125er-Modelle: Gebrauchtberatung (Archivversion)

Die RT 125 kam im Jahr 2000, und mit
ihr kam MZ zurück. ýÿMZ is backýÿ lautete die Werbebotschaft. Die erste komplett in Zschopau entwickelte Konstruktion seit dem Mauerfall
besitzt einen freudig drehenden, modernen Vier-
takter mit Doppelnockenwelle, vier Ventilen und Sechsganggetriebe. Drum herum strickten die Sachsen ein völlig neues Fahrwerk, und mit ihrer großen und bequemen Sitzbank wirkte die Tourenmaschine von Beginn an eigenständig. Das ließ aufhorchen, selbst unter Motorradfahrern, die sonst mit 125ern nichts am Hut haben. Allerdings erging es der RT wie vielen Brot-und-Butter-Maschinen: Sie lösen nur wenig Emotionen aus. Unter Youngstern musste sich die 125er ihren Ruf als unproblematische und zuverlässige Begleiterin hart erarbeiten. Aber spätestens, wenn die
erste Freundin bequem als Sozia mitreist, ist das mäßige Image des Motorrads vergessen, und die technischen Qualitäten treten in den Vordergrund. Von denen es einige gibt: Drei
Liter Verbrauch auf 100 Kilometer, das klingt
gut für gestresste Geldbeutel. Oder die bissigen Bremsen mit Stahlflexleitungen ýÿ auch klasse. Ein stabiles und dennoch handliches Fahrwerk. Was will man mehr? Auf dem Gebrauchtmarkt ist ein gutes Exemplar mit etwas Suchen leicht zu finden, doch hat die neu rund 3500 Euro teure RT als bekanntermaßen zuverlässige
Größe auch gebraucht ihren Preis. Erwähnenswert: 2003 gab es noch eine Classic-Version mit Drahtspeichenrädern und Chromteilen. Technisch hat sich seit 2000 nichts geändert. Warum auch? Mit Zubehör wie Tankrucksack, Gepäckträger, Topcase oder Motorschutzbügel ist die RT nicht schön, aber praktisch. Und das ist gut so.

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