1979 Honda CB 900 F Bol D'or (Archivversion)

Mit ihr wurde Ducati zu Ducati. In der 750 GT debütierte der 90-Grad-V2 im Jahr 1971. Der Ventiltrieb des 50 PS starken Aggregats wurde – im Gegensatz zur aktuellen desmodromischen Ventilsteuerung – noch über eine Königswelle aktiviert. Bis heute gilt das von Ingenieur Fabio Taglioni gezeichnete, wegen der rechtwinkligen Zylinderanordnung auch L-Motor genannte Antriebskonzept als das Markenzeichen von Ducati. Selbst der V4-Motor des Bologneser MotoGP-Renners weist noch diesen Zylinderwinkel auf.

Im Grunde ist die Thruxton des Jahres 1969 nichts anderes als eine veredelte Triumph Bonneville. Von der 53 PS starken 650-cm³-Zweizylindermaschine wurden nur 55 Exemplare gebaut. Mit ihrem Namen erinnert sie an den Sieg zweier Triumph Bonneville bei einem der berühmtesten Langstreckenrennen jener Zeit, dem Thruxton 500 im Jahr 1962. Übrigens: Namensgeberin der Bonneville war der mit 311 km/h geglückte Weltrekordversuch von Triumph im Jahr 1955 auf den Salzseen bei Bonneville/Utah.

Die Yamaha zählt zweifellos zu den frühen Big Bikes, die Jagd auf die großen Tourenmaschinen besonders von BMW machen sollten. Dieser Vorgabe verdankt die 95 PS starke XS 1100 auch ihren Kardanantrieb. Mit dem 4.50er-Hinterradreifen stellte sie übrigens damals einen Rekord in Sachen Reifenbreite auf. Erst zwei Jahre später traute man sich – nicht zuletzt durch die bewiesene technische Standfestigkeit der XS – auf den Kickstarter zu verzichten.

Was der L-Motor für Ducati, ist der quer ein-gebaute V2 für Moto Guzzi. In der V7 wurde das ursprünglich für ein Militär-Dreirad konzipierte Triebwerk zum ersten Mal in einem Motorrad verwendet. Diesem Konzept ist der norditalienische Hersteller treu geblieben.

Nur etwas für schmerzfreie Naturen war die fürchterlich vibrierende, kräftezehrende und optisch mit Dirt-Track-Anleihen garnierte XR 1000. Doch gerade dieser gnadenlos raue Charakter, die limitierte Stückzahl – nur sieben Exemplare wurden offiziell nach Deutschland exportiert – und der mit damals 18000 Mark exorbitante Preis ließen diese Harley schon bei ihrer Präsentation zum Kultobjekt avancieren. Heute sind die 66 PS starken und ausnahmslos gut erhaltenen Maschinen rare Sammlerobjekte.

In der legendären Bol d'Or-Baureihe setzte Honda zum ersten Mal die Vierventil-Technik mit zwei oben liegenden Nockenwellen bei den hauseigenen Vierzylindern ein. Die Motoren zeigten sich unverwüstlich. Die zu jener Zeit nicht seltenen Fahrwerksschwächen plagten allerdings auch diese Neuentwicklung. Über das unterdimensionierte Fahrwerk, die qualitativ schlechten Lagerungen von Lenkung und Schwinge sowie schwere Comstar-Räder deckt die Legendenbildung den Mantel des Vergessens.

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