Test Zelte bis 200 Euro

Zeltanschauung

Motorradfahren und Campen gehört für viele Biker untrennbar zusammen – schließlich steht beides für Freiheit und Abenteuer. Sieben Markenzelte bis 200 Euro im harten Praxistest.

Preisgünstige Zelte – da haben die meisten pergamentdünne Hundehütten oder silbrig flatternde Kuppeln vor Augen, die der erste kräftige Windstoß bis auf die Grasnarbe zusammendrückt. Doch es geht auch anders – wie der vorliegende Test zeigt. Zusammen mit den Spezialisten der Zeitschrift »Outdoor« hat MOTORRAD gesucht und gefunden. Und zwar Markenzelte, die weniger als 200 Euro kosten und mindestens zwei Personen mit Reisegepäck Platz bieten. Die sieben ausgewählten Kandidaten kommen von Black Rock, Coleman, Nordisk, Rejka, Robens, Salewa und Vaude und kosten zwischen 130 und 199,95 Euro.
Dass Zelte zu diesen Preisen nicht mit expeditionstauglichen Exemplaren verglichen werden können, die teilweise viermal so viel kosten, versteht sich von selbst. Die Hersteller müssen also zwangsläufig bei Material und Verarbeitung Abstriche machen.
So verwenden Black Rock und Coleman bei ihren Modellen preisgünstige – und leider auch etwas schwerere sowie labilere – Fiberglas- statt Alustangen. Die Heringe sind teilweise nicht aus hochwertigem, harten Aluminium, sondern aus weichem (Nordisk), oder gar aus schwerem Stahl (Black Rock, Coleman, Vaude). Hinzu kommen Reißverschlüsse minderer Qualität, wie bei Coleman, die sich durch schlechten Lauf und starken Abrieb bemerkbar machen, und ungleichmäßige Beschichtungen der Bodenwanne (Black Rock und Robens).
Trotz dieser Sparmaßnahmen und teilweisen Verzicht auf zusätzliche Belüftungsöffnungen oder metallene Spannösen können die meisten Testkandidaten überzeugen und bieten qualitativ weit mehr als die supergünstigen Angebote einiger großer Motorrad-Zubehörketten. Und jeder, der schon mal tage- oder gar wochenlang bei Regen und Sturm campen musste, weiß hochwertige Zelte zu schätzen.
Kommen wir zu den Praxis-Kriterien: Auf- und Abbau flutscht beim Robens besonders schnell, dessen Außenzelt zuerst aufgebaut wird. Bei allen anderen Kandidaten errichtet man zunächst das Innenzelt, was aber bei den meisten Modellen – allen voran Salewa und Vaude – einfach vonstatten geht. Nur Nordisk-Besitzer brauchen ein wenig Geduld.
In puncto Komfort sammeln allen voran die teureren Modelle von Rejka, Robens, Salewa und Vaude mit leicht laufenden Zippern, guten Befestigungsmöglichkeiten für die Eingänge sowie vielen Ösen Pluspunkte. Weitere Testkriterien sind der sichere Stand im Wind und Schnitt der Zelte. Letzteres ist ein Indikator für eine saubere Verarbeitung und für wenig Geräusche im Innenzelt, wenn’s windet. Robens und Vaude standen am saubersten, erstaunlich gut für ihre Preisklasse sind auch die Zelte von Black Rock und Coleman. Nur das Nordisk fiel ab, was unter anderem an seiner umständlichen Verankerung im Boden liegt - Außen- und Innenzelt müssen separat fixiert werden.
Das Platzangebot im Innenraum ist bei allen sieben Kandidaten sehr ähnlich, während bei den Apsiden (Zeltvorräumen) die Unterschiede gewaltig sind. Beispielsweise bietet das Coleman nur einen guten dreiviertel Quadratmeter – ein Klacks gegenüber den jeweils mehr als 2,5 Quadratmeter großen Apsidenflächen von Black Rock und Robens, in denen sich komplette Motorradfahrer-Austattungen plus Kocher und Kleinkram verstauen lassen.
Um die Sturmstabilität zu beurteilen, wurden alle Zelte mit Windstärke 7 bis 8 belastet. Dazu wurde jedes Modell in einem Abstand von 150 Zentimetern hinter der Windmaschine mit allen mitgelieferten Heringen und Sturmabspannungen bestmöglich fixiert. Anschließend standen die Kandidaten jeweils eine Minute lang im simulierten Sturm. Und zwar einmal mit der günstigen Seite zur Windmaschine gewandt und einmal mit der weniger günstigen zur Windmaschine – schließlich kann der Wind auch in freier Wildbahn rasch drehen. Klarer Sieger in dieser Disziplin: das Nordisk, das konstruktionsbedingt (vier Gestängebögen) am stabilsten steht. Coleman, Rejka und Salewa hingegen fallen ab.
Bei der Weiterreißfestigkeit des Außenzeltstoffes wird beschädigter Stoff unter Zugspannung gesetzt um zu schauen, ab welcher Krafteinwirkung sich der Riss vergrößert. Hierbei bleiben alle Kandidaten im Rahmen der bei Polyesterzelten üblichen Werte. Salewa und Robens liegen vorne, alle anderen überraschten durch starke Schwankungen innerhalb der Messreihen.
Auch bezüglich der Wasserdichtigkeit des Bodens überraschten einige Zelte mit starken Schwankungen innerhalb ihre Bodenwannen - vor allem Robens und Black Rock, die aber trotz allem ausreichend dicht halten.
Und Wasserdichtigkeit gehört zweifellos zu den wichtigsten Kriterien beim Campen. Außerdem spielen Gewicht und Packmaß für Motorradfahrer eine entscheidende Rolle. Außerdem sollte die Innenraumlänge die eigene Körpergröße wenigstens um 20 Zentimeter übertreffen, um ausreichend Bewegungsfreiheit zu lassen.
Insgesamt hinterließen alle Zelte einen positiven Eindruck (das Nordisk mit Abstrichen), wobei die drei teuersten Kandidaten von Robens, Salewa und Vaude besonders gut abschnitten und sich auf keinem Campingplatz der Welt zu verstecken brauchen.
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Bewertung

