BMW R 1150 GS (VT: Topseller) (Archivversion)

Von Saisonkennzeichen-Fahrern und
Pitbull-Ausweichern.

Jetzt gehört die Straße wieder uns allein. Uns, den einzig Wahren. Den Eistrotzern, Platzregenbadern und Motorrad-selbst-Aufhebern. Die sich weder von der Witterung noch von Trends beeinflussen lassen. Toughe Frauen und echte Kerle, die für all die Schlagloch-Ausweicher, Knieschleifer-Abfeiler und Kreisverkehrblinker die statistische Jahres-Kilometerleistung pro Bike erhöhen. Denn das Nummernschild mit dem popeligen Zusatz oben rechts in der Ecke scheint en vogue. Annähernd 60 Prozent aller Motorradfahrer schicken ihre Zweiradliebe in den Winter-Vorruhestand. Klar ist es kälter im Januar. Und auf den Straßen manchmal sauglatt. Im ungüns-tigsten Fall hat man würzig-rostigen Salzkontakt. Was den Winterspaß-Ausweichern egal sein kann. Sitzen sie doch im selben Boot mit all den Brezelsalz-Abkratzern, Duschgel-Anwärmern und Motivsockenträgern, die sich abends im Kreis der Motorrad-mit-der-Zahnbürste-Putzer zum Erfahrungsaustausch zusammenrotten.Trotzdem an dieser Stelle eine Anmerkung: Es wird wärmer, liebe Saisonkennzeichen-Fahrer. Forscher betrauern schmelzende Polkappen, der letzte Sommer protzte mit Hitzerekorden, und vielleicht beschenken uns Dezember und Februar mit fröhlichen 15 Grad und Sonnenschein. Dann werden wir an euch denken. Uns freuen, dass wir nicht an jeden Angstnip-pel-Bewahrer einen Gruß verschwenden müssen. Und uns fragen, was ihr für die gesparten 200 Euro eigentlich gekauft habt. Einen Fischgrätenentferner? Oder einen Nasenhaarschneider? Ob’s das wirklich wert war? Rolf Henniges

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