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Große Tourer haben bei Yamaha eine lange Tradition: XJ 900, FJ 1100/1200 und Diversion 900 bilden die Ahnenreihe der 2001 vorgestellten FJR 1300. Mit 144 PS, einem Brückenrahmen aus gegossenem Aluminium sowie einem bis auf die hintere Druckstufe vollständig einstellbaren Fahrwerk gab und gibt die FJR dem interessierten Touristen einen ordentlichen Schuss Sportlichkeit mit auf den Weg. Die Ausstattung mit Koffern wurde von Anfang an in die Konstruktion einbezogen, wenngleich die Behältnisse erst ab Modelljahr 2004 serienmäßig waren. Das Ergebnis: Ähnlich wie eine BMW sieht die FJR mit Plastik am Heck fast besser aus als ohne. ABS gab es erst zur Modellpflege 2003, dann aber serienmäßig. Ingesamt hat Yamaha über die Jahre wenig geändert. Die elektrisch verstellbare Scheibe wurde modifiziert, die Verkleidung bekam ein zusätzliches Staufach. Den sehnlichsten Wunsch aller FJR-Freunde, die Senkung des hohen Drehzahlniveaus durch einen sechsten Gang, konnten oder wollten die Japaner bis heute nicht erfüllen. Zweiter Kritikpunkt sind die bei zügiger Fahrweise – und zu der verführt die agile FJR – besonders im Soziusbetrieb früh aufsetzenden Fußrasten. Ansonsten ist die Besatzung langstreckenkompatibel untergebracht. 400 Kilometer Reichweite sind ebenfalls artgerecht. Mechanisch gibt es an der Yamaha wenig auszusetzen, einen Dauertest über 100000 Kilometer (MOTORRAD 23/2003) steckte sie klaglos weg. Einige Exemplare in Kundenhand litten unter defekten Ventilführungen, die Reparaturen erledigte Yamaha auch nach der Garantiezeit meist kulant. 2006 gab es eine Rückrufaktion, bei der der Drosselklappensensor ausgetauscht wurde. Ein defekter Sensor machte sich durch Absterben des Motors nach längerer Zeit im Leerlauf bemerkbar. Generell gilt: Unter den großen, luxuriösen Tourern ist die FJR mit Abstand der sportlichste.

Plus

Motor bärenstark, zuverlässig, langlebig
Fahrdynamik näher am Sportler als am Tourer
Ausstattung komplett, jedoch ohne Schnickschnack wie Radio

Minus

Drehzahlniveau durch fehlenden sechsten Gang hoch
Schräglagenfreiheit besonders im Soziusbetrieb sehr gering

Die Angebote im gesuchten Preisrahmen sind in der Regel ab Baujahr 2004, das bedeutet, ABS und Koffer gehören zur Serienausstattung. Bis einschließlich Modelljahr 2003 kosteten die Behältnisse rund 700 Euro Aufpreis, vor 2003 gab es kein ABS. Etwa zwei Drittel der FJR stehen bei Händlern, doch angesichts der Zuverlässigkeit stellt auch der Kauf eines gepflegten Exemplars aus Privathand kein großes Risiko dar. Die seltene halbautomatische Version AS (ohne Kupplungshebel) wird unter 10000 Euro noch nicht angeboten. Darauf achten, ob die Rückrufaktion zum Drosselklappensensor durchgeführt wurde.

(Modelljahr 2003)

Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 1298 cm³, 106 kW (144 PS) bei 8000/min, Gewicht 283 kg, Zuladung 193 kg, Tankinhalt 25 Liter, Sitzhöhe 800 mm, Höchstgeschwindigkeit 245 km/h, Verbrauch (Land-straße) 4,9 l/100 km, Normal

6/2001 (FB), 9/2001 (TT), 11/2001 (KV), 7/2002 (VT), 11/2002 (LT-ZB), 6/2003 (T), 13/2003 (VT), 23/2003 (LT), 11/2005 (VT), 15/2005 (GK), 6/2006 (T), 11/2006 (FB) (Automatik), 15/2005 (VT), 4/2007 (GK), 18/2007

FB = Fahrbericht, KV = Konzeptvergleich, TT = Top-Test, VT=Vergleichstest; LT-ZB = Langstrecken-Zwischenbilanz, T = Test, GK = Gebrauchtkauf; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229

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