Aprilia RSV 1000 R Factory (VT) (Archivversion) jürgen fuchs

Leistung ist durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr. Sagen zumindest ein paar Kumpels von mir. Aber den Beweis – durch schnellere Rundenzeiten zum Beispiel – blieben sie bislang schuldig. Selbst im Rennsport tendiert die Entwicklung klar in Richtung Fahrbarkeit. Spätestens seit der Einführung der MotoGP-Klasse wurde deutlich, dass Fahrbarkeit durch nichts zu ersetzen ist – außer durch eine noch bessere! Die Abstimmungsarbeit in der Königsklasse besteht derzeit im gezielten Drosseln oder Verschieben der Leistung, da sonst in manchen Streckenabschnitten kein Mensch mehr die Mega-Power kontrollieren könnte.
Mehr Power und bessere Kontrollierbarkeit – das unter einen Hut zu bringen, ist den Herstellern bei den neuesten Straßenbikes gelungen. Ein schwieriger Spagat, den die Kawasaki, die in jeder Lebenslage über Druck im Überfluss verfügt, meiner Meinung nach auf eindrucksvolle Art meistert. Bei der Honda stören die heftigen Lastwechselreaktionen nicht nur im Alltag, sondern sogar bei der Zeitenjagd auf der Piste.
Der Motor der Suzuki ist immer noch vom Feinsten. Nur dürfte die
GSX-R 1000 insgesamt etwas schlanker werden. Die Yamaha überraschte
mich mit ihrer soften und komfortablen Auslegung als Spaßmobil der Landstraße, während die Drehzahlgier auf der Rennstrecke etwas
stressig war.
Der Performance-Sprung der japanischen Vierzylinder ist zwar aller
Ehren wert, dennoch können sie mit der Charakterstärke der Zweizylinder nicht mithalten. Auf der Rennstrecke sinkt deren Konkurrenzfähigkeit
allerdings dramatisch.
Stellt sich nur die Frage, ob Hobby-Racer das Potenzial der neuen
Vierzylinder überhaupt nutzen können. Ich will ja niemanden unter Druck setzen. Aber am Material liegt’s jetzt wirklich nicht mehr. Leistung, Fahrbarkeit, Grip und vor allem Vernunft seien mit Euch!

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