100000-Kilometer-DauertestYamaha FJR 1300 (Archivversion)

Marathon-Sprinter

Lange Strecken mit hohem Durchschnittstempo zu bewältigen ist eine Spezialität der Yamaha FJR 1300. Aber wie sieht die Technik nach 100000 Kilometern aus?

Jetzt weiß ich, was dieses Lächeln auf dem Gesicht unseres Fuhrparkleiters Gerry zu bedeuten hatte, als er mir die Schlüssel der FJR 1300 in die Hand drückte. Jetzt, wo der Zeiger des Drehzahlmessers kurz vor dem roten Bereich steht, ich krampfhaft im Getriebe nach dem nicht vorhandenen sechsten Gang suche und sich mir das enorme Leistungspotenzial des Yamaha-Tourers erschließt, breitet sich auf meinem Gesicht ein ähnliches Lächeln aus. Eigentlich wollte ich nur ein Motorrad haben, mit dem ich relaxed Kilometer fressen kann, um von Stuttgart nach Köln zu fahren. Und nun das: Leicht geduckt hinter der hochgefahrenen Verkleidungsscheibe, habe ich den Hahn voll gespannt und damit quasi die linke Spur der Autobahn für mich gepachtet.Obwohl es meine rechte Hand ist, die das Tempo bestimmt, bin ich mir keiner Schuld bewusst. Die FJR hat mich auf die linke Spur verführt. Das stabile Fahrverhalten, aber vor allen Dingen das bärenstarke Triebwerk mit der kurzen Übersetzung machen die Autobahnbolzerei zum reinsten Vergnügen. Dabei verhilft der 25 Liter große Blechtank, der Magnettankrucksäcken sicheren Halt bietet, zu beachtlichen Reichweiten von über 500 Kilometern. Natürlich nicht ständig unter Volllast. Da kann der Verbrauch schnell mal in den zweistelligen Bereich klettern.Im Durchschnitt begnügt sich die Dauertest-FJR mit 6,9 Litern Normalbenzin. Angesichts der zur Verfügung stehenden Leistung und dem hohen Gewicht von 270 Kilogramm vollgetankt ein akzeptabler Wert. Wer es ruhig angehen lässt, erlebt die 1300er-Yamaha sogar als Spritknauserer. Von Werten um die fünf Liter ist im Fahrtenbuch zu lesen. Dabei sorgen zwei Dreiwege-Katalysatoren und ein Sekundärluftsystem dafür, dass die Umwelt nicht mehr als nötig belastet wird.Zwiespältig sind die Meinungen über den in der Höhe verstellbaren Windschutz. Kleinere Fahrer freuen sich bei hochgefahrener Scheibe über einen guten Schutz, doch bei höherer Geschwindigkeit ermüdet eine Sogwirkung den Schulterbereich. Für großgewachsene Menschen ist es ratsam, den Windschild bei mittleren Tempi und aufrechter Sitzposition auf der Autobahn in der unteren Stellung zu lassen. So liegt der Helm zwar voll im Fahrtwind, was aber immer noch angenehmer ist als die lauten Verwirbelungen, welche die hochgefahrene Scheibe verursacht. Lästig bei längeren Touren mit gleich bleibender Geschwindigkeit sind die feinen Vibrationen in den Lenkerhälften bei 6500 Umdrehungen, die eingeschlafene Hände verursachen.Alles andere als einschläfernd ist das Fahrwerk der FJR. Mit einer straffen Einstellung (voll vorgespanntes Federbein, Zugstufe acht Klicks geöffnet, die 48er-Telegabel bis auf zwei Ringe vorgespannt, Zug- und Druckstufe jeweils zehn Klicks geöffnet) wedelt sie behände über kurvige Sträßchen der Eifel, auf denen ich die restlichen Kilometer nach Köln zurücklege. Lediglich die bei sportlicher Fahrweise früh aufsetzenden Nippel an den Fußrasten mahnen beim Kurvenräubern zur Vorsicht. Besonders bemerkenswert ist das unverändert direkte und präzise Fahrverhalten, obwohl der Kilometerzähler kurz vor der magischen 100000er-Marke steht, die die Yamaha vom MOTORRAD-Dauertest-Stress erlöst.100000 Kilometer, die für den Tourer nicht nur durch den hohen Vollgasanteil auf der Autobahn eine besondere Bewährungsprobe darstellten. Abgesehen von zwei kleinen Unfallschäden, die bei 43000 und bei 82000 Kilometern zu unplanmäßigen Werkstattaufenthalten führten, waren kurz vor Testende noch zwei nicht vorgesehene Boxenstopps fällig. Ein lautes Heulen im Antriebsstrang kündigte bei 76000 Kilometern ein defektes Wälzlager des Hinterachsritzels an, welches auf Garantie gewechselt wurde. Der zweite Schaden betraf die Elektrik. Gewöhnlich sorgen die hellen Multireflektorscheinwerfer für Licht im Dunkeln. Nicht so jedoch bei 92555 Kilometern, als die komplette Beleuchtung ausgefallen ist und gleichzeitig noch die Benzinpumpe ihren Dienst versagte, was den FJR-Fahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zwang. Mittels eines neuen Kabelstrangs war der Elektronikdefekt rasch behoben. Auch für diese Reparatur übernahm Yamaha die Kosten.Fast eine Lappalie war die verzogene hintere Bremsscheibe, die die Werkstatt nach 39464 auf Garantie tauschte. Ebenso