Alle mal herschauen (Archivversion) Alle mal herschauen

Nicht nur Ducati produziert in Bologna, nein, auch der kleine Hersteller Italjet baut dort seine Roller. Dessen Supersportler Dragster, mit Achsschenkellenkung und filigranem Gitterrohrrahmen ausgestattet, fand schon in der 50er Version viele Bewunderer. Beim einschlägigen Roller-Publikum sowieso, aber auch unter Motorradfahrern, die jedoch nach einer stärkeren Motorisierung verlangten.Die können sie jetzt haben: Italjet läßt sich mittlerweile mit Triebwerken von Piaggio beliefern, und so so bieten sie neben dem kleinen Dragster nun ein Modell mit 125 und eins mit 180 Kubikzentimetern Hubraum an. Letzteres soll stolze 19 PS leisten. Der vollgetankt 126 Kilogramm schwere 180er zieht schon fast motorradmäßig los: Aus dem Stand beschleunigt der Roller in 6,3 Sekunden auf 80 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 122 km/h.Damit das Fahrwerk mithält, verlängerten und verstärkten die Italjet-Techniker den Rahmen, tauschten die Trommelbremse hinten gegen eine Scheibenbremse aus und ersetzten das 12 Zoll große Hinterrad durch eins mit 13 Zoll. Dennoch fährt sich dieser nicht besonders handliche Über-Roller sehr kippelig, zudem reagiert er bei höheren Geschwindigkeiten empfindlich auf Spurrillen. Ebenso wie auf das Bremsen in Schräglage, was er mit spürbarem Aufstellmoment quittiert. Die Verzögerungswerte sind durchaus akzeptabel, aber die Dosierbarkeit und der Druckpunkt der vorderen Bremsscheiben lassen zu wünschen übrig. Gottlob entschädigt der 6590 Mark teure Dragster für diese Eigenheiten mit seinem Show-Effekt. Zugegeben, eine Achsschenkellenkung bringt bei einem Roller technisch eigentlich gar nichts, aber dafür macht sie richtig was her, ebenso wie der farblich abgesetzte Gitterrohrrahmen.

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