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Best Brands 2013 Mehr als nur ein Bonus

An die Spitze zu kommen ist schwer, vorn zu bleiben noch viel mehr. Die MOTORRAD-Leser erwiesen sich bei der achten Umfrage nach den Best Brands im Rahmen der Wahl zum Motorrad des Jahres 2013 erneut als loyales, aber auch kritisches Publikum.

MOTORRAD-Leser wissen mehr - das beweisen Sie Jahr für Jahr bei der großen MOTORRAD-Leserwahl "MOTORRAD des Jahres". Sie bewerten dabei nicht nur Motorradmarken, sondern auch die Marken der Zubehör- und Zulieferbranche im Motorradmarkt.

So haben wir auch 2013 unsere Leser nach ihrer Meinung zu zahlreichen Produkten und Dienstleistungen rund ums Motorrad befragt. 30 245 Teilnehmer haben mitgemacht und die „Best Brands 2013“ gewählt - ein großartiges Ergebnis. Das ist die Basis für Europas größte Marktforschung im Motorradmarkt.

Die „Best Brands“, sprich die besten Marken des Jahres 2013, wurden in 20 Produktkategorien ermittelt. Ob Helme, Stiefel, Reifen, Bremsbeläge, Kettensprays, Filialketten oder Navigationsgeräte, in allen Kategorien wurden Sieger und Platzierte von Ihnen, liebe Leser, gewählt, teils mit deutlichem Vorsprung und teils mit sehr knappen Abständen. Zum achten Mal seit 2006 geben die MOTORRAD-Leser in dieser Form ihr Votum ab.

Das Ansehen einer Marke baut sich aus vielen Faktoren auf. Die Produktqualität, der Sympathiewert, die Serviceorientierung, die Testergebnisse, die Medienpräsenz sowie Marketing- beziehungsweise Werbemaßnahmen und viele weitere Faktoren beeinflussen das Bild einer Marke ganz wesentlich. Um bei der Best Brand-Wahl möglichst weit vorne zu landen, muss die Marke dieses Gesamtbild permanent pflegen. In diese Mühe zu investieren lohnt sich, wie die hier folgenden Ergebnisse zeigen.

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Foto: Archiv
Die Testsieger in der Gesamtübersicht.
Die Testsieger in der Gesamtübersicht.

Mehr als nur ein Bonus

Bei der achten „Best Brand“-Leserwahl hat sich wieder einmal gezeigt, dass man sich die Lorbeeren heutzutage schwer erkämpfen muss. Die MOTORRAD-Wählerschaft setzte, wie immer mit Fachwissen und eigenen Erfahrungen ausgestattet, ihre Kreuzchen hinter die einzelnen Marken. Manch ein Hersteller büßte dabei Punkte ein, vier verloren ihren Spitzenplatz auf der Beliebtheitsliste. Erfreulich auffällig ist, dass dafür deutsche Firmen die Gewinner sind. Metzeler hat Michelin bei den Reifen übertrumpft, und die Textilbekleidung von BMW übernahm von Dainese wieder das Zepter.

Wie geschätzt Qualität „made in Germany“ ist, zeigt sich auch daran, wie konstant Daytona, Held, Schuberth, Schwabenleder und auch der Werkzeughersteller Hazet mit teilweise überwältigenden Prozentzahlen seit der Umfragen-Premiere vor acht Jahren an erster Stelle stehen. Die Handschuhe von Held erhielten diesmal fast doppelt so viel Zuspruch wie die Fingerlinge der zweitplatzierten Firma Alpinestars, obwohl bei der Abstimmung Mehrfachnennungen möglich waren. Für sämtliche Preisträger und ihre Konkurrenten geht es nun in die nächste Runde - und die steckt voller Arbeit.

Wer nicht ständig am Kabel zieht und überzeugende Innovationen auf den Markt bringt, ist auch ganz schnell weg vom Fenster. Bei der Preisverleihung in Stuttgart wurde der ganze Stress aber für einen Abend verdrängt und stattdessen der erzielte Erfolg genüsslich gefeiert.

