BMW K 1200 S wieder in Produktion Sie läuft wieder

Die K 1200 S läuft wieder. Noch nicht auf der Straße, aber vom Band. Wegen Problemen mit eingelaufenen Nockenwellen und Schlepphebeln ruhte seit Ende September 2004 die Produktion des Sporttourers, wie MOTORRAD in Heft 22/ 2004 meldete. Seit Anfang dieses Jahres wird er wieder gebaut und soll ab Mitte
Februar bei den Händlern stehen – in stark modifizierter Form.
Denn die Überarbeitung des BMW-Flaggschiffs umfasst nicht allein den
Ventiltrieb. Die Münchner nahmen sich nach dem Produktionsstopp, der ohnehin kurz vor Ende der Motorradsaison lag, reichlich Zeit, um weitere Schwachpunkte auszubügeln. Den hohen Benzinverbrauch etwa oder den unkultivierten Motorlauf bei niedrigen Drehzahlen.
Die Nocken behielten ihre Kontur, der Härtungsprozess der Nockenwellen wurde jedoch optimiert, die zulässigen Toleranzen verringert. Zeitaufwendiger gestaltete sich nach Auskunft von BMW-Pressesprecher Jürgen Stoffregen das Auffinden und Beheben des Fehlers bei der Beschichtung der Schlepphebel. Dabei halfen sogar Ingenieure aus der Formel 1-Abteilung. Das Resultat ist ein mehrstufiges Beschichtungsverfahren mit engsten Toleranzen – so sollte eine verschleißresistente Paarung von Nocken- und Schlepphebellaufbahnen sichergestellt sein.
Parallel dazu liefen Untersuchungen, welche als Hauptursache für die mangelnde Laufkultur und den hohen Verbrauch
im Teillastbereich einen ungünstigen Ver-
brennungsverlauf entlarvten. Deshalb entschlossen sich die Motorenbauer, die Brennraumform und damit auch die Gussform für die Zylinderköpfe zu ändern. Dazu passend erarbeiteten sie ein geändertes Kennfeld für die Zünd- und Einspritzanlage. Weil das Verdichtungsverhältnis bei strammen 13 zu 1 bleibt, verlangt der Vierzylinder weiterhin Super Plus als Standardsprit. Dafür soll er aber bei Landstraßenfahrt bis zu einem Liter weniger auf 100 Kilometer benötigen – also ungefähr 5,7 Liter.
Kleinere Verarbeitungsmängel, die den MOTORRAD-Testern während einer längeren Tour zur Isle of Man auffielen, hat BMW ebenfalls beseitigt beziehungsweise aufgeklärt. So war eine kleine Charge von
Motorrädern von Zierstreifen-Aufklebern mit zu geringer Klebekraft betroffen; dieser Fehler wurde bereits vor dem Produktionsstopp abgestellt. Schnell behoben durch geänderte Distanzbuchsen war außer-
dem die Schwergängigkeit der Lenkungsdämpfer. Und die von Testredakteur Stefan Kaschel entdeckte Rostbrühe an der Schaltwelle war gar keine. Konnte keine sein, weil die Schaltwelle aus Edelstahl be-
steht. Ehrenrettung für Kaschel: Von der Oberflächenbehandlung der Welle blieben bräunliche Rückstände haften, die bei
Regenfahrten als vermeintlicher Rost weggeschwemmt wurden. Die Wellen werden jetzt bei der Behandlung im äußeren Bereich abgedeckt. Schon kurios, in welchen Details ein Teufelchen hocken kann.
So bald wie möglich wird MOTORRAD eine neu produzierte K 1200 S ausführlichen Tests unterziehen. Fahrleistungen, Verbrauch, Fahrverhalten – das ganze
Programm noch mal. Das muss sein, bei einem neuen neuen Motorrad. ras

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