In das MOTORRAD-Gesamturteil fließt zu 25 Prozent das Preis-Leistungs-Verhältnis ein. Dieses ergibt sich aus dem Gesamteindruck (beispielsweise Wertigkeit und Lieferumfang) des betreffenden Zelts in Abhängigkeit zum Preis.Die zu 75 Prozent ausschlaggebende Praxiswertung setzt sich aus folgenden Einzelkriterien zusammen. Auf-/Abbau (10 Prozent): Bewertet wurde die Zeit, Schwierigkeitsgrad sowie der Aufbau von einer Person.Verarbeitung (10 Prozent): Wie sauber sind die Tapes geklebt und die Nähte geführt (Nahtlöcher, herausstehende Fäden, Lochabstand et cetera). Komfort (5 Prozent): Hierzu zählen sinnvolle Ausstattung und Bedienung.Stand/Schnitt (10 Prozent): Wie faltig steht das korrekt aufgebaute Zelt, und wie sauber ist es geschnitten? Platzangebot (10 Prozent): Die Fläche des Innenzelts wird mit 60 Prozent gewichtet, die der Apsis mit 40 Prozent. Bei schrägen Wänden gibt’s Punktabzug.Raumgefühl (5 Prozent): Ein subjektiver Wert, in dem der Größeneindruck des Innenzelts unabhängig von seinen Maßen beurteilt wird (Steilheit und Höhe aller Wände, Kopffreiheit, Helligkeit und Farbe).Gewicht (15 Prozent): Bewertet wird nur das Minimalgewicht (mit den zum Aufstellen minimal benötigen Heringen) ohne Zubehör. Das Maximalgewicht (siehe Datenkästen) schließt sämtliche einsetzbaren Heringe mit ein. Sturmstabilität (15 Prozent): Wie gut steht das komplett abgespannte und mit allen mitgelieferten Heringen gesicherte Zelt hinter der Windmaschine bei Windgeschwindigkeiten von zirka 90 km/h? Wie laut ist es dabei im Innenzelt? Weiterreißfestigkeit (10 Prozent): Sie wurde mit einem geeichten Zugkraft-Messgerät für jedes Zelt ermittelt. Wassersäule Boden (10 Prozent): Dieser Laborwert wird in Millimetern angegeben und mit dem so genannten »Suter«-Test ermittelt. Je höher der Wert, desto dichter ist der Boden – besonders bei hoher Beanspruchung über längere Zeit.

