14 Bilder
PS 11/2015: Kawasaki Ninja ZX-10R.

Blick auf die Technik der neuen Kawasaki ZX-10R (2016) WM-Champion für alle

Als erneuter Superbike-Weltmeister beweist Kawasaki ­Dominanz. Abgeleitet vom siegreichen Werksrenner erwartet Privatiers 2016 eine stark überarbeitete Kawasaki ZX-10 R.

In den letzten Jahren war Kawasakis Auftreten im Rennsport oft von Erfolg gekrönt. Dennoch hinkt das Superbike in der Serie der Konkurrenz technologisch hinterher. Mit dem Modelljahr 2016 zieht ein neuer Wind auf, denn die Kawasaki ZX-10R wurde endlich auf das nächste Level gehoben. Die Spitzenleistung gibt Kawasaki jetzt mit 200 PS bei 13.000/min an, mit Staudruck (Ram-Air) gar 210 PS. Im ­unteren bis mittleren Drehzahlbereich leistete sich das alte Modell einen Durch­hänger, was durch eine engere Ge­triebeübersetzung gezielt behoben worden sein soll.

Der Reihenvierer der Kawasaki ZX-10R besitzt ab 2016 nun einen überarbeiteten ­Zy­linderkopf mit optimierten Einlass­öffnungen und Titanventilen, wobei der Durchmesser des Auslassventils vergrößert wurde. Nockenprofile mit ­ge­änderten Steuerzeiten sollen vor ­allem die Leistung im oberen Drehzahl­bereich noch einmal gesteigert haben. Die Kolben bestehen aus einem härteren Material als beim Vorgängermodell, sind kürzer, jeweils fünf Gramm leichter und verfügen über stabilere Böden. Von fünf auf sechs Millimeter erstarkte Zylinderwände im Bereich der Bohrungen tragen der erhöhten Spitzenleistung Rechnung.

Anzeige

Neue Kurbelwelle sorgt für besseres Ansprechverhalten

Nebenbei herrscht ein höherer Öldruck und die Kühlung ­wurde optimiert. Für ein besseres ­Ansprechverhalten und schnelleres ­Hochdrehen des Motors sorgt die neue ­Kurbelwelle mit um 20 Prozent reduziertem Trägheitsmoment. Speziell darauf ­ausgelegt zeigt sich die gewichts­re­duzierte Ausgleichswelle. Beatmet wird die neue Kawasaki ZX-10R über eine von acht auf zehn ­Liter vergrößerte Airbox.

Eine weitere wichtige Neuheit bei der Kawasaki ZX-10R bezieht sich auf den Einbau elektronischer Drosselklappen sowie einer IMU (Iner­tial Measurement Unit) der neuesten Generation von Bosch. Mit den Daten aus der IMU (Beschleunigung entlang der Längs-, Quer- und Hochachsen, Roll­rate, Nickrate und Gierrate) reguliert die fünfstufige Traktionskontrolle S-­KTRC nun in Abhängigkeit der Schräglage über die Zündung sowie die Drosselklappenstellung den Schlupf am Hinterrad. Durch die neuen Komponenten war es Kawasaki außerdem möglich, das Elektronikpaket mit einer regulierbaren Launch Control und Motorbremse zu vervollständigen.

Anzeige

Vordere Bremsanlage von Haus aus mit Stahlflexleitungen

Für das ABS-System KIBS wird es neben einer Kurvenfunktion als Kit-Zubehörteil einen Dongle geben. Mit dem Dongle kann entweder nur die Funktion am Hinterrad oder das komplette System deaktiviert werden. Apropos Bremsen: Kawasaki setzt bei der neuen Kawasaki ZX-10R wie schon bei der Ninja H2 und H2R auf Brembo M50-Monoblocks, die in 330er-Bremsscheiben beißen. Außerdem kommt ein Radialpumpen-Hauptbremszylinder mit reduziertem Leerweg zum Einsatz, und die vordere Bremsanlage erhielt von Haus aus Stahlflexleitungen.