als normal gilt das Erneuern der Kupplung bei Kilometerstand 83550. Der Wechsel von Lamellen, Stahlscheiben und Federn schlug mit 304,30 Euro zu Buche. Als kleiner Schönheitsfehler können die zu Testende einseitig abgenutzten hinteren Bremsbeläge verbucht werden. Durch einen Montagefehler lag ein Belag ständig an der Scheibe an. Mehr als ein Schönheitsfehler waren anfangs die undichten Wellendichtringe des Kardans. Nach einer Umrüstaktion war das Problem, von dem übrigens die Dauertestmaschine nicht betroffen war, behoben. Ansonsten spulte die FJR 1300 ihr Marathonprogramm absolut zuverlässig und zum Teil unter widrigsten Bedingungen ab. Kälte, Nässe und sogar Schnee steckte sie locker weg. Dafür kann es für den Yamaha-Treiber bei schönstem Sommerwetter im Stop-and-go-Verkehr unangenehm werden. Rahmen und Tank heizen sich bei hohen Außentemperaturen und mangelndem Fahrtwind dermaßen auf, dass im Fahrtenbuch sogar von einem »Eierkocher« die Rede ist. Ein Ärgernis, das vom großen, gekapselten Vierzylindermotor ausgeht und von der mächtigen Rahmenkonstruktion, die die Wärme weiterleitet, begünstigt wird.Die Stunde der Wahrheit schlägt für die FJR beim Zerlegetermin. Nun wird schonungslos offen gelegt, wie es in ihrem Innersten aussieht. Beim Auseinanderbauen des Getriebes die erste Entdeckung: Die Mutter, die das Kegelrad auf der Vorgelegewelle fixiert, sitzt nur noch lose auf dem Gewinde, und das dazugehörige Sicherungsblech fällt uns in zwei Teilen entgegen. Die Verzahnung des Kegelrads und der Vorgelegewelle ist ausgeschlagen. Laut Yamaha hat wahrscheinlich die Verschraubung ihre Vorspannung verloren, wodurch das Sicherungsblech samt Verzahnung zerstört wurde.Obwohl der Prüfstand nach 100000 Kilometern sogar ein Plus von zwei PS attestierte, mahnte das Kompressionsdiagramm zur genaueren Betrachtung der Zylinder. Der erste Zylinder meldete einen Druckverlust von vier bar. Das Vermessen des Zylinders bringt die Ursache ans Tageslicht. Die Laufbahn hat sich oval um ein Zehntel verformt. Im Toleranzbereich wären fünf Hundertstel. Da die Lauffläche des betroffenen Zylinders und Kolbens aber sonst keine besonderen Spuren aufwies und auch kein erhöhter Ölverbrauch zu registrieren war, wäre der Motor mit diesem Phänomen vermutlich noch eine ganze Weile problemlos weitergelaufen. So ist allerdings ein neues Motorgehäuse fällig. Die Pleuellager liegen noch innerhalb der Betriebstoleranz, doch insbesondere das dritte zeigt eine starke Riefe sowie Verschleißspuren. Nicht Besorgnis erregend, aber mit einem Ausbruch an einer Zahnflanke zeigt sich das Ritzel des Kardans. Es scheint, als hätte sich ein Fremdkörper eingearbeitet.Davon abgesehen präsentieren sich die Innereien der FJR in hervorragendem Zustand. Besonders dem Getriebe, der Ölpumpe sowie Kupplungskorb und -nabesind die 100000 Kilometer nicht anzusehen. Und so gut wie von innen präsentiert sich der Tourer auch von außen. Von mangelhafter Lackqualität, wie sie von mehreren Lesern moniert wird, kann bei der Langstrecken-Testmaschine nicht die Rede sein. Obwohl Tausende von Kilometern mit komplettem Gepäck wie Tankrucksack, Koffern und Gepäckrolle hinter ihr liegen, zeigt sich der Lack in erstaunlich gutem Zustand. Ebenso bescheinigt ein Experte bei einer Begutachtung im Rahmen eines Qualitätstests der Yamaha einen sehr hohen Standard. Schwierigkeiten bei der Lackierung der Koffer in Form von Staubpartikeleinschlüssen sind Yamaha dagegen bekannt. Entsprechende Koffer mit Lackmängeln werden anstandslos umgetauscht.Die Bilanz nach 100000 Kilometern ist also insgesamt positiv. Sieht man mal vom verzogenen ersten Zylinder und der verschlissenen Vorgelegewelle im Getriebe samt Kegelrad ab. Der kraftvolle Tourer überzeugt mit hervorragenden Langstreckenqualitäten, einem hohen Qualitätsstandard und abseits der Autobahn mit einem tollen Handling. Entsprechend gut verkaufte sich die Yamaha FJR 1300. Bis Ende August dieses Jahres wurden 2500 Stück ausgeliefert. Erfreulich für die Käufer sind die langen Inspektionsintervalle von 10000 Kilometern. Wünschenswert für das Nachfolge-Modell wäre jedoch ein als Overdrive ausgelegter sechster Gang zur Drehzahlminderung beim Dahingleiten auf der Autobahn. Allerdings hätte ich dann keine Ausrede mehr, wenn ich das nächste Mal mit einer FJR die linke Spur belagere. Ich würde ja den beruhigend wirkenden Overdrive finden.
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LESERERFAHRUNGEN (Archivversion)

