BMW G 650 Xcountry (Archivversion)

Einzylinder, 652 cm3, 53 PS bei 7000/min, 60 Nm bei 5250/min, Fünfganggetriebe, Kettenantrieb, Gewicht 167 kg, 0–100 km/h 5,0 sek, Höchstgeschwindigkeit 170 km/h, Verbrauch 3,9 Liter/100 km (Super), Preis 8162 Euro

Neben F 650 GS und F 650 GS Dakar verstärken gleich drei weitere 650er
der neuen G-Baureihe das BMW-Einzylinder-Programm: die Xmoto, ein knackiger Supermoto-Verschnitt, die Xchallenge, eine verschärfte Enduro-Variante, und die Xcountry, ein Multi-Talent, das BMW gern als Scrambler bezeichnet. Deshalb haben wir uns die 8162 Euro teure Xcountry herausgegriffen, die ohne ABS den gesteckten Preisrahmen noch nicht sprengt. Sicher viel Geld für ein Single-Bike. Andererseits haben sich die Bayern sehr viel Mühe gegeben, die Vorteile eines Einzylinders zu nutzen und die G-Modelle besonders leicht gebaut. Außerdem ist es ihnen gelungen, den kernigen Charakter des Motors hör- und spürbar rüberzubringen.
Der inzwischen 13 Jahre alte Einzylinder mit Doppelzündung und G-Kat ist mit einer lebhaften Leistungscharakteristik gesegnet. Spontan und gleichwohl weich genug hängt die Xcountry dank reduzierter Schwungmasse und neuer Software gegenüber den deutlich zäheren F-Modellen am Gas. Selbst tief aus dem Drehzahlkeller läuft der Vierventiler ohne zu hacken rund und erfreut den Besitzer mit einem Landstraßenverbrauch von nur 3,9 Liter Super. Für eine spritzige Fahrdynamik zeichnet auch das niedrige Gewicht von 167 Kilogramm verantwortlich.
Mit üppigen 240 und 210 Millimeter Federweg taugt die Xcountry prima zum Geländewandern. Leider kommen trotz schmalen Zuschnitts der Sitzbank kleinere Fahrer bei 87 Zentimeter Sitzhöhe kaum mit beiden Füßen auf den Boden. Für die Straße ist die Federung der Xcountry straff ausgelegt, das Fahrverhalten stabil und zielgenau, die Bremsen sind verlässlich. Das Handling könnte in Anbetracht des geringen Gewichts besser sein, ihr Fahr-
verhalten aber kaum gutmütiger. Kurzum: eine verlässliche Partnerin. Der ledig-
lich 9,5 Liter fassende Tank erlaubt bei
moderater Fahrweise allerdings nur eine Reichweite von gut 200 Kilometern. Für touristische Aufgaben ist die F 650 GS eine bessere Alternative.

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