BMW HP2 Enduro, KTM 950 R Super Enduro (VT) (Archivversion) Abseits der Pfade

Wenngleich die beiden Groß-Enduros für den Offroad-Gebrauch ausgelegt wurden, reizen die Konzepte der starken Zweizylinder-Bikes natürlich auch für den Straßeneinsatz. MOTORRAD tauschte deshalb die serienmäßige Metzeler-Karoo-Bereifung, die in Sachen Haltbarkeit und Grip auf Asphalt nicht zufrieden stellen, gegen Metzeler Enduro 3 (Foto) in den Größen 140/80-17 und 90/90-21 (BMW) so-
wie 140/80-18 und 90/90-21 (KTM). Die erste Erkenntnis: Bezüglich Handlichkeit und Lenkpräzision bestechen die schmal besohlten Zweizylinder auf Anhieb – obwohl sie in der Übertragung der Bremskräfte und bei der Haftung in Schräglage gegenüber den in dieser Leistungsklasse wesentlich breiter bereiften Straßenmaschinen natürlich Federn lassen müssen. Was sonst noch auffiel: Bei rasanter Landstraßenfahrt schluckt die BMW knapp sechs, die KTM knapp sieben Liter. Macht um die 200 Kilometer Reichweite. Die Vibrationen des HP2-Aggregats sind deutlich ausgeprägt, während der Super-Enduro-Motor seidig läuft. Die im Gelände besser dosierbare Vorderradbremse der KTM verliert auf Asphalt gegenüber dem BMW-Stopper, der mit klarer definiertem Druckpunkt aufwarten kann. In puncto Federung ändert sich der Eindruck aus dem Gelände nur unwesentlich. Die KTM bleibt komfortabel und gut ausbalanciert, die butterweich abgestimmte BMW taucht beim Bremsen nervig ab, bei flotter Beschleunigung in Schräglage stempelt die Hinterhand auf holprigem Belag.

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