Meine FJR ist nun ein Jahr alt und hat schon gut 20000 Kilometer auf dem Buckel. Kaufentscheidend waren folgende Gründe: der Kardanantrieb, der Katalysator und die Reisetauglichkeit mit zwei Personen und Gepäck. Kaufhilfe waren natürlich auch die vielen guten Testberichte in der Fachpresse. Ich bin das Motorrad den ganzen Winter hindurch gefahren und benutze es ansonsten nicht nur zur täglichen Fahrt zur Arbeit, sondern auch an Wochenenden für größere und kleinere Touren. Der Kraftstoffverbrauch pendelte sich bei 5,9 Litern auf 100 Kilometer ein.Bei längeren Touren ist die verstellbare Scheibe eine nicht zu verachtende Erleichterung, hält sie doch das Visier auch bei Schmuddelwetter relativ sauber. Nervend sind lediglich die feinen Vibrationen, die einem bei Dauergeschwindigkeiten von 130 km/h die Hände einschlafen lassen.Als Kritik sei angeführt, dass die Lackqualität bei Yamaha wohl arg gelitten hat. Meine Yamaha XS 750 von 1978 sieht da zum Teil besser aus. An den Seitenteilen, an denen die Unterschenkel reiben, ist ein Handteller großes Stück Lack abgescheuert. Und am Tank beim Knieschluss ist die Lackierung ebenfalls schon recht in Mitleidenschaft gezogen. Hier hilft nur häufiges Polieren. Schade!Ohne Fehl und Tadel ist die Bremsanlage. Wirkung und Dosierung sind – trotz der 270 Kilogramm – so gut, dass ich ein ABS nicht vermisse. Joachim Schiebelhut, RödermarkEs ist schon meine zweite FJR 1300, mit der ich seit Mai 2001 nun zirka 35000 Kilometer zurückgelegt habe. Absolut begeistert bin ich von Motorleistung, Handling, Straßenlage und der Tourentauglichkeit. Minuspunkte sind die früh aufsetzenden Fußrasten, der fehlende sechste Gang und die Spiegel, in denen man nicht sehr viel sieht. Die FJR wird das Motorrad sein, das ich die nächsten Jahre fahren werde, es sei denn, das neue Modell wird mit einem sechsten Gang angeboten, dann gibt’s eine Neue.Klaus Ahrens, von der Saar Mit der Anfang März 2003 zugelassen FJR 1300 habe ich mittlerweile 10000 Kilometer zurückgelegt. Kaufauslöser waren das ABS und der nahezu wartungsfreie Kardanantrieb.Durch die relativ aufrechte, entspannte Sitzposition fühle ich mich mit meinen 1,86 Meter richtig wohl. Da passt von der Ergonomie wirklich alles. Überrascht war ich von Anfang an von der Handlichkeit trotz des hohen Gewichts. Für viel Fahrspaß sorgt außerdem der durchzugsstarke Motor. Das ist natürlich auch ein Ergebnis der relativ kurzen Übersetzung. Nur auf Autobahnen wünscht man sich einen drehzahlsenkenden sechsten Gang. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei zirka 5,7 Litern.Nach knapp 7000 Kilometern wechselte ich von der Erstbereifung Metzeler ME Z4 auf den neuen Bridgestone BT 020 R mit der Spezifikation U. Diesen Reifen konnte ich bereits bei Temperaturen um die null Grad, Schneefall und Nässe bewegen und wurde bisher nur durch das bei Beladung auftretende Shimmy enttäuscht. Mit dem BT 020 erscheint mir die FJR eine Spur handlicher. Negativ fiel mir besonders bei hohen Außentemperaturen die starke Hitzeentwicklung beziehungsweise die heiße Abluft auf, von der die Oberschenkel direkt angeströmt werden. Auch die Lackqualität lässt zu wünschen übrig, vor allem beim Übergang von Sitzbank (verdeckt) und Tank und dort, wo die Knie am Tank aufliegen, sind sehr unschöne Kratzer zu sehen. Insekten hinterließen auch schon Spuren im Lack, die selbst durch Polieren nicht zu entfernen waren.Dennoch würde ich mir die FJR wieder kaufen, da sie in meinen Augen ein sehr guter Allrounder ist, der sowohl auf kurvigen Landstraßen als auch auf Autobahnen viel Spaß macht und dabei auch die nötige Portion Bequemlichkeit mitbringt.Andreas Keilhauer, PastettenAuch nach über zwei Jahren und zirka 15000 Kilometern begeistert mich meine FJR immer wieder. Ob ausgedehnte Touren oder kurze sportliche Einsätze, sie macht einfach alles mit. Der Motor samt Kardan ist ein Paradebeispiel an Laufkultur. Die Bremsen (ohne ABS) beherrschen das hohe Gewicht sehr gut.Der fünfte Gang dreht derart leicht an den roten Bereich (250 km/h), dass eine FJR mit einem sechsten Gang vermutlich fast zu dem »300-km/h-Club« gehören würde. Kurt Waxmann, Dreieich