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Foto: Gramm

1. Claus Hämmer (Schwabenleder)
2. Marc Kast (Garmin)
3. Igor Akrapovic (Akrapovic)
4. Marco Todeschini (Brembo)
5. Uwe Geyer (Metzeler)
6. Marcus Schardt (MOTORRAD)
7. Wim Peters (Öhlins)
8. Kay Blanke (Louis)
9. Marc-Thorsten Lenze (Schuberth)
10. Markus Held (Held)
11. Herbert Schwarz (Touratech)
12. Henning Putzke (BMW)
13. Fabio Muner (Dainese)
14. Jochen Schanz (Touratech)
15. Martin Wickert (Touratech)
16. Stefan Wind (Dr. Wack)
17. Matthias Schröter (MOTORRAD action team)
18. Reinhard Frey (Daytona)

Alles ist möglich

Es herrscht Bewegung in der Marken-Beliebtheit wie lange nicht. Ein Fünftel der bisherigen Platzhirsche, das sind genau vier Marken, wurden dieses Jahr vom Sockel gestoßen. Andere wiederum legten in der Lesergunst noch weiter zu und sind der Konkurrenz mittlerweile um Längen voraus.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und die Spezies der Motorradfahrer gehört dazu. Hat sie sich einmal für ein Produkt oder eine Marke entschieden, ist viel Überzeugungsarbeit nötig, um ihre Meinung zu ändern. Unsere aktuelle „Best Brand“-Leserumfrage hat jedoch gezeigt, dass nichts unmöglich ist. Ein paar Spitzenreiter auf der Lieblingsskala sind zwar nicht zu toppen, aber die Konkurrenz schläft nicht.

Foto: Sdun

Auspuff: Akrapovic

Dass Akrapovic beim Wähler fast 50 Prozentpunkte mehr erreicht als die Konkurrenz, ist eine klare Ansage. So viel Vorsprung hat bei der Leserwahl kein anderer Hersteller. Aber was ist das Geheimnis der Auspuffanlagen aus Slowenien, die mitten in der Pampa auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien gebaut werden? Ja, es ist das Zusammenspiel von Titan und Karbon, exakten Schweißnähten und einem Sound, der einem die Schmetterlinge im Bauch tanzen lässt.

Ex-Rennfahrer Igor Akrapovic hat alles richtig gemacht, als er seine Vorstellungen vor gut 20 Jahren in die Tat umsetzte, sich aus Frust über das vorhandene Angebot einen eigenen Auspuff bastelte und seine kleine Bude zum Imperium hochzog, dessen Auspuffe auch längst in der MotoGP und im Automobilrennsport für Glückseligkeit sorgen. Was dort angesagt ist, funktioniert auf der Straße sowieso. Akrapovic zu fahren ist Prestigesache, und dafür macht der geneigte Kundenkreis auch gerne ein paar Kröten extra locker. Die konkurrierenden Anbieter blicken dabei etwas beschämt in die Röhre, aber ändern können sie die Situation nur selbst.

Foto: Hersteller

Bremsbeläge: Brembo

Wer sich im dichten Dschungel auf die Suche nach Bremsbelägen begibt, stoppt automatisch bei Branchenprimus Brembo. Nachdem ihm die Wähler im vergangenen Jahr einen Prozentpunkt abgeknöpft hatten, gab es heuer wieder drei dazu. Brembo steht nun einmal für Bremse wie Tempo für das Taschentuch. Und das hat sich millionenfach bewährt. Motorradfahrer bevorzugen Dinge, die sie kennen, denen sie vertrauen und die einen bekannten Namen tragen.

