Ausgezählt: Motorrad-Markt 2007 Weiß-Blau vor Blau-weiß-blau

Grafik; MPS; Quelle: KBA/MPS-Berechnungen.
Alle Jahre wieder das gleiche Spiel: Wer hat nach zwölf Monaten die meisten Motorräder in Deutschland verkauft? Nun, der Pokal für die Marke mit den meisten Motorrad-Verkäufen geht fürs Jahr 2007 an BMW: 22065 Maschinen mit dem weiß-blauen Propeller auf dem Tank bedeuten mit 18,29 Prozent aller verkauften Motorräder die Marktführerschaft. Dicht dahinter läuft Suzuki ein, mit 21025 Maschinen und 17,42 Prozent Marktanteil. Beide Marken legten in dem insgesamt leicht rückläufigen Markt zu und konnten sogar mehr verkaufen als 2006.

Was für Honda nicht gilt. Der Weltmarktführer landete hierzulande bloß auf dem dritten Platz, verkaufte nur 18434 Motorräder, satte 2690 weniger als 2006. Macht 15,28 Prozent Marktanteil. Anders sieht es aus, wenn man auch 125er und Roller ab 125 cm³ dazuzählt, also alles, was ein großes, echtes Nummernschild trägt. Dann kommen von und für Honda noch einmal 5677 125er, 2966 Leichtkraftroller und 270 Großroller hinzu. Macht also unterm Strich 29767 Hondas über 50 cm3 und damit die unangefochten Platz eins im Gesamtmarkt. Allein die zierliche, günstige CBR 125 fand allein 2869 Käufer.
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Grafik: MPS; Quelle: KBA/MPS-Berechnungen.
Doch zurück zu den Motorrädern: Auf den Rängen vier und fünf liegen Yamaha und Kawasaki, beide japanischen Marken hat es hart gebeutelt. Sie kamen 2007 nur noch auf 12,26 und 9,74 Prozent Marktanteil: Yamaha verkaufte 14788, Kawasaki 11756 Motorräder. Ein deutliches Minus hier wie dort.

Da ist Harley-Davidson auf Platz sechs gar nicht mehr so weit dahinter: 6431 Maschinen und 5,33 Prozent Marktanteil. Und nicht wenige Harley-Händler sollen bereits im Spätsommer ausverkauft gewesen sein ...

Auf den Plätzen sieben und acht folgen KTM und Triumph. Während die Österreicher von 2006 auf 2007 praktisch konstant blieben (4877 auf 4851 Neuverkäufe), konnten sich die Briten stark steigern. Neue Modelle, wie Tiger und Street Triple rissen die Verkaufszahlen von 2719 auf 3476.
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Grafik: MPS; Quelle: KBA/MPS-Berechnungen.
Es folgt eine italienische Troika auf den Plätzen neun (Ducati), zehn (Aprilia) und elf (Moto Guzzi). Buell auf dem 12. Rang ist der letzte Hersteller, der noch vierstellig verkaufen konnte: 1044 Maschinen. Danach folgt, na? Hyosung vor Royal Enfield und Moto Guzzi. Die koreanischen Preis-Leistungs-Kracher und die indischen Oldtimer ab Werk finden also mehr Käufer als die Edelrenner von MV ...

Fast im Widerspruch dazu stehen die großen, allgemeinen Trends im Markt: die Deutschen wollen es fett! Während nämlich alle Hubraumklassen verlieren, können allein die Big Banger ab 1250 cm3 deutlich zulegen, um knapp 30 Prozent. Bei den Segmenten verlieren Sportler und Supersportler, Tourer und Sporttourer, Allrounder und Naked Bikes. Einzig Chopper und Cruiser, Enduros und Supermotos waren 2007 deutlich beliebter als 2006.

Und noch ein Wort zum Ranking der einzelnen Typen: Am besten verkaufte sich wie in den Vorjahren, gähn, die BMW R 1200GS (6909 Exemplare). Dahinter folgen Honda CBF 1000 (3627mal) und Yamaha FZ6/Fazer (3460).

Weitere Auffälligkeiten des Jahres 2007: Kraftroller über 125 cm³ liegen voll im Trend. 8746 von ihnen kamen neu auf die Straßen, ein Plus von 34,8 Prozent. Bestseller mit 1723 Exemplaren ist der Vespa GTS 250, der auch bei MOTORRAD im Dauertest über 25000 Kilometer lief; die Ergebnisse werden in MOTORRAD 5/2008 nachzulesen sein.

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