Aprilia RS 125 (Archivversion)

So wie die Italiener es verstehen, dass der Kaffee einen Tick besser schmeckt, der Anzug perfekt sitzt und die Schuhe einen Hauch mehr Stil haben, so gelingt es ihnen auch, ihren Motorrädern deutlich mehr Emotion einzuhauchen. Schließlich träumt man ja gerne mal, etwa von heißblütigen Überholmanövern oder Siegerposen beim Zieleinlauf. Aprilias RS 125 kommt direkt von der Rennstrecke, versprüht mit ihrem feinen Alu-Chassis, der üppigen Upside-down-Gabel und riesigen Bremsscheiben viel Grand-Prix-Esprit. Ungedrosselt bis zu 30 PS Leistung, damit lässt sich auch nach dem Erwerb des „großen“ Führerscheins sehr gut leben, so dass die Aprilia nicht nur in der Leichtkraftrad-Szene ein Zuhause hat. Auf dem Markt ist die exklusive und als Neuanschaffung extrem teure (über 5000 Euro) Zweitakt-125er jedenfalls gut vertreten. Seit 1992 hat die Maschine schon allein durch ihr hochsportives Auftreten massenhaft Jung-Einsteiger zum Aufsatteln animiert. Das Fahren – standesgemäß Vollgas zu heizen – löst ebenfalls Hochgefühle aus, denn kaum eine andere 125er bietet so viel Potenzial, seine Fahrkünste auszureizen. Generell gilt die RS als solide und qualitativ hochwertig, allerdings frisst der temperamentvolle Rennmotor verglichen mit braven Viertaktern einem buchstäblich die Haare vom Kopf. Nach dem Rausch kommt eben der Kater: Vollgas-Etappen werden mit einem Spritkonsum von bis zu acht Litern auf 100 Kilometer plus Ölanteil quittiert. Kolben, Zylinder und Dichtungen gehören alle paar Tausend Kilometer geprüft und oftmals getauscht. Eine größere Motor-Revision inklusive Kurbelwellenlager-Tausch (rund 1000 Euro) steht bei spätestens 24000 Kilometern an. Da poltern die Münzen nur so aus dem Geldbeutel. Nun ja, wer große Liebe will, darf halt nicht knickrig sein.


Plus
Qualität hochwertig
Fahrwerk stabil mit üppig dimensioniertem Alu-Rahmen
Emotionsfaktor hoch

Minus
Gebrauchtpreise tendenziell überteuert
Nebenkosten schlagen ordentlich zu Buche
Verbrauch bis zu acht Liter/100 km


Marktsituation
Der Secondhand-Markt für die RS ist riesig. Wobei in der Regel eine Vielzahl von Vorbesitzern die Maschinen gefahren (und leider oftmals auch malträtiert) haben. Gute Angebote an gepflegten, regelmäßig von Profis gewarteten Exemplaren sind sehr überschaubar. Als Daumenregel gilt: Unter 1000 Euro wird fast nur Schrott geboten, bis 2000 Euro finden sich vereinzelte Händlerangebote sowie ordentliche Privatofferten (ab Baujahr 2000, unter 10000 Kilometer) mit Scheckheft, über 3000 Euro wird’s schwer, eine gebrauchte RS loszuschlagen.


Daten (Baujahr 2005)
Wassergekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor, 125 cm³, 21 kW (29 PS) bei 10500/min, Gewicht 141 kg, Zuladung 176 kg, Tankinhalt/Reserve 14/3,5 Liter, Sitzhöhe 815 mm, Höchstgeschwindigkeit 155 km/h, Verbrauch 4,3 l Super/100 km, 0,5 l Öl/1000 km


Internet
Fansites: www.aprilia-forum.de, www.youngbiker.de
Gebrauchtangebote: http://markt.motorradonline.de/bike58.htm

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