Vaude Campo

Anbieter: Vaude, Telefon 07542/5306-0, www.vaude.dePreis: 189 EuroPackmaß: 44 x 18 ZentimeterAusstattung: drei Alustangen mit 11 mm Durchmesser (zwei lange, eine kurze); zwei Lüftungsöffnungen über Eingänge; zwei beiliegende Sturmleinen; zwei Eingänge, zwei Apsiden; zehn Stahlnägel; ReparaturhülseTechnische Daten*Gewicht (min/max): 3220 g / 2987 gInnenhöhe: 105 ZentimeterWeiterreißfestigkeit: 1,9 KilogrammWassersäule: 10000 MillimeterBemerkungen:Das Campo ist ein Sondermodell von Vaude für preisbewusste Kunden. Wie viele andere im Test protzt es nicht mit Innovationen, sondern besticht durch seine solide, ausgereifte Konstruktion sowie pfiffige Detaillösungen. So ist es beispielsweise dank seiner Gestänge-Clips sehr einfach aufzustellen, bietet eine saubere Verarbeitung und ein großes Platzangebot für zwei Personen. Richtig gut sind Stand und Schnitt des Vaude, ebenso wie die Top-Beschichtung des Bodens mit durchweg 10000 Millimeter Wassersäule. Trotz zwei vollwertiger Apsiden und zwei Eingängen kommt das Vaude auf ein Minimalgewicht von unter drei Kilogramm. Gespart hat man an Details: So gibt es an den Innenzelteingängen nur ein fest integriertes Moskitonetz, die Ausstattung beschränkt sich auf zehn Heringe (die aber ausreichen), zwei Sturmleinen und eine Reparaturhülse. Zur Belüftung lassen sich die Eingänge im oberen Bereich öffnen. Abstriche wurden außerdem offenbar am Material des Außenzelts gemacht, dessen Weiterreißfestigkeit dürftig ist, speziell im Vergleich zu den klassischen Vaude-Zelten – allerdings ist sie bei gemäßigtem Einsatz nicht so wichtig. Im Wind bebt das Campo zwar heftig, doch hielt es dem Druck ganz ordentlich stand. Dank des guten Schnittes und des stabilen Gestänges ist das Vaude ein sehr empfehlenswertes Allroundzelt, das nur bei der Stabilität des Außenmaterials abfällt.Plus: - sehr leichter Auf- und Abbau- sehr guter Stand- absolut dichter BodenMinus: - Außenmaterial nicht sehr reißfestMOTORRAD-Urteil: sehr gut

Salewa Sarec II

Anbieter: Salewa, Telefon 089/90993110, www.salewa.dePreis: 189,95 EuroPackmaß: 40 x 20 ZentimeterAusstattung: drei Alustangen mit 8,2 mm Durchmesser (zwei lange, eine kurze); zwei verschließ- und fixierbare Lüftungsöffnungen; vier montierte Sturmleinen; ein Eingang, zwei Apsiden; 13 Alunägel; Reparaturhülse; Schwamm; FlickenTechnische Daten*Gewicht (max/min): 2900 g / 2702 gInnenhöhe: 124 ZentimeterWeiterreißfestigkeit: 3,6 KilogrammWassersäule: 8700 MillimeterBemerkungen:Das Salewa gehört zu den teureren Modellen im Test: Fast 190 Euro müssen Käufer dafür hinblättern. Dafür bekommen sie vor allem ein sehr leichtes Zelt, das sich – bis auf etwas zu schwergängige Clips – leicht aufbauen lässt und weder beim Komfort noch beim Platzangebot Wünsche offen lässt. Vor allem die Innenzelthöhe von 124 Zentimetern schafft eine geräumige Atmosphäre, ebenso die vielen Moskitonetze im Innenzelt. Auf einen zweiten Eingang wurde wie beim Rejka Zatara verzichtet; stattdessen besitzt das Salewa einen großen Rundbogen- Durchgriff in die zweite Apsis ohne Eingang. Viele Taschen und Ösen sowie eine Himmeltasche runden die Ausstattung ab. Besonders auffällig ist der »Eyebrowpole«, ein Gestängebogen, der oben in der Eingangs-Apsis sitzt und für mehr Raum sorgt. Obwohl das Außenzelt nachspannbar ist, gelang es den Testern nicht, das Salewa so sauber aufzustellen wie das Rejka, Robens oder Vaude. Zusammen mit den nur an vier Punkten ansetzenden Sturmleinen war dies für die mäßige Windstabilität verantwortlich – bei schmaler Seite im Wind stand es besser. Sehr gut ist hingegen die für einen Polyester-Stoff hohe Weiterreißfestigkeit des Salewa-Gewebes. Fazit: bis auf die Windstabilität ein erstklassiges Allroundzelt.Plus: - für seine Größe extrem leicht- viel Platz für zwei Personen- sehr komfortabel- sehr stabiles AußenmaterialMinus: - nur mit schmaler Seite zum Wind stabilMOTORRAD-Urteil: sehr gut

