BMW R 1150 RT (VT: Tour de France) (Archivversion) Mythos <br /><br /> L&#146;Alpe d&#146;Huez

Für sich allein betrachtet ist der Aufstieg nach L’Alpe
d’Huez mit 1100 Höhenmetern und einer durchschnittlichen Steigung von 7,9 Prozent gar nicht mal so schlimm. Andere Tour-de-France-Berge wie Tourmalet, La Madeleine oder Galibier weisen ein durchaus schwierigeres Profil auf. Da die 15,5 Kilometer hinauf zur Skistation aber in der Regel am Ende einer rund 200 Kilometer und bis zu sechs Stunden langen Alpenetappe anstehen, können die steilen Rampen und 24 Kehren zwischen Bourg-d’Oisans und L’Alpe d’Huez selbst für
hart gesottene Profi-Pedaleure zur Hölle werden. So hat sich diese erstmals 1952 (Sieger Fausto Coppi) ins Tour-Programm aufgenommene Prüfung zu einem Mythos entwickelt, der das Radsport-
Publikum aus ganz Europa und neuerdings auch aus den USA wie ein Magnet anzieht. Vor allem
die Holländer: Nach den Siegen von Joop Zoetemelk, Hennie Kuiper, Peter Winnen, Steven Rooks und Gert-Jan Theunisse in den siebziger und achtziger Jahren war die Etappe lange Zeit ein
Volksfest der Fans in Oranje.
In diesem Jahr wurde L’Alpe d’Huez erstmals als Bergzeitfahren ausgeschrieben –
wohl mit dem Hintergedanken, dass sich hier die Tour wenige Tage vor Schluss bei einem packenden Showdown der Favoriten vor einer gigantischen Zuschauerkulisse entscheiden würde. Tatsächlich: Unüberschaubare Menschenmassen – geschätzt wurden eine Million Radsport-Enthusiasten – säumten die Straße. Die Spannung ließ allerdings etwas zu wünschen übrig. Tour-Dominator Lance Armstrong, bereits am Tag zuvor souverän ins Gelbe Trikot gestürmt, ließ seinen Gegnern auch in L’Alpe
d’Huez nicht den Hauch einer Chance. T-Mobile-Kapitän Jan
Ullrich lag als Zweiter bereits eine Minute hinter dem Texaner zurück, Teamkollege Andreas Klöden hatte als Dritter 1.41 Minuten auf den Sieger verloren. Lance Armstrong war
die 15,5 Kilometer in 39.41 Minuten hochgedüst, was
einem Schnitt von 23,4 km/h entspricht. Damit hält er aber keineswegs den Rekord. Dieser gebührt dem inzwischen verstorbenen Italiener Marco Pantani. Er war 1995 und 1997 Etappensieger in L’Alpe d’Huez und trug sich mit einer Bestzeit von 37.35 Minuten für den Schlussanstieg in die Annalen der Tour de France ein.

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