Bei Bremsen sind keine Experimente gefragt. Brembo kennt man schon aus Autos und seit 1975 auch als Formel-1-Partner. Natürlich lässt es sich auch mit anderen Marken hervorragend bremsen, aber allein Lucas/TRW kann sich auf dem Markt als Konkurrent von Brembo wähnen. Die anderen sind dagegen Nischenhersteller, auf die eher Insider abfahren.

Foto: Öhlins

Fahrwerks-Tuning: Öhlins

Hier wird ganz deutlich, wie der Rennsport die Serienversionen der Motorräder auf der Straße befruchtet. Hobbypiloten mit Hang zur Rennstrecke, Motocross-Freaks und Individualisten toben sich für gewöhnlich bevorzugt in diesem Metier aus. Dabei bleiben die Öhlins-Komponenten auch weiterhin das Maß der Dinge. Die gold-eloxierten Schweden-Teile, auf die auch die Stars in der MotoGP, der Superbike-WM und in der MX-Szene stehen, rangieren seit der ersten Leserwahl auf dem ersten Platz. Größter Stolz der Skandinavier ist das TTX-Konzept, mit dem sich das Fahrwerk in Druck- und Zugstufe per Knopfdruck einstellen lässt. Wilbers behauptet sich mit Federbeinen und Tieferlegungssätzen auf dem zweiten Rang. Chef Benny Wilbers ist ebenfalls in der Rennszene verwurzelt.

Im eigenen Racing Team schickt er Stefan Nebel und Lucy Glöckner in der Superbike-IDM auf einer BMW HP4 an den Start. Deutsch gesprochen wird auch auf dem dritten Platz: WP-Suspension aus Österreich ist mit den weißen Federn an den Federbeinen eine feste Bank auf dem Podest.

Foto: Louis

Filialisten: Louis

Die wachsende Begeisterung am nunmehr achtfachen Umfrage-Sieger Louis hat die Kluft zum Zweitplatzierten Polo noch mehr vergrößert. In über 70 Stores in Deutschland und Österreich kann der Kunde shoppen, was das Zeug hält und irgendetwas mit Bikes zu tun haben könnte, Schnäppchen inklusive. Die Giga-Stores in Großstädten wie Hamburg, Essen, Berlin, Hannover, Dortmund, Dresden, Stuttgart und Wien sind ein wahres Mekka für Zubehör- und Ersatzteilsuchende.

In einigen Stores gibt es sogar Windkanäle, in denen es stürmt, als sei man mit 120 km/h auf dem Motorrad unterwegs. Interessenten können hier an Helmen und Bekleidung austesten, ob es irgendwo ruckelt, flattert oder zieht. Durch die offene Bauweise des Windkanals kann allerdings jeder zuschauen, was dort abgeht. Das macht die Prozedur nicht nur für den potenziellen Käufer, sondern auch für weitere Kundschaft zum amüsanten Event. Die anderen Filialisten haben hingegen noch mehr Punkte eingebüßt, nur die Motorrad-Ecke ist um 0,8 Prozent nach oben geklettert.

Foto: Touratech

Gepäcksysteme/Koffer: Touratech

Touratech hat die Kunst am Koffer nach Meinung der MOTORRAD-Leser am besten drauf. Seit 2010 wählen sie das Unternehmen in dieser Kategorie auf den ersten Platz. Nicht ganz unschuldig daran ist der Aluminiumkoffer ZEGA. Er hat zwar seit seiner Premiere schon über 20 Jahre auf dem Buckel, glänzt aber in der Wüste wie auch im Großstadtrevier immer wieder neu. Die neueste Variante des Bestsellers, den es auch mit eloxierter Außenhaut gibt, passt auf fast alle Kofferträger. Die Gepäcksysteme von Hepco-Becker kamen knapp geschlagen auf den zweiten Platz. Die Platzhirsche bieten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Trotzdem bekommen auch die Verfolger ein Stück vom großen Kuchen ab, denn die Ansprüche vom Scooter- bis zum Tourenfahrer sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und gewisse Motorräder verlangen auch nach einem gewissen Stil. Die Konkurrenz belebt die Szene, was sich auf die gegebenenfalls mit Luxus verbundenen Möglichkeiten des Gepäcktransports auch zukünftig positiv auswirken dürfte. Integrierte Trolley-Mechanismen haben den Anfang gemacht.

