passt und die Montage nicht in eine hoffnungslose Bastelei ausartet.
Womit wir beim ersten Testkriterium angelangt sind.
Scheiben-Montage (10 Punk­­te): Bewertet werden Montageanleitung und -aufwand. Generell gestaltet sich der Anbau recht unproblematisch. Zwischen 30 und 60 Minuten Bastelzeit genügen.
Passform (10 Punkte): Punkteabzug gibt’s, wenn etwas klemmt, Bohrungen nicht passen oder sich Teile nur unter Vorspannung montieren lassen.
Verarbeitung (10 Punkte): Scharfkantige oder dünne Blechhalter (wie bei den Polo-Scheiben), billiges Schraubenmaterial und nicht oder schlecht entgratete Scheiben werden geahndet.
Verstellmöglichkeit (10 Punkte): Je nach persönlichen Bedürfnissen hat eine gewisse Verstellmöglichkeit Sinn. Optimal, wenn sich die Scheibe wie bei den MRA-Modellen nahezu beliebig im Anstellwinkel variieren lässt – selbst wenn das zunächst die Montage erschwert.
Fahrstabilität (10 Punkte): Potente Naked Bikes laufen locker 200 km/h. Auch die Bandit. MOTORRAD fuhr deshalb mit allen Testscheiben für kurze Zeit die Höchst­geschwindigkeit, um zu prüfen, ob die Kandidaten den Winddruck aushalten.
Windschutz (50 Punkte): Die Effektivität der Scheiben ermittelte MOTORRAD auf der Autobahn bei zwei unterschiedlichen Reisegeschwindigkeiten. Jeweils maximal 25 Punkte konnten die Probanden bei 100 und bei 150 km/h erreichen. Besonders eifrig sammelten hierbei die MRA-Highway und die Suzuki-Verkleidung Punk­te, die aufgrund eines sehr guten Windschutzes auch für längere Etappen bei hoher Geschwindigkeit taugen. Kata­strophal in diesem entscheidenden Kriterium hingegen die Windy von Polo, die ihrem Namen alle Ehre macht, und insbesondere die extrem niedrige Mini-Sport von Puig.

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