Robens Lemon Grey

Anbieter: Robens, Telefon 040/7221033, www.robens.dePreis: 199,95 EuroPackmaß: 50 x 15 ZentimeterAusstattung: zwei lange Alustangen mit 8,6 mm Durchmesser, eine kurze mit 9,5 mm Durchmesser; zwei fixierbare Lüftungsöffnungen; vier montierte Sturmleinen; zwei Eingänge, zwei Apsiden; 14 Alunägel; ReparaturhülseTechnische Daten*Gewicht (max/min): 3840 g / 3644 gInnenhöhe: 95 ZentimeterWeiterreißfestigkeit: 3,1 KilogrammWassersäule: 8300 MillimeterBemerkungen:Das Lemon Grey von Robens wurde im vergangenen halben Jahr gründlich überarbeitet, vor allem bei der Gestängeführung hat sich zum Vorgängermodell einiges getan: Die Bögen verlaufen jetzt außerhalb des Außenzelts und werden einfach mit Clips eingehängt. Der ohnehin schon vorbildliche Aufbau – mit seinen nachspannbaren Gestänge-Bechern - wird dadurch noch einfacher. Trotz der außen verlaufenden Gestängebögen bietet das Zelt erstaunlich wenig Windwiderstand. So bebt das Robens zwar relativ stark im Luftstrom der Windmaschine, bleibt aber stehen und zeigt eine annähernd so gute Vorstellung wie das konstruktionsbedingt bevorteilte Naboo von Nordisk. Diese Leistung ist beachtlich, denn das Robens ist keine Hundehütte: Es bietet noch etwas mehr nutzbare Grundfläche als das Rosswell 2, ist mit 95 Zentimeter Innenraumhöhe jedoch um einiges niedriger. Dafür gibt’s reichlich Komfort: eingehängte Himmeltasche, zwei Apsiden und ein kleines Fenster. Verarbeitung, Stand und Schnitt sind sehr gut, die verwendeten Materialien ebenfalls. So bietet das Außenmaterial den zweithöchsten Widerstand beim Weiterreißtest, und der Boden ist absolut dicht. Für Gewicht und Preis gibt’s aber Punktabzug: Mit 3644 Gramm Minimalgewicht ist es das schwerste Modell und mit 199,95 Euro das teuerste im Test.Plus: - sehr leichter Auf- und Abbau- sehr großes Platzangebot- äußerst komfortabel- windstabil- gut verarbeitetMinus: - hohes Gewicht- hoher Anschaffungspreis MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Rejka Zatara

Anbieter: Rejka, Telefon 09261/504520, www.rejka.dePreis: 183 EuroPackmaß: 37 x 18 ZentimeterAusstattung: drei Alustangen mit 9 mm Durchmesser (zwei lange, eine kurze); zwei verschließ- und fixierbare Lüftungsöffnungen; sechs beiliegende Sturmleinen; ein Eingang, zwei Apsiden; 14 Alunägel, ReparaturhülseTechnische Daten*Gewicht (max/min): 3160 g / 2980 gInnenhöhe: 110 ZentimeterWeiterreißfestigkeit: 2,3 KilogrammWassersäule: 10000 MillimeterBemerkungen: Mit 183 Euro Kaufpreis gehört das Rejka zu den teureren Modellen im Vergleich. Dementsprechend mehr darf der Käufer erwarten - und die Zweieinhalb-Bogen-Kuppel enttäuscht nicht. Sie bietet ordentlich Platz für zwei Personen mit Gepäck, für das es neben der Eingangs-Apsis eine zweite ohne Eingang auf der gegenüberliegenden Seite gibt. Dieser zwischen Außen- und Innenzelt liegende Stauraum sorgt für mehr Ordnung im Innenraum. Mit einem Nettogewicht von unter drei Kilogramm gehört das Rejka zu den Leichtzelten im Test. Das Raumgefühl ist befriedigend, und der gebotene Komfort geht in Ordnung, auch wenn der Innenzelteingang größer sein dürfte. Immerhin lässt sich der Außenzelteingang in drei Stufen öffnen und fixieren. Beim Aufbau stört allerdings die schwierig einzufädelnde Firststange. Doch was Stand, Schnitt und Verarbeitung angeht, findet sich das Zatara auf den vorderen Rängen wieder. Überzeugen kann auch die kräftige Beschichtung des Bodens mit 10000 Millimeter Wassersäule. Nur bei der Weiterreißfestigkeit hielt das Rejka nicht Schritt: 2,3 Kilogramm, der zweitniedrigste Wert im Test, sind zu wenig – auch hinterließ die Beschichtung einen ungleichmäßigen Eindruck. Hinter der Windmaschine hielt es sich anfangs zwar gut, doch nach etwas mehr als einer Minute knickte es einseitig weg.Plus:- gute Verarbeitung- leicht und komfortabel, dabei sauberer Stand- absolut dichter BodenMinus:- sehr windempfindlich- wenig weiterreißfester AußenstoffMOTORRAD-Urteil: befriedigend