Foto: mps-Fotostudio

Handschuhe: Held

Unangefochten führt die deutsche Firma Held die Beliebtheitsskala zum achten Mal an - mit nahezu doppelt so vielen Punkten wie der Zweitplatzierte Alpinestars. Im Familienunternehmen Held ziehen alle am gleichen Strang, seitdem sich Edgar Held sr. mit seiner Frau Erna nach Kriegsende mit der Produktion von Straßen-, Auto- und Motorradhandschuhen selbstständig machte. Der große Durchbruch gelang den Allgäuern 1983, als sie mit dem fünffachen Weltmeister Toni Mang einen vollkommen neuartigen Rennhandschuh entwickelten.

Inzwischen liefert Held seine Produkte in alle europäischen Länder sowie nach Asien, USA und Südamerika. Die Qualität „made in Germany“ kommt sehr gut an. Für die Spezialnaht, die Ober- und Unterseite eines Handschuhs verbindet, ist pro Stück etwa 30 Minuten präzise Handarbeit nötig. Zurückgekehrt aufs Podium, und dabei nur einen Hauch hinter Alpinestars liegend, ist die über den Filialisten Polo vertriebene Marke Reusch aus Reutlingen.

Foto: MPS-Fotostudio

Helme: Schuberth

Mit Schuberth darf sich ein weiterer deutscher Hersteller zum achten Mal als Sieger in seiner Kategorie feiern lassen. Vor einem Jahr sah es so aus, als ob die Luft zur asiatischen Shoei-Konkurrenz dünn würde, doch genau das Gegenteil ist eingetreten. Statt 1,7 beträgt die Lücke zwischen beiden nunmehr wieder 5,3 Prozentpunkte. Trotz ihrer feschen Optik und des beschlagfreien Pinlock-Visiers konnte der Shoei-Kopfschutz den Schuberth-Helmen, die als Einzige ein Rückhaltesystem für den Kinnriemen bieten, langfristig kein Paroli bieten. Zumal Schuberths Top-Modell SR1 Bestnoten in diversen Tests abräumte.

Dass die BMW-Helme, die auch im Schuberth-Firmensitz in Magdeburg produziert, aber exklusiv über die BMW-Händler vertrieben werden, an Arai vorbei auf den dritten Podestplatz kamen, war dann aber doch eine Überraschung. Zwei Plätze abwärts ging es für AGV. Liegt es daran, dass dem neunfachen Weltmeister und MotoGP-Star Valentino Rossi in den letzten drei Jahren kein Titelgewinn mehr gelang?

Foto: mps-Fotostudio

Kettenspray: Dr. Wack S 100

Irgendwann ist die Kette für die Frischzellenkur fällig. Weil man sich ja nicht unnötig die Hände dreckig machen will. Wenn man das gute Teil wieder aufmöbelt und geschmeidig macht, gibt es als Alternative zu Pinsel und Fett so schöne Erfindungen wie das Kettenspray. Die MOTORRAD-Leser bevorzugen S100/Dr. Wack bei ihrer Kettenpflege, Tendenz steigend, obwohl es das Spray mit dem Haftkraftverstärker nicht an jeder Ecke gibt. Aber aufgrund von Testergebnissen und entsprechender Werbung nehmen die Kunden für die Marke aus Ingolstadt auch einen Umweg in Kauf.