Yamaha nimmt Stellung... (Archivversion)

...zu der von MOTORRAD-Lesern beanstandeten Lackierung von Tank und Koffern. (Bei dem Testmotorrad waren in dieser Hinsicht keine Beanstandungen festzustellen.)Die Umstellung auf umweltfreundliche, wasserlösliche Lacke brachte eine Einbuße der Lackhärte mit sich, eine Änderung ist nicht möglich. Bei den Koffern sind Qualitätsschwankungen der Lackierung bekannt. Mangelhaft lackierte Koffer werden ausgetauscht....zum geringen Koffervolumen.Zusätzlich zu den Koffern hat Yamaha ab Mai 2003 die Verwendung eines Topcase freigegeben, das weiteres Stauvolumen bietet....zu der heißen Abluft des Motors, die bei höheren Temperaturen für den Fahrer ausgesprochen lästig ist.Die heiße Abluft ist ein Problem des großen, gekapselten Motors. Bedingt durch die Rahmenbauart und die Vollverkleidung ist eine effektivere Wärmeabfuhr nicht möglich. Allerdings erhielt die Tankunterseite ab dem Modell 2002 eine Wärmedämmung....zu undichten Wellendichtringen am Kardanantrieb.Nach der Umrüstung auf geänderte Wellendichtringe ist dieses Problem behoben....zu der ausgeschlagenen Verzahnung des Kegelrads der vorderen Kardanumlenkung.Die Ursache ist unklar. Wahrscheinlich hat die Verschraubung ihre Vorspannung verloren, wodurch das Sicherungsblech samt Verzahnung beschädigt wurde....zum defekten Wälzlager der Ritzellagerung bei Kilometerstand 83000.In diesem Punkt sind uns keine weiteren Probleme bekannt....zu den störenden Vibrationen ab 6000/min, der kurzen Gesamtübersetzung beziehungsweise dem fehlenden sechsten Gang, der groben ABS-Regelung und der vor allem in den unteren Gängen hakigen Schaltung.Alle diese Beanstandungen werden an die Produktplaner kommuniziert. Bei der aktuellen Modell-generation sind in dieser Hinsicht keine Änderungen zu erwarten....zum oval verformten ersten Zylinder.Die Ursache hierfür ist unklar und bislang ein Einzelfall. Fakt ist, dass die Prüfstandsmessungen keine Leistungseinbußen zeigten und auch kein erhöhter Ölverbrauch festgestellt wurde. Man kann also davon ausgehen, dass der Motor seinen Dienst noch viele 1000 Kilometer weiter klaglos geleistet hätte.

