60 Jahre Vespa (Archivversion) So ein Blech

Der Bann ist ungebrochen: Selbst mit 60 Jahren wirft das berühmte Blechkleid der Vespa noch keine Falten. Nur das Bild, das die Marketingstrategen von ihr zeichnen, hat sich in sechs Jahrzehnten stark verändert.

Oft strapaziert, selten angemessen: die Rede von der lebenden Legende. Auf die Vespa trifft sie tatsächlich zu. Der italienische Roller, der dieser Tage seinen 60. Geburtstag feiert, brachte ganze Generationen auf die Räder. Mindestens 16 Millionen Stück wurden bislang weltweit verkauft, wahrscheinlich sogar weit mehr – exakte Zahlen kennt angesichts der vielen Lizenz- und Nachbauten selbst der Mutterkonzern Piaggio nicht.
In 60 Jahren Vespa-Geschichte gab es 140 Modelle, der Roller erfuhr dabei – so rechneten fleißige Statistiker aus – mehr als 20000 Modifikationen. Mit drei PS, 98 cm3, Zweitaktmotor und Dreiganggetriebe startete die Vespa 98 im Jahr 1946 ihre einzigartige Karriere; das aktuelle Jubiläumsmodell Vespa GT 60° (oben links) verfügt über 250 cm3, Viertakt-Vierventilmotor und 22 PS. Optisch kehrte der ewige Roller nach ein paar eckigen Ausrutschern inzwischen zu den runden Formen der Nachkriegszeit zurück.
Stärker als die Vespa selbst änderte sich über die Jahre das Bild, das die Werbung von ihr zu prägen versuchte. Zunächst einzigartiges und billiges Fort-
bewegungsmittel für alle Zwecke, dann Alternative zum Auto, später Hippie-Vehikel und Sparbüchse, wurde die Vespa schließlich zum coolen Kultobjekt mit Stil und Eleganz. Wie wir wurden, was wir sind – sechs Jahrzehnte Vespa-Werbung geben darüber augenzwinkernd Auskunft.

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