Castrol, mit dem Vorteil, an etlichen Tankstellen im Sortiment zu sein, bleibt weiterhin souverän auf dem zweiten Platz. Immer wieder scheiden sich die Geister, ob ein weißes Kettenspray, bei dem man sieht, wo man mit dem Sprühen angefangen hat, besser ist als das schwarze. Darauf gibt es nur eine Antwort: Die Markensprays sind alle ihr Geld wert und zuverlässig. Mit dem Sprühkopf kann die Kette zielgenau ins Visier genommen und das Fett im Innenlauf gleichmäßig verteilt werden. Die Hersteller versprechen alle eine extreme Schleuderfestigkeit, aber wer sich nicht das Hinterrad versauen will, sollte seinen Bock nach der Behandlung vorsichtshalber doch lieber noch eine gute halbe Stunde stehen lassen.

Foto: Wood
Flüssiges Gold: Benzin ist in Nordafrika mancherorts eine rare Ware. Deshalb: immer volltanken!
Flüssiges Gold: Benzin ist in Nordafrika mancherorts eine rare Ware. Deshalb: immer volltanken!

Kraftstoffe: Shell

Shell und Aral führen die Hitliste weiterhin an und lassen nichts aus, um bei den Konsumenten zu punkten. Die Shell-Muschel klebt als Sponsor an den MotoGP-Rennern des Ducati-Teams, das hebt das Image schon an, bevor der erste Liter Sprit in den eigenen Tank geflossen ist. Äußerst praktisch ist freilich, dass es an der Tanke auch gleich ein komplettes hauseigenes Ölangebot für Motorradfahrer gibt. Dazu kommen immer wieder Karten- und Prämienprogramme, mit denen sich wenigstens ein paar Cent beim Preispoker der Treibstoffhersteller sparen lassen.

Auch bei Aral gibt’s Ermäßigungen für Inhaber des hauseigenen Plastik-Ausweises. Außerdem sind die Blau-Weißen ins bundesweite Payback-Programm eingebunden. Dass Shell und Aral eine Stammkundschaft aufgebaut haben, liegt auch an ihrer Pflege. Da wird getwittert, gepostet und gemailt, dass einem schwindlig wird. Mit der App für iPhones und Android-Smartphones lässt sich der Weg zur nächsten Tankstelle nicht verfehlen, die nächste große Route planen, die Inspektion nicht vergessen. Bei Aral zeigt sie noch an, wo sich zur Pausen-Entspannung ein heißer Cappuccino im PetitBistro schlürfen lässt.

Lederkleidung: Schwabenleder

Schwäbischen Geiz kann man den Lederkombis aus Winterbach mit Sicherheit nicht nachsagen. Das macht Schwabenleder erneut zum Sieger. Der gute Ruf eilt Firmenboss Claus Hämmer, der sich privat als echter Rocker und Bandleader outet, meilenweit voraus. Nach Plastik-Accessoires sucht man bei seinen Kombis vergeblich. Der Mann schwört auf das, was schon immer erfolgreich getaugt hat: hochwertiges Rindsleder.

Damit hat er Dainese immerhin um 12,2 Prozentpunkte abgehängt, aber um die Italiener muss man sich trotzdem keine Sorgen machen. BMW und Held konnten sich mit deutlichen Zugewinnen an die Fersen des venezianischen Herstellers Alpinestars heften.

Navigationsgeräte: Garmin

Garmin hat es geschafft, sich bei der achten Leserwahl zum ersten Mal an TomTom vorbeizudrängeln. Die beiden Produzenten bestimmen den Markt und nehmen sich in der Ausstattung nicht viel. Bei Garmin sind die neuesten Geräte nicht mehr so kantig wie die Vorgänger, außerdem ist das Karten-Update beim Kauf gratis dabei. Garmin wie auch TomTom bieten ihren Nutzern coole 4,3-Zoll-Displays.

