BMW R 1200 GS (Archivversion)

Zweizylinder-Boxermotor, 1170 cm³, 98 PS, 15864 Euro

MOTORRAD-Messungen
Beschleunigung
0–100 km/h4,0 sek
0–140 km/h6,8 sek

Durchzug
60–100 km/h4,7 sek
100–140 km/h4,4 sek

Gewichte
Gewicht vollgetankt240 kg
Zuladung195 kg

Kraftstoffverbrauch (Super)
bei 130 km/h Liter/100 km5,9 l
Landstraße Liter/100 km4,9 l


Das Diagramm rechts spricht Bände. Mit der GS ist BMW quasi der Rundumschlag in Sachen Einsatzspektrum gelungen, nur beim Preis schwächelt sie. Die sprichwörtlich eierlegende Wollmilchsau auf zwei Rädern, sie kommt aus München. Zugegeben, mit der Orientierung an der Definition eines Funbikes wäre das nicht geglückt. Zu sehr verwässert die abgesehen von ABS, ASC, Heizgriffen oder Luftdruckkontrollsystem immer noch unendlich anmutende Zubehörliste den Grundgedanken des puristischen Funbike-Konzepts.
Dennoch: Mit luxuriöser Ausstattung allein zwingt die BMW die Spaßbikes nicht in die Knie. Die Bajuwarin überzeugt durch hervorragende Fahreigenschaften. Die geniale Reisetaug­lichkeit durch den guten Windschutz und den manierlichen Boxer-Antrieb mal beiseite gelassen, überrascht die GS gerade auf ureigenstem Funbike-Terrain, den Landstraßen.
Denn wer glaubt, die mit 240 Kilogramm vollgetankt schwerste Maschine im Testquintett im engen Geläuf abhängen zu können, der täuscht sich gründlich. Die komfortabel abgestimmte Federung bügelt auch die übelsten Asphaltpisten glatt, während die gut abgestimmte Dämpfung am Federbein und der nickfreie Telelever vorn Aufschaukeln verhindern. Das schafft Vertrauen, minimiert sogar subjektiv die Dimensionen der riesigen GS und reizt, die Maschine kernig abzuwinkeln. Wobei der Motor den Job nicht schwerer macht. Die längs liegende Kurbelwelle erleichtert spürbar das Handling, der Druck aus dem Drehzahlkeller sorgt für Souveränität. Und zwar nicht nur auf der Landstraße.

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