BMW K 1200 LT (VT) (Archivversion)

Die Stereoanlagen der Reiseriesen sorgen nicht nur für Zeitvertreib im Stau, sondern auch für Kurzweil während der Fahrt. Hier ein detailierter Soundcheck:Als erste durfte die Harley aufspielen, aus deren Lautsprechern kratzige Höhen, deutliche Mitten und ein müder Baß ans Fahrerohr drangen. Der Raumeffekt litt am sogenannten Frontstaging, also dem Eindruck, die Musik käme nur von vorn Resultat der tief postierten und zur Mitte hin abstrahlenden Hecklautsprecher. Für knackige Rockmusik taugt die Harley-Installation dennoch, die Stones rotzten ihr »I can’t get no satisfaction« schaurig-schön aus den Speakern der Amerikanerin. Bis Tempo 120 kann, wie bei BMW und Yamaha übrigens auch, dank automatischer Lautstärkeanhebung Musik und Sprache gelauscht werden, bevor Wind- und Motorgeräusche die Oberhand gewinnen.Bei der BMW ist das besonders schade, denn bereits Radio- und Cassettensound wirkten überraschend klar und prägnant. Fast schon audiophil wurde es, als der 6-fach-CD-Wechsler (Aufpreis 885 Mark) ins Spiel kam. Er ist in einem kleinen schaumstoffgedämpften Gehäuse im rechten Koffer untergebracht und ließ sich nur von ganz groben Schlaglöchern kurz aus der Ruhe bringen. Ansonsten flossen ein schillernder Hochtonbereich mit präsenten Mitten und einem konturierten, wenn auch nicht allzu tief reichenden Baß zu einem rundum begeisternden Klangbild zusammen. Auch der räumliche Eindruck war frappierend. Stimmen und Instrumente lösten sich sauber von den vier Boxen, bestehend jeweils aus einem Breitbandspeaker mit separatem Hochtöner. So schien Tracy Thorn ihr »Protection« von der gleichnamigen Massive Attack-CD livehaftig ins Mikro zu hauchen.Demgegenüber verdient der Sound des Yamaha-Radios nur das Prädikat »quäkig«. Verwaschene Höhen, blökiger Mittenbereich und dünner Baß waren hier die akustischen Zutaten. Aber dann: Cassette rein und ab ging die Post. Mit entsprechendem Material gefüttert (Anspieltip: »Fly Away« von Lenny Kravitz) powerte die Yamaha-Anlage am lautesten von allen dreien aus ihren Breitbandlautsprechern, ohne dabei mit Verzerrungen zu nerven. Trotzdem gebührt der BMW der Sieg des Sound-Contests, Harley-Besitzern bleibt dafür die Genugtuung einer serienmäßigen Gegensprechanlage Venture und LT bieten das nur gegen Aufpreis.

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