Navigationsgeräte sind heutzutage besser als jeder Beifahrer. Die exakte Route und bei Staus per GPS gleich die Alternative aufs Display mitgeliefert zu bekommen macht jede Diskussion überflüssig. Für die Motorrad-Navis muss man zwar immer noch mehr Euros hinblättern als für Auto-Geräte, doch die Freiluft-Teile müssen auch mehr leisten. In erster Linie sollten sie wetterfest und robust sein und eine vernünftige Halterung für den Lenker haben. Ansonsten kann man sich die Anschaffung sparen. Praktisch sind hochauflösende Touch-Displays, bei denen auch bei grellem Sonnenlicht etwas erkennbar ist und deren Buttons sich mit Handschuhen drücken lassen.

Foto: Castrol

Öle/Schmiermittel: Castrol

Es soll ja immer noch Leute geben, die denken, dass sie ein hochwertiges Autoöl auch ins Motorrad kippen dürfen. Aber genau das ist der Anfang vom Ende. Nur bestes Motorradöl gehört in den Behälter. Unsere Leser kaufen am liebsten Castrol. Dort steckt Sportwissen drin. Castrol ist seit 1900 beim Motorrad-Racing dabei. Öl- und Schmiermittelspezialist Liqui Moly rangiert weiter auf dem zweiten Platz. Bei den meisten Motorrädern baden Motor, Getriebe und Kupplung in einem einzigen Ölkreislauf - und das im Vergleich zum Auto sogar mit viel weniger Flüssigkeit.

Billigzeug aus dem Baumarkt kommt da auch nicht gut. In den Markenölen für Motorräder sind spezielle Additive enthalten, die für eine hohe Druckfestigkeit des Schmierfilms, eine hohe thermische Stabilität und eine leichte Schaltbarkeit des Getriebes sorgen. Fragt sich nur noch, ob das ein Mineral- oder Synthetiköl ist. Der normale Tourenfahrer ist mit der Mineralvariante bestens ausgerüstet. Die Heizer auf der Rennstrecke haben Vorteile mit synthetischem Öl, wenn sie bis zum Anschlag aufdrehen.

Foto: mps-Fotostudio

Reifen: Metzeler

Drei Jahre lang hat Metzeler der französischen Michelin-Konkurrenz den Vortritt lassen müssen, jetzt ist das schwarze Gold aus Breuberg wieder vorn. Zum insgesamt vierten Mal bei der achten Leserwahl. Nirgendwo hat der Rennsport so großen Einfluss auf die Serienentwicklung wie bei den Reifen. Michelin räumte in der vergangenen Saison international wieder kräftig Titel ab, angefangen mit der Rallye Dakar.

In der Superbike-IDM schoss die Marke nach ihrer Rückkehr auch an die Spitze, doch nach der einjährigen Erfolgsstory ist schon wieder Schluss mit dem Engagement. Metzeler setzt auf Road Racing und den Nachwuchs im ADAC Junior Cup. Was aber noch schwerer wiegt: Die Marke mit dem Elefanten-Signet ist bei vielen Bikes in der Erstausrüstung auf der Felge, zum Beispiel bei den Top-Modellen von BMW. Interessante Entwicklung: Auch Continental und Pirelli haben in puncto Beliebtheit die Plätze getauscht.

Foto: Dr. Wack

Reinigungs-/Pflegemittel: Dr. Wack S100

Der Dreck muss weg. Nicht die beliebteste Art, sich mit seinem Bike zu vergnügen. Mit Motorrad-Reinigern lässt sich die Arbeitszeit jedoch erheblich verkürzen und das Ergebnis wesentlich verbessern. Bei den MOTORRAD-Lesern steht S100/Dr. Wack auf der Hitliste ganz oben. Der Reiniger gehört zu den teuren Sorten, macht aber auch wirklich sauber, ohne dabei die Kunststoffteile anzugreifen.