Nordisk Naboo

Anbieter: Nordisk, Telefon 04106/76770, www.nordisk.dePreis: 179 EuroPackmaß: 65 x 16 ZentimeterAusstattung: vier Aluminiumstangen mit 8,5 mm Durchmesser; zwei beiliegende Sturmleinen; zwei Eingänge, zwei Apsiden; 22 Alunägel; ReparaturhülseTechnische Daten*Gewicht (max/min): 3630 g / 3407 gInnenhöhe: 105 ZentimeterWeiterreißfestigkeit: 2,4 KilogrammWassersäule: 3300 MillimeterBemerkungen:Ein Geodät (Mehrbogenkuppelzelt) für nur 179 Euro ist schwer zu finden – schließlich braucht’s dafür vier lange Gestängebögen und eine entsprechend aufwendige Verarbeitung. Nordisk wagt diesen Weg und präsentiert einen windstabilen Geodäten, der durch das beste Raumgefühl im Test besticht: Der Innenraum zeigt sich hell und freundlich. Das Bild trüben herausstehende Fäden und unsauber verklebte Tapes – sie offenbaren die Grenzen preisgünstiger Produktion. Denn ein Großteil der Kosten verschlingt das teure Material und die Ausstattung: Aluminiumstangen, zwei Eingänge mit verschließbarem Moskitonetz, zwei Apsiden sowie 22 Alu-Heringe. Das Platzangebot reicht locker für zwei Personen - und zu zweit sollte man schon sein, um die Hütte aufzurichten. Die vielen Gestängekanäle sind nicht miteinander verbunden, ebensowenig wie Innen- und Außenzelt. Das hat zur Folge, dass das Nordisk zwölf Heringe für einen halbwegs ordentlichen Stand benötigt – und so richtig gut steht es auch mit 22 Heringen nicht. Hinzu kommt die vergleichsweise mickrige Wassersäule. Dafür steht kein anderes Testmodell so stabil hinter der Windmaschine. Leider korrespondieren die Weiterreißwerte am Außenstoff - sie liegen im unteren Drittel des Vergleichs - nicht mit der Windfestigkeit. Fazit: Das Nordisk ist ein Zelt für windige Regionen und sparsame Trekker, die etwas Geduld für den Aufbau und ein Flickset mitbringen. Plus: - sehr sturmstabil- gutes Raumgefühl Minus: - umständlicher Aufbau- unsaubere Verarbeitung- Boden mit 3300 Millimeter Wassersäule nicht ausreichend dichtMOTORRAD-Urteil: ausreichend

