09.01.2008 Von: Stephan Edel
Erschienen in: 13/ 2008 MOTORRAD

30 Jahre Yamaha SR 500 Einzylinder mit vielen Gesichtern


In diesem Artikel: Yamaha SR 500

Yamaha SR 500

Jahre Yamaha SR 500: Nicht aus Pappe, oder doch?  

Foto: Archiv  

Die Yamaha SR 500 war und ist mit Sicherheit ein polarisierendes Motorrad. Manch einer mag sie gar nicht mehr sehen: Low-Tech-Eisenhaufen oder studentisches Klischee heißt es dann, und es werden Legenden von zurückschlagenden Kickstartern und horrendem Ölverbrauch ewig weitergesponnen. Vielleicht muss man sich irgendwie vor sich selbst rechtfertigen, wenn man auf kurviger Strecke von einem Motorrad abgehängt wird, das konstruktiv mehrere Jahrzehnte hinter dem eigenen zurück ist.


 50 Jahre Yamaha: Modell-Rückblick


Doch erstaunlich viele Fahrerinnen und Fahrer halten ihrem Eintopf die Treue – über 19000 Maschinen sind in Deutschland noch zugelassen, das ist immer noch jede Zweite aller jemals zugelassenen SRs. Es existiert eine rege, überwiegend in regionalen Interessengemeinschaften und Stammtischen organisierte Fangemeinde, auf die Fahrer manch anderer Modelle durchaus neidisch sein dürfen. Und in Japan wird die SR, aus Steuergründen mit nur 400 cm³ Hubraum, bis heute angeboten. Was ist also das Geheimnis eines Motorrads, das schon bei seiner Markteinführung 1978 als Retro-Bike konzipiert war, und trotzdem auch 30 Jahre später noch nicht zum Alteisen gehört?

Nein, das ist keine XT ...

Nein, das ist keine XT: Die Foto-Show zeigt tolle Umbauten und schöne Liebhabermodelle.  

Nachdem Yamaha ab 1976 mit der XT 500 den Enduro-Markt auf den Kopf gestellt hatte, wollten viele den simpel aufgebauten Einzylinder-Motor mit ordentlich Bums im unteren Drehzahlbereich auch in einer Straßenmaschine sehen. Yamaha kam dem Wunsch nach und präsentierte 1978 ein Motorrad, das sich dem einsetzenden Wettlauf um die modernste Motorradtechnik von Anfang an verweigerte.

Neben dem urtümlichen Motor waren Speichenräder, aufrechte Sitzposition und der Verzicht auf unnötigen technische Schnickschnack (wie Elektrostarter) die Merkmale des Klassikers aus der Retorte. Praktisch das einzige Zugeständnis an die Vernunft war eine einfache elektronische Zündverstellung, womit ein mögliches Zurückschlagen des schweren Kickstarterhebels abgestellt wurde, eine Angewohnheit, die bei schlecht eingestellten XTs noch zu finden war.


 Yamaha: alle News, Tests und Foto-Shows



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