Auch beim WD40 kommen mehrere Komponenten aus einer Dose. Mit ihm geht sogar Rost ab. Die Spezialmittelchen eignen sich hervorragend für die Beseitigung von leichten bis mittleren Verschmutzungen und enthalten bestenfalls einen Korrosionsschutz. Es ist wie ein Befreiungsschlag, dass man nicht mehr mit Wassereimer und Spüli anrücken muss, wenn die Enduro vor Schlamm strotzt, der Tourer hinter den Koffern nicht mehr glänzt, der Sportler mit Fliegenkacke eingesaut ist und abgeschleudertes Kettenfett die Felge verdreckt. Und übrigens: Für Kombi, Stiefel, Handschuhe und Helm gibt es ebenfalls jede Menge Mittel zur effektiven Rundum-Auffrischung in Dosen-, Tuben- und Sprayform.

Foto: Dainese

Rückenprotektoren: Dainese

Wer hat ihn erfunden? Dainese. In diesem Metier sind die Italiener eine Macht, bei unserer Leserumfrage zum achten Mal. In vielen Kombis und Jacken sind heutzutage schon Rücken-, Schulter- und Ellbogenpolster serienmäßig verbaut, aber hier handelt es sich um Softvarianten, die meistens nicht den Anforderungen genügen, um sich „Protektor“ nennen zu dürfen. Mit so einem Rückenschutz wie von Dainese sieht das schon ganz anders aus. 

Bei der Konkurrenz gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Alpinestars und BMW, das in diesem Jahr zur Abwechslung die Italiener gewonnen haben. Zwei Ränge gutgemacht hat Held. Die extrem harte und stoßdämpfende Konstruktion eines Protektors schützt den Biker beim Sturz vom Nacken bis zu den unteren Lendenwirbeln. Ob die perfekte Position mithilfe einer Weste, mit Schulter- oder Bauchgurten fixiert wird, ist individuelle Wohlfühlsache. Die Kunst neben der Stoßdämpfung steckt bei der Protektorenentwicklung im Detail. Denn sie sollen
trotzdem maximale Bewegungsfreiheit bieten sowie leicht und gut belüftet sein.

Foto: mps-Fotostudio

Stiefel: Daytona

Einmal Daytona, immer Daytona. Noch nie haben die Umfrage-Teilnehmer eine andere Marke auf den ersten Platz gewählt. Von Daytona ist bekannt, dass die Stiefel wasserdicht, sicher und komfortabel sind. Der Erfolg liegt darin begründet, dass die Gebrüder Helmut und Reinhard Frey nichts anderes als Stiefel herstellen - und das mit Leib und Seele. 

Es ist nicht einmal eine Seltenheit, dass sich ein Kunde längst eine neue Kombi zugelegt hat, der Stiefel aber noch eine Ewigkeit zu halten scheint. Und wer sich von seinen Füßlingen auch nach vielen Jahren nicht trennen kann, darf sie immer noch zum Reparaturservice einschicken. Auf die Daytona-Qualität schwören in der Mehrzahl Tourenfahrer, aber auch im Straßenrennsport ist die Marke angesagt. Für Sprünge ins Gelände ist eher Alpinestars zuständig.

Foto: Touratech

Tankrucksäcke: Touratech

Manche bleiben ganz klein, andere explodieren bei Bedarf auf Monstergröße. Welcher Hausrat im Tankrucksack verstaut wird, kommt ganz auf die Länge der Tour an. Die meisten MOTORRAD-Leser packen ihre Utensilien wieder in eine Hülle von Touratech, nachdem Held zwischenzeitlich in Führung lag. Auf dem dritten Platz liegt unverändert Wunderlich.

Für die Spritztour müssen nur Geldbörse, Haustürschlüssel, Taschentücher und Regenkombi im Mini-Tankrucksack verschwinden. Für die Urlaubsreise mutieren einige Modelle, bei denen sich das Volumen durch einen Reißverschluss verstellen lässt, zum imposanten Turm. Der sollte dann aber bis an den Rand vollgepackt sein, denn obwohl er die beste Schwerpunktlage bei der Beladung des Motorrads hat, wird die Fuhre sonst instabil. Für die Befestigung des Tankrucksacks gibt es mehrere Möglichkeiten: Riemen, Magnete oder die dauerhaft auf dem Tank bleibenden Befestigungsplatten, von denen sich der Rucksack dafür aber blitzschnell wieder abnehmen lässt.

