Bernhardt + Röhrich BMW R 1200 GSR (Archivversion) DRUCKSACHE

Es ist nicht so, als wäre eine R 1200 GS mit 98 PS schlecht motorisiert. Dennoch gibt es BMW-Boxer-Freunde, die an Leistung nicht genug bekommen können. Denen kann geholfen werden.
BMW-Vertragshändler Bernhardt + Röhrich aus Sinn bei Herborn kümmert sich schon seit Jahren um die Leistungssteigerung von Boxermotoren. Aktuell um die der 1200er-Antriebe. 125 PS soll die auch fahrwerksseitig aufgepeppelte R 1200 GSR, wie der hessische BMW-Händler sie bezeichnet, an Spitzenleistung bringen sowie rund 125 Nm bei 6000/min auf die Kurbelwelle wuchten. Und zwar ganz legal mit TÜV und Euro-3-Segen.
Um das zu erreichen, trieb man einigen Aufwand. Speziell von Bernhardt + Röhrich entwickelte und in Auftrag gegebene No­cken­wellen sowie Kolben bilden den Grundstock der fast 30-prozentigen Leistungssteigerung. Für das passende Motor­management kooperierte man mit DS-Motor­sport aus Freudenberg nahe Siegen, einem renommierten Tuner aus dem Motorsport, der auf langjährige Erfahrung mit »Chiptuning« zurückgreifen kann. Schwieriger war es, einen Auspuffhersteller zu finden, da der eine heikle Aufgabe zu bewältigen hatte: nämlich einen ansehnlichen Schalldämpfer zu entwickeln, der den groß­flächigen Kat zur Erfüllung der Euro-3-Norm unterbrachte. Man fand ihn mit SR-Racing in 86529 Schrobenhausen.
Angenehm dumpf grollt die GSR aus dem Endtopf. Statt Super verlangt der leistungserstarkte Motor nun nach Super Plus und unterstreicht seine harte Verbrennung durch einen etwas unrunden Leerlauf. Trotzdem hängt der Boxer zunächst sanft am Gas, dreht sauber hoch, entwickelt konstant steigend seine Leistung. Ganz so wie die Original-GS. Doch dann, wenn die Drehzahlmessernadel die 5500er-Marke passiert, wird die GSR bei voller Beschleunigung zum Tier. Ohne Unterlass hämmert der Boxer weiter, um erst bei 8300/min Ruhe zu finden. In atemberaubenden Tempo ist die getunte GS auf Tacho 220 (Serie: 205). Ein paar Messwerte: Von null auf 140 km/h benö­tigt die getunte GS gerade mal 5,8 statt 6,6 Sekunden. Und auch die Durchzugswerte fallen einen Tick besser aus. Für die Beschleunigung im letzten Gang von 60 auf 100 km/h braucht die GSR 4,1 Sekunden, das sind 0,6 Sekunden weniger als die Serienmaschine.
Die Leistungsmessung fiel nicht ganz so glanzvoll aus. Statt 125 stemmte die R 1200 GSR nur 120 PS auf die Rolle. Und mit 122 Nm entsprach auch das maximale Drehmoment nicht ganz den Angaben. Trotzdem kann sich die Leistungssteigerung um 22 PS in Verbindung mit den guten Fahrleistungen sehen lassen. 3750 Euro kostet das Motor-Tuning.
Für die von Bernhardt + Röhrich auf­gebaute R 1200 GSR sind damit die Umbau-Maßnahmen noch nicht abgeschlossen. Mit 17-Zoll-Rädern aus der R 1200 S und straff abgestimmten Wilbers-Feder­elementen vorn und hinten fährt sich das Motorrad sportlicher, präziser, aber auch unkomfortabler als das Original. Ein Effekt, der durchaus gewollt ist. nk

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