Coleman Nevada FG

Anbieter: Camping Gaz, Telefon 06402/890, www.campingaz.comPreis: 149,95 EuroPackmaß: 48 x 14 ZentimeterAusstattung: zwei Fiberglasstangen mit 7,9 mm Durchmesser; zwei verschließ- und fixierbare Lüftungsöffnungen; drei montierte Sturmleinen; ein Eingang, eine Apside; zwölf Stahlnägel; Reparaturhülse, Kleber, FlickenTechnische Daten*Gewicht (max/min): 3295 g / 2839 g Innenhöhe: 105 ZentimeterWeiterreißfestigkeit: 2,5 KilogrammWassersäule: 5300 MillimeterBemerkungen: Auf den ersten Blick wirkt das Coleman wie ein Billigzelt: eine kleine, steile Kuppel mit winziger Apsis und Sturmabspannungen mit neckischen Plastik-Ösen. Doch das Nevada FG ist trotz seines extrem günstigen Preises sauber verarbeitet. Der Aufbau ist unproblematisch, wenn auch etwas zeitaufwendig. Zwar beklagte sich kein Tester über Wassereinbruch, eine etwas höhere Wassersäule des Bodens könnte dennoch nicht schaden. Das Zelt lässt sich notfalls mit nur einem Hering aufstellen, spannt man es komplett ab, steht es richtig satt. Das Platzangebot fällt mager aus und reicht maximal für zwei Personen mit wenig Gepäck. Im Innenraum ist es zu dem recht dunkel, und der chemische Geruch im Neuzustand legt sich sehr langsam. Lüften kann man nur bei trockenem Wetter, denn bei geöffneter Apsis regnet’s auf den Innenzelt-Eingang. Nervig ist der hakige Zipper am Außenzelt, dessen Schlitten zu viel Spiel aufweist. Die Folge: Er reibt bei jeder Bewegung Kunststoff von den Zähnen, und unter Spannung schließt er nicht mehr. Auch die umständliche Fixierung des Innenzelteingangs sowie der Gestängebögen am Außenzelt mit Bändern stört. Und im Wind reichten die drei Sturmleinen nicht aus. Befestigt man allerdings weitere vier Leinen an vorhandenen Ösen, wird das Coleman zumindest nicht ganz flach gelegt. Fazit: verlockender Preis, aber bescheidene Leistung.Plus:- preisgünstig- kleines Packmaß und geringes GewichtMinus: - steht schlecht im Wind- kurzes Innenzelt- kleine Apsis- fummelige BedienungMOTORRAD-Urteil: befriedigend

Black Rock Rosswell 2

Anbieter: Nomad, Telefon 0031/316/583500, www.nomad.nlPreis: 130 EuroPackmaß: 62 x 18 ZentimeterAusstattung: drei Fiberglasstangen mit 9 mm Durchmesser (zwei lange, eine kurze); zwei verschließ- und fixierbare Lüftungsöffnungen; fünf beiliegende Sturmleinen; zwei Eingänge, zwei Apsiden; 18 StahlnägelTechnische Daten*Gewicht (max/min): 4070 g / 3614 gInnenhöhe: 110 ZentimeterWeiterreißfestigkeit: 2,7 KilogrammWassersäule: 8000 MillimeterBemerkungen: Das Black Rock der niederländischen Firma Nomad verwendet ebenso wie das Nevada FG von Coleman ein preisgünstiges Fiberglasgestänge und ist mit gerademal 130 Euro Kaufpreis das günstigste Zelt im Test. Dafür bekommen Käufer erstaunlich viel: 150 mal 205 Zentimeter Innenraum und über 2,5 Quadratmeter in den beiden Apsiden. Das reicht bequem für zwei Personen mit viel Gepäck. Der Nachteil des Black Rock: Die Stangen sowie Stahlheringe hieven das Gewicht auf über vier Kilogramm – das schwerste Zelt im Test. Weitere Abzüge gibt’s in puncto Komfort: Die Eingänge und Außenzelt-Gestänge-Verbindungen werden über fummelige Bändchen fixiert, die Außenzelteingänge lassen sich nur zu einer Seite öffnen, und bei Regen tropft’s dann auf den Innenzelteingang. Doch das Black Rock steht sauber und ist sehr ordentlich verarbeitet – in dieser Hinsicht ein wahres Preis-Leistungs-Wunder. Auch hinter der Windmaschine macht es eine – trotz des gegenüber Aluminium weicheren Fiberglasgestänges und der großen Angriffsfläche – unerwartet gute Figur, was es vor allem seinen fünf Sturmabspannungen verdankt. Der Boden ist ausreichend dicht und das Außenmaterial stabil bei homogenen Weiterreißwerten – ein Zeichen gleichmäßiger Beschichtung. Auf- und Abbau gelingen aufgrund der Fiberglasstangen naturgemäß etwas schwerer.Plus:- sehr großes Platzangebot- saubere Verarbeitung und gut beschichteter Boden- extrem preisgünstigMinus: - hohes Gewicht- fummelige BedienungMOTORRAD-Urteil: gut* MOTORRAD-/Outdoor-Messung

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