Reifenempfehlung (Archivversion)

Der serienmäßig montierte Metzeler ME Z4 mit der Sonderkennung U vorne und J hinten ist für die FJR 1300 nur bedingt empfehlenswert. Der hohen Lebensdauer von über 15000 Kilometern auf dem Vorderrad und bis zu gut 10000 Kilometern hinten stehen ein träges Handling und nur mäßiger Grip gegenüber. Dafür bleibt der ME Z4 mit seinem Null-Grad-Stahlgürtel selbst mit hoher Laufleistung bei Topspeed sehr stabil. Auch wellige Fahrbahnen können die FJR nicht aus der Ruhe bringen. Ein Reifen für alle, die viele Kilometer auf der Autobahn zurücklegen und sich auf Serpentinen zurückhalten können.Eine Empfehlung ist der Bridgestone BT 020 in N-Spezifikation vorne und hinten. Diese Reifenpaarung kommt zwar nicht an die Laufleistung des ME Z4 heran, verleiht der FJR aber deutlich mehr Handlichkeit. Neben seinem geringen Aufstellmoment überzeugt der BT 020 mit hoher Lenkpräzision. Er folgt exakt dem einmal eingeschlagenen Kurs. Auf hohem Niveau liegt auch die Haftung, sowohl auf trockener wie auf nasser Fahrbahn. Ein perfekter Reifen zum Kurvenräubern. Wichtig ist beim Bridgestone die N-Spezifikation. Der normale BT 020 ist ebenfalls freigegeben, er neigt mit zunehmender Laufleistung und voller Beladung jedoch zu Shimmy.Durchweg positive Resonanz erhielt der Dunlop D 205. Angefangen von einer guten Laufleistung von 8600 Kilometern auf dem Hinterrad über ein neutrales Fahrverhalten bis hin zum sehr guten Geradeauslauf sammelt der Dunlop Pluspunkte. Auch bei hoher Laufleistung verliert der D 205 nichts von seinem neutralen Fahrverhalten. Der Grip ist für tourenmäßiges Fahren befriedigend, für sportliche Fahrweise allerdings gerade noch ausreichend. Einziger Wermutstropfen des Dunlop ist das hohe Aufstellmoment beim Bremsen.Ein unglückliche Kombination ist die FJR mit Michelin-Reifen. Egal, ob Macadam 100 X oder Pilot Road, die positiven Eindrücke halten sich in Grenzen. Während den Pilot Road zumindest eine hohe Stabilität im Hochgeschwindigkeitsbereich auszeichnet, wirkt der Macadam 100 X eher kippelig und unpräzise, was sich mit zunehmender Laufleistung nochmals verschlimmert. Besonders beim Einlenken macht dieser Michelin eine saubere Linienwahl schwierig. Handling und Zielgenauigkeit sind sowohl beim 100 X als auch beim Pilot Road nur Durchschnitt. Leichte Besserung brachte eine Erhöhung des Luftdrucks im Vorderrad auf 2,6 bar. Der Pilot Road überzeugt zumindest mit einem breiten Grenzbereich bei nasser Fahrbahn.Von der Konstruktion ist der Pirelli MTR 23/24 dem Metzeler ME Z4 sehr ähnlich, unterscheidet sich im Fahrverhalten und in der Laufleistung aber deutlich. Viel handlicher und mit präzisem Einlenkverhalten erreicht der Pirelli fast das Bridgestone-Niveau, stellt sich beim Bremsen in Schräglage jedoch auf. Abgesehen von der niedrigeren Laufleistung ist der Pirelli gegenüber dem ME Z4 die bessere Wahl. Insgesamt sei angemerkt, dass die FJR sehr sensibel auf Reifenveränderungen reagiert.

