Erschienen in: 15/ 2015 MOTORRAD

Blick in die Zukunft - Neuheiten von Suzuki

Bandit, Gixxer, Scrambler und Gladius

Wann dürfen wir wieder mit tollen neuen Suzuki-Maschinen wie einer zeitgemäßen Bandit, einer supersportlichen GSX-R oder einem knackigen Basis-Bike wie der legendären SV 650 rechnen? MOTORRAD träumt schon mal.

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Suzuki Bandit S: Knackiger Retro-Sportler oder zwischen allen Fronten?

Bildergalerie: Blick in die Zukunft - Neuheiten von Suzuki: Bandit, Gixxer, Scrambler und Gladius.   9 Bilder

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aus MOTORRAD 15/2015
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Platz sieben! Nicht nur hinter BMW, Yamaha, Kawasaki und Honda auf den ersten vier Plätzen, sondern in der Zwischenbilanz 2015 auch hinter Harley-Davidson und KTM. Betrachtet man bloß den Mai, ist sogar Ducati in Deutschland an Suzuki vorbeigezogen. Platz sieben also, mit 6031 Neuzulassungen 2015 (Stand Juli). Das tut weh, keine Frage.

Da tröstet es nur wenig, dass es im Vorjahr bis zu diesem Zeitpunkt sogar rund 600 Verkäufe weniger waren. 768 Motorräder setzte Suzuki zum Beispiel im Monat Juli ab. Eine Menge, die man in Heppenheim noch vor rund zehn Jahren in guten Monaten allein von der großen Bandit verkaufte. Und dazu ähnlich viele SV 650. Damals, als das Markenlogo mit dem roten „S“ vor allem für eins stand: viel Motorrad fürs Geld. Aber auch jede Menge Sportlichkeit.

Wann kommen wieder gute Motorräder zum kleinen Preis?

Das waren auch andere Zeiten, sagen manche, und das stimmt natürlich. Trotzdem fragt MOTORRAD: Was macht eigentlich Suzuki? Wann kommt die Marke aus der selbst gewählten Schmollecke und macht wieder mit? Macht, was man schon immer gut konnte? Am Puls der Zeit sein, gute Motorräder zum kleinen Preis anbieten. Und ernst zu nehmende Sportler.


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MOTORRAD hätte da ein paar Vorschläge. Für die Suzuki Bandit 1250 S zum Beispiel, die zwar immer noch im Programm ist, dort aber unter „ferner liefen“ herumdümpelt. Okay, seitdem der Big Block seine Kühlrippen verlor, ist er nicht mehr ganz so attraktiv. Aber er ist technisch für die Zukunft gerüstet und – ganz wichtig – er macht auch so noch was her. Genug jedenfalls, um in einem modernen Retro-Bike mit klassischem Doppelschleifenrahmen zu glänzen. Wie diese neue Bandit aussehen könnte, hat sich MOTORRAD-Computerkünstler Kar Lee vorgestellt (siehe Bildergalerie). Herausgekommen ist ein Entwurf (mit und ohne Verkleidung), der ohne großartige technische Modifikationen weitaus mehr Zeitgeist versprühen würde als das aktuelle Modell.

Wie wäre es mit einer richtig lecker verpackten Bandit?

Nur mal so, zum Staunen: Suzuki verkaufte in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 438 große Bandits. Im gleichen Zeitraum brachte BMW unglaubliche 1612 R nineT unters fahrende Volk. Und das, obgleich zwischen dem Aktionspreis der Bandit (8490 Euro) und dem Listenpreis der BMW (14.700 Euro) satte 6210 Euro liegen. Da sollte es doch möglich sein, irgendwo zwischen 10.000 und 11.000 Euro eine richtig lecker verpackte Bandit zu verkaufen.


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Eine, die Motor und Rahmen quasi unverändert übernehmen könnte, denn beide passen trefflich in das Retro-Konzept. Dazu eine optisch ansprechende und wichtig aussehende Upside-down-Gabel statt des ohnehin nur leidlich funktionierenden Standard-Bauteils und angesichts der klassischen Linienführung ein wichtig aussehendes Federbein-Duo mit Ausgleichsbehälter statt des Mono-Dämpfers. Dazu wäre eine modifizierte oder besser noch neue, attraktivere Schwinge notwendig. Und eine neue, nicht so altbackene Auspuffanlage. Das ist es auch schon, der Rest wäre reine Kosmetik. Zum Beispiel tiefere Lenkerstummel statt des touristischen Hirschgeweihs. Und vielleicht die Fußrasten ein klein wenig weiter hinten.

Modellbezeichnungen Gold wert

Dass eine neue Suzuki GSF 1250, egal ob mit oder ohne S, mit rund 250 Kilogramm weder besonders leicht noch mit 98 PS besonders stark wäre – geschenkt. Über den Verkaufserfolg entscheiden in dieser Liga ganz andere Dinge, siehe R nineT. Der stand nicht einmal ihr sperriger Name im Weg. Bandit hingegen – allein diese Modellbezeichnung ist Gold wert. Ein Name, den es nur mit Sinn zu füllen gilt.


