Bikes für 999 Euro und die Folgen (Archivversion) Was machen eigentlich ...

... die 999-Euro-Bikes, die MOTORRAD im vergangenen Herbst wieder verkauft hat?

Eine dicke Suzuki Bandit aufzutreiben, kann eigentlich nicht so schwer sein. Doch trotz großen Angebots: Wer eine unverbastelte Gebrauchte haben möchte, muss lange suchen. Mir gelang es jedenfalls im avisierten Preissegment um 3000 Euro nicht, eine GSF 1200 Bandit im Originalzustand zu ergattern. Bei zahlreichen Internet-Offerten handelte es sich um furchtbar verbastelte Streetfighter-Umbauten, die den Verdacht nahelegen, dass da mal ein Unfall im Spiel war. Im äußersten Südosten Deutschlands fand sich schließlich eine Bandit, die zwar einige Zubehörteile aufwies, doch die Serienteile waren vorhanden – ein entscheidendes Kaufargument. Kurz vor Ostern erfolgte zwischen zwei Schneeschauern die Probefahrt, die nichts Auffälliges zutage förderte. Die Maschine scheint in recht gutem technischen Zustand. 2650 Euro, 50 Euro weniger als ohne zusätzliche Serienteile ausgeschrieben, mussten für die 1997er-Bandit auf den Tisch. Ich finde: ein guter Kauf.

Daten Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 1157 cm³, 72 kW (98 PS), Gewicht 238 kg, Zuladung 212 kg, Tankinhalt 19 Liter, Sitz–höhe 820 mm, Höchstgeschwindigkeit 218 km/h, Verbrauch Landstraße 7,3 Liter/100 km (Normal)Plus Leistungs- und drehmomentstarker, laufruhiger Motor; sauber abgestuftes, gut schaltbares Getriebe; sehr zuverlässig; hohe Zuladung; bequeme Sitzposition; wartungsfreundlich; handlichMinus Zu weiche Gabel; hoher Verbrauch; mäßige Lackqualität







„Warum die 1200er-Bandit? Weil der Motor eine Wucht ist und erfahrungsge- mäß ewig hält. Außerdem fasziniert mich die souveräne Leistungsentfaltung der Suzuki schon seit ihrer Präsentation 1995. Und nun bin ich ihr Pate. Klasse.“





Dass ausgerechnet die 999-Euro-Bikes, die MOTORRAD vor einem Jahr gekauft hat, so viel Aufsehen erregen würden, hätte damals keiner in der Redaktion gedacht. In den Ausgaben 8, 9, 12, 15, 18, 21 und 24/2007 berichteten wir ausführlich über das illustre Quartett, das aus Honda CX 500, Suzuki GS 500 E sowie den Yamaha-Modellen XT 600 und FJ 1100 bestand. Auch lange nach dem Verkauf meldeten sich immer wieder Leser, die sich nach dem Verbleib der Maschinen erkundigten. Also hat MOTORRAD nachgeforscht und war erfreut, dass sich sämtliche Maschinen noch im Besitz der damaligen Käufer befinden und bislang keinerlei Defekte zu verzeichnen hatten. Mit seither gut 3000 gefahrenen Kilometern führt die FJ 1100 die aktuelle Liste an. Es folgen die CX 500 mit knapp 2000 und die GS 500 E mit rund 1000 Kilometern. Letztere wurde bereits einen Tag nach dem Kauf auf 34 PS gedrosselt und vom Stufenführerscheinbesitzer bewegt. An CX und FJ blieb alles wie gehabt, an der XT 600 hingegen kaum ein Bauteil unangetastet. Unglaubliche 4000 Euro hat Wolfgang T. über den Winter in die angejahrte Enduro gesteckt. Er ließ den Motor in einer Fachwerkstatt komplett überholen, alle Teile neu lackieren, und einen neuen Kettensatz gab’s obendrein. MOTORRAD ist sich sicher: Wer so viel Geld in eine Gebrauchte steckt, der gibt sie nimmer her. Wobei auch die anderen 999-Euro-Bikes offensichtlich die richtigen Käufer gefunden haben. Wir wünschen weiterhin gute Fahrt.

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