KOSTEN (Archivversion)

Betriebskosten auf 100000 Kilometer35,4 l Öl à 9,83 Euro 347,98 Euro5 Ölfilter à 9,70 Euro 48,50 Euro4 Luftfilter à 33,76 Euro 135,04 Euro16 Zündkerzen 95,42 EuroBremsbeläge vorn/hinten 192,27 EuroKupplungsscheiben 304,30 Euro0,9 l Bremsflüssigkeit 12,49 Euro1,8 l Kardanöl 114,83 EuroKleinteile/Dichtungen 94,88 EuroInspektionen und Reparaturen 1710,91 EuroReifen (inkl. Montage, Wuchten und Entsorgen) 6734,00 EuroKraftstoff 7207,20 EuroGesamtkosten 16997,82 EuroAnschaffungskosten 13590,00 EuroWertverlust 5690,00 EuroSchätzpreis (Händlerverkaufspreis) 7900,00 EuroKosten pro Kilometer (ohne Wertverlust) 0,17 EuroKosten pro Kilometer (mit Wertverlust) 0,23 Euro

FAHRLEISTUNGEN (Archivversion)

Anfangs-/Abschlussmessung 2644 km 100000 kmHöchstgeschwindigkeit km/h 250 250Beschleunigung 0–100 km/h sek 3,0 3,00–140 km/h sek 4,9 4,90–200 km/h sek 9,9 9,7Durchzug 60-100 km/h sek 4,0 4,0100-140 km/h sek 3,9 3,9140-180 km/h sek 4,5 4,2Durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch über 100000 kmKraftstoff (Normal) l/100 km 6,9Motoröl l/1000 km nicht messbar

WARTUNG + REPARATUREN (Archivversion)

km-StandReifen hinten neu, Metzeler ME Z4 8458Reifen vorne neu, Metzeler ME Z4 10828Reifen vorne u. hinten neu, Metzeler ME Z4 19562Reifen hinten neu, Metzeler ME Z4 26542Reifen vorne neu, Metzeler ME Z4 29566Reifen hinten neu, Metzeler ME Z4 33163Bremsscheibe hinten neu (Garantie) 39464Reifen hinten neu, Metzeler ME Z4 40184Reifen vorne u. hinten neu, Bridgestone BT 020 46571Reifen vorne u. hinten neu, Continental Force Max 54412Reifen vorne u. hinten neu, Dunlop D 205 57730Reifen vorne u. hinten neu, Michelin Pilot Road 66365Bremsbeläge vorne neu 71923Reifen hinten neu, Michelin Pilot Road 72338Reifen vorne u. hinten neu, Pirelli MTR 23/24 79386Stand,- Abblendlicht- und Bremslichtbirne erneuert 82097Wälzlager Ritzel erneuert (Garantie) 82946Kupplung erneuert 83550Reifen vorne u. hinten neu, Pirelli Diablo 84500Bremslichtbirne erneuert 90196Reifen vorne u. hinten neu, Michelin Macadam 100 X 90413Elektrikdefekt (Kabelschaden) behoben (Garantie) 92555Reifen hinten neu, Michelin Macadam 100 X 96130

ZUSTAND (Archivversion)

Zylinderkopf: Sechs Ausslassventile leicht undicht, Nockenwellen, Tassenstößel und Ventilführungen sind in sehr gutem Zustand.Zylinder: Sämtliche Zylinder zeigen geringen Verschleiß, wobei der erste Zylinder oval verzogen ist. Kurbeltrieb: Der Kurbeltrieb befindet sich in gutem Zustand.Kraftübertragung: Während die Kupplungslamellen bei 80000 Kilometern gewechselt wurden, befinden sich Kupplungsnabe und Korb gemessen an der Laufleistung in gutem Zustand. Die Verzahnung von Vorgelegewelle und Kegelrad waren ausgeschlagen.Fahrwerk: Das Fahrwerk zeigt keinerlei Auffälligkeiten.

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