BMW F 888 RS (Archivversion)

Aluminium-Brückenrahmen, Telegabel, stabile Einarmschwinge und kein Kardanantrieb: Die F 800 S ist von ihren technischen Anlagen her das sportlichste BMW-Modell. In ihrer Ausführung allerdings macht sie viele Zugeständnisse an Komfort und Alltagsbetrieb.
Die Federelemente etwa gerieten ziemlich soft, die Einstellmöglichkeiten sind beschränkt,
und die Lage der Lenkerhälften sowie Fußrasten sorgt für eine eher aufrechte Fahrerhaltung, bei der nur die Sitzhöhe das Maß eines Supersportlers mit hohem Heck erreicht.
Als wichtigstes äußeres Merkmal der Sportlichkeit, quasi die Rennkombi, braucht die
RS eine Vollverkleidung. Sie würde das Motorrad zugleich windschlüpfiger machen und
den wie ein Kühlaggregat aussehenden Zweizylindermotor verdecken. Zwei Lufteinlässe unter dem Scheinwerfer verschaffen dem Antrieb kühle Ansaugluft. Außerdem müsste
das Verkleidungsoberteil tiefer sitzen, um Platz zu schaffen für die ebenfalls tiefer angeklemmten Lenkerstummel.
Mit den derzeit 85 PS hat der 798er-Paralleltwin noch längst nicht das Ende seiner Entwicklungsmöglichkeiten erreicht. Schließlich ist er in seiner jetzigen Form betont auf niedrigen Verbrauch und sattes Drehmoment bei gemäßigten Drehzahlen abgestimmt. Allein die im Typencode proklamierten elf Prozent mehr Hubraum würden ihn auf 94 PS bringen; mit einer drehfreudigeren Nockenkonfiguration und entsprechend bemessenen freien
Ventilquerschnitten sind 110 PS nicht unerreichbar. Damit wäre die RS zwar ein Sportler zwischen allen Klassen, aber für Hobby-Racer ein prima Rennstreckenmotorrad.

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