Foto: Jahn

Textilbekleidung: Rukka

Nichts ist beständiger als der stetige Wandel. Vor zwei Jahren dominierte Rukka in dieser Kategorie, Dainese setzte sich danach pünktlich zum 40. Firmenjubiläum an die Spitze - und jetzt konterte Dauerrivale BMW. Die Bayern scheinen in diesem Jahr auf jedem Terrain ein glückliches Händchen zu haben. Die leidenschaftlichen Italiener von Dainese schafften es nach dem Verlust von gleich zwei Plätzen mit ihrer ausgetüftelten Textilkollektion dagegen diesmal auch nicht, wie BMW und Rukka wieder über die 40-Prozent-Hürde zu springen.

Die 30-Prozent-Hürde hat dagegen die im Allgäu ansässige Familienfirma Held geknackt, wobei auch gleich noch der Abstand zu den Top 3 geschrumpft ist. Zulegen konnte Touratech. Der Reise- und Motorradzubehöranbieter hat beim Einzug in die Top 10 große Namen hinter sich gelassen und dank des über etliche Reisekilometer praxiserprobten Materials neue Freunde gefunden.

Foto: MPS-Studio

Werkzeuge: Hazet

Es ist schon übel genug, wenn unverhofft und zwangsläufig am Motorrad geschraubt werden muss, doch mitunter lässt es sich nicht vermeiden. In diesem Fall macht sich ein kleines, aber feines Werkzeug-Equipment in der heimischen Garage sehr nützlich. Denn was nützen irgendwelche Billigheimer aus dem Ein-Euro-Shop, wenn man sich nachher über verschrammte oder schrottreife Schraubenköpfe ärgern muss.

Wenn schon, denn schon: Nicht zuletzt steht Gelegenheitsbastlern auch ein optisches Schmankerl in der Hobbywerkstatt gut zu Gesicht. 62,8 Prozent der MOTORRAD-Wählerschaft nimmt am liebsten die Schraubendreher und Drehmomentschlüssel von Hazet in die Hand, das sind 4,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Der Abstand zu den Mitbewerbern zeigt deutlich, wo im Werkzeugbereich der Hammer hängt. Bis auf einen haben sich die Hersteller alle mehr oder weniger auf ihren Plätzen eingepegelt. Nur die Firma Rothewald kletterte wie Hazet in der Beliebtheit merklich weiter nach oben, sodass sie schon am vierten Platz kratzt.

Foto: Touratech

Zubehör/Umbauten: Touratech

Normal ist langweilig? Es gibt viele Anbieter und noch viel mehr Teile, damit aus dem Serienmotorrad ein ganz individuelles Fahrzeug wird. Ob es sich dabei um eine Kennzeichenhalterung aus Karbon oder den kompletten Customizing-Satz handelt, sei dahingestellt, fündig auf der Jagd nach dem individuellen Kick wird garantiert jeder. Am liebsten shoppen MOTORRAD-Leser bei Touratech, da gibt es wirklich alles für Reisen, Rallyes und Touren. Allein der Katalog hat knapp 1800 Seiten.

Weiter hoch im Kurs steht die Firma Wunderlich, die sich vor allem auf BMW-Umbauten spezialisiert und über 3000 Spezialteile im Sortiment hat. Für die Edelschmiede LSL, die mit Akribie ganze Kunstwerke auf die Räder stellt, war es im vergangenen Jahr schon eng auf dem Treppchen geworden. Nun sind Kellermann und Rizoma tatsächlich vorbeigezogen. Die Veredelung von Motorrädern ist ein richtig großer Markt für Profis und Privatiers geworden und längst keine Leidenschaft mehr, die nur in Hinterhöfen gepflegt wird.

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