Abgasuntersuchung Krad - AUK: Reportage (Archivversion) inter

Manfred Kaemmerer von Zweirad Know How ist Dozent
für Motorradtechnik und Ausbilder im
Auftrag der Handwerkskammern.

Wie sinnvoll ist die AUK?
Grundsätzlich bin ich für die
Abgasuntersuchung. Die Äußerungen mancher Prüfer, das sei Abzocke, halte ich für fatal. Wenn am Motorrad etwas nicht in Ordnung ist, sollte man das feststellen und den Fehler beheben. Bei den Bremsen beispielsweise gibt es
da keine Diskussion. Das Problem
ist, dass viele Motorradfahrer nur das als sinnvoll erachten, was der eigenen
Sicherheit dient. So empfinden die meisten die AUK nur als lästige Pflichtübung, die Geld kostet.
Und Ärger bringt?
Das war allenfalls in den ersten Tagen. Wenn sich die Sache eingespielt hat, dürften die meisten Probleme verschwinden. Die Einzigen, die eventuell weiterhin Probleme haben könnten, das sind paradoxerweise Besitzer von Fahrzeugen, die bereits nach Euro-3 zugelassen sind und die Schlüsselnummer 12 in den Papieren stehen haben. Wenn die auf einen zur Zeit noch zulässigen Nachrüstschalldämpfer ohne Kat umrüsten und dann mit einem eigent-
lich technisch korrekten Fahrzeug zur Prüfung fahren, fallen sie in der Regel durch. Aber von diesen 2006er-Modellen sind bislang nur gut 2000 Stück
zugelassen. Kommen die in zwei Jahren zur AUK, muss ein G-Kat drin sein, sonst gilt ihr Fahrzeug als illegal, weil sie keine Chance haben, die Grenzwerte zu erreichen.
Die Hersteller können eigene Grenzwerte festlegen. Relativiert das nicht das Argument, die AUK diene dem Schutz der Umwelt?
Nein. Momentan mag der direkte Nutzen vergleichsweise bescheiden sein. Denn höchstens fünf Prozent der Fahrzeuge werden bei der Abgasuntersuchung negativ auffallen. Man wird also nur die schlimmsten Dreckschleudern entdecken. Außerdem schaffen wir jetzt die Infrastruktur, und der
Gesetzgeber wird ab 2010 sicher schärfere Werte vorgeben, auf Grundlage der Euro-4-Norm und der bis dahin ermittelten Messergebnisse. Für die Masse des Bestands, die Maschinen, die vor der Euro-1, also vor 1999 zu-
gelassen wurden, haben wir ja keine Richtwerte hinsichtlich des Abgasverhaltens. Beim Motorrad wird die Entwicklung – erst laxe, dann immer strengere Grenzwerte – ähnlich verlaufen wie beim Auto, nur dass sie keine 20 Jahre
dauern wird.

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