+++ Update: Offizieller Rückruf BMW R 1200 GS +++

Telelever-Standrohre können sich lösen

+++ Update vom 7. Juli: "Service-Aktion" wird zum offiziellen Rückruf. BMW ändert Serienfertigung Weltweit müssen 168.500 wassergekühlte BMW R 1200 GS K50/51-Modelle in die Werkstatt, weil sich die Telelever-Standrohre lösen können.

Foto: Screenshot KBA-Seite
Bisher nannte es BMW
Bisher nannte es BMW "Service-Aktion", nun ist es beim KBA als offizieller Rückruf gelistet, wie der Screenshot vom 7. Juli 2017 zeigt.

+++ Update vom 7. Juli 2017 +++

Auch wenn es BMW bisher nicht so nennen wollte, nun ist es doch ein Rückruf. Denn jetzt ist’s amtlich und wird vom Kraftfahrtbundesamt KBA seit 5.7.2017 in der Rückrufdatenbank geführt, KBA-Referenznummer 7176. Ob damit auch eine Änderung im Ablauf der Nachbesserung der Gabelstandrohre verbunden ist, ist noch nicht klar.

Die ausführliche Hintergrund-Reportage lest ihr in MOTORRAD 15/2017, ab 7. Juli am Kiosk und als PDF zum Download hier.

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Foto: Rivas

Update vom 3. Juli: BMW ändert Serienfertigung

Ab sofort werden in der Serienfertigung neuer BMW R 1200 GS im Werk in Spandau konstruktiv geänderte Standrohre verbaut. Nach MOTORRAD-Informationen werden die Stopfen der Gabelstandrohre nun nicht mehr durch vier Verstemmmarken sondern durch eine komplett umlaufende Nut gesichert.

BMW Modelljahr 2017 und Preise

Update vom 30. Juni 2017: BMW nimmt Stellung

BMW hat auf Anfrage von MOTORRADonline bestätigt, dass die "Service Aktion Standrohr prüfen" weltweit bereits voll im Gang ist. Auf die Frage, was genau in den Werkstätten an den aktuellen BMW R 1200 GS- und R 1200 GS Adventure-Modellen zu prüfen sei, antwortete BMW Motorrad-Pressesprecher Gerhard Lindner:

"Die Standrohre sind entsprechend der Werkstattanweisung auf eine eventuelle Vorschädigung zu überprüfen. Sofern keine Vorschädigung vorliegt, erfolgt zukünftig eine routinemäßige Kontrolle im Rahmen des Wartungsplans. Sofern nur eine geringe Vorschädigung vorliegt, werden beide Standrohre mit je einer zusätzlichen Standrohrbuchse nachgerüstet. Bei zu großer Vorschädigung werden die Standrohre durch entsprechend modifizierte Neuteile ersetzt."

Nach Recherchen von MOTORRAD bedeutet dies im Detail: Wenn auf keiner Seite der Telelever-Vorderradführung ein Spalt zwischen Verschlussstopfen und Standrohr messbar ist, unternimmt der Mechaniker nichts, muss aber bei der nächsten Inspektion erneut prüfen. Wenn ein messbarer Spalt kleiner oder gleich 0,2 Millimeter zwischen Standrohr und Verschlusstopfen da ist, werden beide Standrohre durch Aufpressen von Sicherungsbuchsen verstärkt. Ist ein Spalt größer als 0,2 Millimeter vorhanden, werden neue Standrohre mit bereits aufgepresster Sicherungsbuchse montiert.

Für Irritationen unter Deutschlands R 1200 GS-Fahrern sorgt derzeit eine im Internet aufgetauchte Service-Anleitung für nordamerikanische BMW-Händler. Ihre Echtheit vorausgesetzt belegt sie, dass in den USA alle, auch die nicht vorgeschädigten, Standrohre der aktuellen BMW R 1200 GS ab November 2013 Sicherungsbuchsen bekommen bzw. ab einem Spaltmaß von 0,2 mm ausgetauscht werden und zusätzlich eine Sicherungsbuchse erhalten. Grund für diese offensichtliche Ungleichbehandlung dürften die bei weitem strengeren US-amerikanischen Produkthaftungsgesetze sein.

Ursprüngliche Meldung vom 27. Juni 2017

BMW hat eine weltweite "Service Aktion" [die mittlerweile ein offizieller Rückruf ist; Anm. d. Red.] gestartet, die alle Halter einer wassergekühlten BMW R 1200 GS/Adventure (Modellcode K 50/K51) ab Baujahr November 2013 bis Juni 2017 zum Werkstattbesuch auffordert. Dabei werden die Standrohre des Telelevers auf mögliche Schäden untersucht. Betroffen sind weltweit 168.500 BMW R 1200 GS, in Deutschland sind es 29.800.

Konkret wird der Sitz der oberen Verschlussstopfen der beiden Gabelstandrohre der Telelever-Vorderradführung der BMW R 1200 GS geprüft. Nach MOTORRAD-Recherchen kann sich zwischen Stopfen und Standrohr ein Spalt bilden - kaum zu sehen, da von einer Gummimanschette verdeckt. Bleibt eine solche Vorschädigung unentdeckt, kann dies zu indifferentem Fahrverhalten, zu klackern und im Extremfall sogar zum Wegbrechen der Gabel führen.

BMW hat Untersuchungen „einiger weniger weltweit bekannter Fälle“ gestartet, „bei denen gelöste Verschlusstopfen an Unfallfahrzeugen auffällig waren“, so BMW Motorrad-Sprecher Gerhard Lindner auf Nachfrage von MOTORRAD. Das Ergebnis dieser Untersuchungen steht noch aus.

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