BMW-G 650-Motoren aus China (Archivversion) Asian Connection

BMW lässt den Motor der F 650 Xcountry künftig in China fertigen. Dies ver­kündete Fritz Geri, Finanzchef von BMW Motorrad, auf der Mailänder Messe anlässlich einer Pressekonferenz von Husqvarna. Die Bayern haben den italienischen Offroad-Spezialisten mit dem schwedischen Namen kürzlich erworben. Teile- und Komponenteneinkauf im asiatischen Raum, so Geri, sei ein entscheidendes Mittel, um die Nachteile des starken Euro gegenüber Dollar und Yen zu reduzieren. Nur so könne BMW auch in Zukunft innovative, technisch herausragende Motorräder in der Mittelklasse anbieten. Der Motor der Sport-enduro G 450 X (siehe MOTORRAD 12/2007) werde bei Kymco in Taiwan gebaut.
Auf Nachfrage nannte Pressesprecher Rudolf Probst die Firma Loncin als Produzenten des 650er-Einzylinders. Loncin ist in der 15,3-Millionen-Metropole Chonquing am Yangtze-Fluss ansässig und produziert etwa eine Million motorisierte Zweiräder pro Jahr. Im Juni 2007 hatte die Firma das »Boxer-Café« als zweites BMW-Vertriebszentrum in China eröffnet, 2008 wird sie Importeur. Probst betonte, der 650er-Einzylinder werde nicht nur nach BMW-Qualitätsvorgaben, sondern auch unter Einhaltung euro-päischer Arbeitsschutz- und Arbeitszeitstandards gefertigt. So weit die Fakten.
Aus ihnen sich ergebende Fragen, etwa nach der Zukunft der erfolglosen G 650-Modelle Xchallenge und Xmoto, werden derzeit nicht beantwortet. Und obgleich die ersten Xcountry mit chinesischem Motor bereits produziert wurden, ist noch nicht entschieden, ob ihr Preis gesenkt wird. Falls nicht, würde die einzylindrige Xcountry mit 50 PS etwa so viel kosten wie die neue F 650 GS mit 71-PS-Zweizylinder.

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