Damit noch nicht genug. Obwohl ­optisch die Identität der Zehner von 2011 weitgehend erhalten bleibt, wurden Geometrie und Fahrwerk stark abgeändert. Der neue Rahmen der Kawasaki ZX-10R rückt den Lenkkopf um 7,5 mm näher zum Fahrer, was ein besseres Gefühl für die Front, vor allem beim Einlenken, erzeugen soll. Zur höheren Stabilität und Traktion trägt die um 15,8 mm verlängerte Aluschwinge bei. Mit Kit-Teilen wird es möglich sein, den Lenkkopfwinkel und die Position der Schwingenachse um +4/-4 mm bzw. +2/-2 mm zu verändern.

Erster Rollout schon bald nach dem Jahreswechsel?

Als Highlight stellt sich allein schon o­ptisch die neue Gabel von Showa (Balance Free Front Fork) mit externer Druckkammer heraus. Sie soll durch ihr Ansprechverhalten auf Top-Niveau höheren Fahrkomfort, mehr Gefühl für das Vorderrad und bessere Brems­stabilität erzeugen. Am Heck der Kawasaki ZX-10R dämpft ein neues Showa-Federbein (BFRC-Lite) mit derselben Funktionsweise der Gabel. Der Umlenkhebel liegt oberhalb der Schwinge und schafft so Platz für einen größeren Vorschalldämpfer. Aus diesem Grund konnte ein kürzerer Titan-Endschalldämpfer verbaut werden, der zur Massenzentralisierung beiträgt.

Die neuen Dreispeichenräder der Kawasaki ZX-10R sind leicht und verwindungssteif. Augenscheinliche Änderungen der Verkleidung betreffen die Frontpartie mit kompakteren Scheinwerfern inklusive LED-Standlicht. Es gibt größere Lufteinlässe sowie eine breitere Heckverkleidung. Spiegel- und Kennzeichenhalter sollen beim Renntraining mit wenigen Handgriffen demontierbar sein. Bis zum ersten Rollout werden wir uns leider noch ein wenig gedulden müssen. Die ersten Anzeichen verdichten sich aber, dass es bald nach dem Jahreswechsel so weit sein dürfte.

Foto: Kawasaki
Denkbar wäre, dass die Heavy Industries der neuen ZX-10R später noch ein nicht straßenzulassungsfähiges Race-Bike zur Seite stellen.
Denkbar wäre, dass die Heavy Industries der neuen ZX-10R später noch ein nicht straßenzulassungsfähiges Race-Bike zur Seite stellen.

Technische Daten Kawasaki ZX-10R (2016)

Technische Daten Kawasaki ZX-10R (2016)

Antrieb
Vierzylinder-Reihenmotor, vier Ventile/Zylinder, 147,1 kW (200 PS) bei 13.000/min*, 113,5 Nm bei 11.500/min*, 998 cm3, Bohrung/Hub: 76,0/55,0 mm, Verdichtungsverhältnis: 13,0:1, Zünd-/Einspritzanlage, 47-mm-Drosselklappen, mechanisch ­betätigte Mehrscheiben-Ölbad-kupplung, Sechsganggetriebe, Kette

Fahrwerk
Leichtmetall-Brückenrahmen, Lenkkopfwinkel: 65 Grad, Nachlauf: 107 mm, ­Radstand: 1440 mm, Ø Gabel­innenrohr: 43 mm, Federweg v./h.: 120/114 mm

Räder und Bremsen
Leichtmetall-Gussräder, 3.50 x 17/6.00 x 17, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, ­hinten: 190/55 ZR 17, 330-mm-Doppelscheibenbremse mit Vierkolben-Fest­sätteln vorn, 220-mm-Einzelscheibe mit Einkolben-Schwimmsattel hinten, ABS

Gewicht
(leer)  206 kg*
Tankinhalt: 17 Liter Super

Grundpreis
noch nicht bekannt

* Herstellerangabe

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote