Zündkerzen-Herstellung bei Beru (Archivversion)

Hauptbestandteile von Zündkerzen sind Metall und Keramik. Der keramische Isolator entsteht aus Aluminiumoxyd-Granulat, das zunächst in eine Form gepresst und gleich anschließend geschliffen wird . In diesem Zustand sind die Isolatoren extrem druckempfindlich und brechen sehr leicht. Darum übernehmen Roboter die Handhabung und stapeln die geschliffenen Keramik-Körper in hitzebestän-
digen Formen, die dann für rund 30 Stunden in den Sinterofen wandern. Beim Brennen mit Temperaturen bis über 1600 Grad Celsius schrumpfen die Isolatoren um rund 20 Prozent und erhalten ihre endgültige Form sowie Festigkeit. Nach dem Abkühlen folgt eine Spannungsüberprüfung mit etwa 20 bis 30 Kilovolt, um eventuell beschädigte Teile auszusortieren. Dann werden die Isolatoren beschriftet und der später sichtbare Bereich mit einer Schutzglasur überzogen.
Die im Kern der Zündkerze sitzende Elektrode besteht aus zwei Teilen: dem
Zündstift, auf dem der Kerzenstecker sitzt, und der Mittelelektrode. Beide entstehen wie auch die Masseelektrode im Kaltpressverfahren aus Stahl. Um Kanten und Grate zu entschärfen, kommen die Bauteile nach der Umformung zusammen
mit Keramikstückchen in eine Art Mixer . Für höhere Wärmeleitfähigkeit und
Lebensdauer erhalten Masse- und Mittelelektrode immer häufiger einen Kupferkern und bestehen aus einer verschleißbeständigen Nickellegierung.
Bei der Zusammenführung von Isolator, Zündstift und Mittelelektrode dient eine leitfähige Glasschmelze als eine Art Schweißverbindung, die gleichzeitig den Kernbereich gasdicht abschließt. Dieser Schmelzprozess findet in einem Durchlaufofen statt .
Der Zündkerzenkörper entsteht ebenfalls im Kaltumformverfahren aus Stangenmaterial. Die vollautomatische Maschine staucht, presst, quetscht und formt in sechs Arbeitsschritten aus einem zylindrischen Stück Stahl den Kerzenkörper. Dieser wird anschließend auf Maß gedreht und erhält dabei auch die später benötigte, so genannte Schrumpfrille. Nach Anschweißen der Masseelektrode wird das Gewinde gerollt und danach die Masseelektrode in die gewünschte
Form gebogen. Aktuell hat Beru Zündkerzen mit einer bis vier Masseelektroden unterschiedlicher Anordnung im Programm . Je nach Ausführung sollen sie
den Verbrennungsprozess verbessern. Im Motorradbreich überwiegen ganz klar Kerzen mit nur einer Masseelektrode.
Nach dem Beschriften (prägen) des Kerzenkörpers erhält dieser in der Galvanik eine dünne Nickelschicht als Verschleiß- und Oberflächenschutz. Auf der Montagelinie werden schließlich Isolator und Kerzenkörper zusammen mit einem Innendichtring verpresst, der Körper dabei gebördelt und die vorhin erwähnte Schrumpfrille kurz extrem (rotglühend) erhitzt und gestaucht . Beim Abkühlen entsteht dadurch eine Verspannung zwischen Isolator und Körper, die für eine
absolut feste Verbindung sorgt. Nach Aufpressen des Außendichtrings stellen Maschinen den erforderlichen Elektrodenabstand ein. Es folgt die abschließende Sichtkontrolle , bevor die fertigen Zündkerzen in einer Verpackung landen
und in alle Welt verschickt werden.

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