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Genau wie die magische Buchstabenkombination GSX-R. Egal ob 600, 750, 1000 oder 1100 Kubik. Wo GSX-R draufstand, war über 20 Jahre auch (meistens) Spitzensport drin. Das ging 1985 mit der ersten, legendären Suzuki GSX-R 750 los, setzte sich dann über das famose 2000er-Modell fort und fand seinen Höhepunkt, als die K5 2005 den Maßstab unter den 1000er-Supersportlern ganz neu definierte. Die Krux war nur: Danach ließ es Hamamatsu langsam ausrollen. In Zahlen: 2001 verkaufte Suzuki in Deutschland von der neuen, bärenstarken GSX-R 1000 K1 über 3114 Einheiten, 2005 von der genialen K5 immer noch 2962. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 121 Stück.

Zeit für ein Revival

Es wird also Zeit für ein Revival, auch zur Imagepflege. Absichtserklärungen gab es vonseiten Suzukis genug, für die Saison 2016 rechnen wir mit der neuen Suzuki GSX-R 1000. Die Frage ist also nicht, ob sie wollen. Die Frage ist: Können sie das noch, nach dieser langen schöpferischen Pause? Denn eins ist klar: Die GSX-R 1000, die von den Fans jetzt erwartet wird, muss der absolute Hammer werden. Rank und schlank, stark und schön – und vollgestopft mit feinster Elektronik. Im Klartext: vollgetankt klar unter 200 Kilogramm, mit deutlich über 200 PS. Eine neue GSX-R 1000 sollte die Maßstäbe in alter Tradition erneut verschieben. Wie schwierig das technisch ist, zeigt nicht zuletzt Yamahas Anlauf mit der neuen R1. Ein famoses Motorrad, aber die Europäer – allen voran BMW – haben die Messlatte doch gewaltig hoch gelegt.

An einem entsprechenden supersportlichen Auftritt darf es der neuen Suzuki GSX-R 1000 natürlich in keinem Fall mangeln. Zumindest in dieser Beziehung hat Yamaha mit der neuen R1 eindeutig Akzente gesetzt, die an der Szene nicht spurlos vorbeigehen werden. Ein zentraler Ram-Air-Einlass durch den Steuerkopf, moderne, winzige LED-Scheinwerfer in Verkleidungsnischen und stylisches Tagfahrlicht – was Designer Kar Lee da für die Superbike-Suzuki vorschwebt, sieht schon im Stand schnell aus und transportiert den ­Race-Spirit auf die Straße. Nach so einer GSX-R 1000 würden sich die Fans die Finger lecken. Und dem Markenimage täte sie auch in den sich entwickelnden Märkten gut.

Ein Scrambler von Suzuki?

Nicht in erster Linie Image-Träger, aber zweifellos Trendsetter wäre auch eine neue Suzuki am anderen Ende der Modellpalette. Ein Scrambler könnte einerseits die große, langsam verblassende Einzylindertradition der Marke fortsetzen und andererseits einen preisgünstigen Einstieg in die Suzuki-Welt liefern. Die Krux dabei: Ein kerniger Single, wie es der DR 600-Motor Mitte der 80er war, ist nicht mehr im Programm.


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Sei’s drum. Irgendwie müssen sie in Hamamatsu ja ohnehin mal wieder anfangen, ernsthaft zu entwickeln. Designer Lee hat für seinen Scrambler-Entwurf einfach den alten Eintopf aus den 80er-Jahren aus der Schublade gezogen. Der erfüllt zwar sicherlich keine aktuelle Abgas-Norm, macht sich aber gut in einem Basis-Bike, das weder überbordende Leistung noch fahrwerkstechnische Glanzleistungen braucht. Was aber nötig ist, ist formales Gespür. Das ist etwas, das auch einem weiteren Sorgenkind in der Suzuki-Modellpalette gutgetan hätte.

Gladius 650 fehlt ansprechende Optik

Immerhin: Suzukis aktuelles Einsteigerbike Gladius 650 befindet sich in der Jahresrangliste mit 879 verkauften Exemplaren immer noch in den Top 25. Zum Vergleich: Die ähnlich konditionierte Yamaha MT-07 macht sich mit 2636 Stück auf Platz zwei breit. Aber: Wo ist der Unterschied? Beides unkomplizierte Naked Bikes, beide gut 70 PS, beide zwei Zylinder (der V2 der Gladius ist nach wie vor ein Sahnestück). Was der Suzuki fehlt, ist eine ansprechende Optik. Weg mit dem Plastikgeraffel, der qualligen Scheinwerferpartie. In Kar Lees Entwurf darf man den Kühler ebenso sehen wie den Heckrahmen. Und Endtopf darf Endtopf sein und nicht Design-Geschwurbel. Dazu noch ein konkurrenzfähiger Listenpreis (gut 6000 statt 7290 Euro) – schon wäre die Gladius – oder besser SV 650 – bei der Musik.


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Und was sagt Suzuki dazu? Das wollte MOTORRAD wissen und zeigte die Bilder Akira Kyuji, dem ehemaligen Deutschland-Chef der Marke. „Meinen Sie nicht, dass der Kunde von uns mehr erwartet?“, fragte der Manager aus Hamamatsu zurück. Vermutlich schon. Aber es wäre immerhin ein Anfang.


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09.07.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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