Benelli verkauft Die Chinesen kommen

Foto: Cheadle
Nach langem Hin und her ist es vollbracht: Der italienische Hersteller Benelli hat einen neuen Besitzer, und zwar die Qianjiang-Gruppe. Dabei handelt es sich um den führenden chinesischen Zweiradhersteller mit 12 000 Beschäftigten und einer Jahresproduktion von rund zwei Millionen Motoren und etwa einer Million Zweiräder, hauptsächlich Roller.

Benelli war in die Krise geraten, als sich der bisherige Eigner Andrea Merloni , 37, Ende 2004 zurückzog und nach einem zehnjährigen Intermezzo in der Motorradbranche zum Familienunternehmen Indesit zurückkehrte, dem drittgrößten europäischen Hersteller von Haushaltsgeräten.

Die Zukunft des kleinen Zweirad-Herstellers Benelli schien ungewiss, die Produktion wurde im Sommer vorläufig eingestellt, der Großteil der Angestellten auf Kurzarbeit Null gesetzt. Als potenzieller Käufer tauchte dann der russische Millionär und Jung-Unternehmer Nikolai Smolenski auf, mit dem Merloni einen Vorvertrag unterzeichnete. Doch Smolenski wollte die Produktion offenbar aus dem Werk Pesaro an der italienischen Adria-Küste ins englische Blackpool verlagern, wo ihm die Sportwagenschmiede TVR gehört. Das wiederum rief die italienischen Gewerkschaften und die Gemeinde Pesaro auf den Plan. Unter deren Druck nahm die Merloni-Gruppe ihre Verhandlungen mit den Chinesen wieder auf, die ihrerseits bereits im Frühjahr konkretes Interesse an Benelli angemeldet hatten.

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