Bestseller in Deutschland (V) (Archivversion) «Motorräder müssen billiger werden“

Franz Pissinger, Vertragshändler mehrerer Marken (Motothek Schwäbisch Gmünd), über das Kaufverhalten und die Aufgaben der Importeure

Herr Pissinger, Sie verkaufen mehrere 100 Motorräder im Jahr. Welches ist der häufigste Kaufentscheid Ihrer Kunden?Das Design. Ein Motorrad muß anmachen. Erst an zweiter Stelle kommen technische Dinge wie Leistung oder Gewicht.Hat der Händler großen Einfluß auf die Kaufentscheidung?Da muß man zwischen Einsteigern und Fortgeschrittenen unterscheiden. Einsteiger lassen sich gern durch den Fachmann beraten und überzeugen. Erfahrene Kunden hingegen wissen meist sehr genau, was sie wollen.Wie hoch schätzen Sie den Einfluß von Testberichten in Motorrad-Zeitschriften?Sehr hoch. Vor allem die sportlich orientierte Kundschaft zieht Fachzeitschriften zur Meinungsbildung heran. Was übrigens nicht immer einfach für uns Händler ist.Wie begründen sich Ihrer Meinung nach die Erfolge der 600er Bandit und der Yamaha Drag Star?Die Drag Star lebt von ihrem kompromißlosen Styling. Die Bandit ist ein leicht zu handhabendes Fahrzeug, gefällig für Auge und Geldbeutel.Was müßte unternommen werden, um den Motorradmarkt weiter anzukurbeln?Motorräder müssen billiger werden. Der Einstieg ins Motorradleben ebenfalls. Führerschein, Maschine, Ausrüstung – das läppert sich was zusammen. Mit ein paar Prozent Preisnachlaß seitens des Händlers ist da wenig getan.Das heißt?Daß hier die Importeure gefragt sind. Politisch und finanziell. Ihre Aufgabe besteht nicht allein darin, den Markt zu verwalten, sie müssen ihn vergrößern. Dazu gehört auch das ganze Drumherum wie den Sport wieder attraktiver zu gestalten, Biker-Treffen zu fördern und positiv für unser Hobby zu werben.

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