BMW R 1200 S (VT) (Archivversion) Der MOTOR

Ob in der V-Strom oder in der SV 1000 – der Suzuki-V2 heimst für sein kraftvolles
Zupacken und die feine Gasannahme Lob von allen Seiten ein. Der Zylinderwinkel von 90 Grad beschert ihm wie bei der Ducati einen hervorragenden Ausgleich der Massenkräfte. Theoretisch. Voraussetzung dafür sind geringe Fertigungstoleranzen hinsichtlich Verdichtung und des Gewichts der bewegten Teile der einzelnen Zylinder, also Kolben und Pleuel mit Bolzen. Sind hier die Abweichungen zu groß, leidet die Laufruhe.
Obwohl »nur« in einem Sporttourer am Werk, ist der Suzuki-Motor kein Low-Tech-Aggregat. Die Einspritzanlage besitzt zwei Drosselklappen pro Ansaugkanal mit üppigen 54 Millimeter Durchmesser. Je eine davon wird per Gaszug, die zweite elektronisch gesteuert, was dem Zweizylinder zu
einer sehr sanften Gasannahme verhilft. Dazu besitzt seine Kupplung eine Anti-Hopping-Vorrichtung, die das Stempeln des Hinterrads beim Herunterschalten wirkungsvoll unterbindet.
Obwohl der mit 11,6:1 relativ niedrig verdichtete Twin problemlos bis 11000/min dreht, erreicht er durch seine stärker drehmomentorientierte Abstimmung seine Höchstleistung bereits bei 8500/min. Mit 18,7 m/s liegt dort die mittlere Kolbengeschwindigkeit im dunkelgrünen Bereich, bei Maximal-
drehzahl sind es allerdings bereits 24,2 m/s. Dennoch, mit entsprechend »scharfer« Abstimmung und beispielsweise größeren als den verwendeten 36er-Einlassventilen ist der Suzuki-Motor sicher zu Höherem fähig. Das hat er ja bereits in der Sportversion TL 1000 R bewiesen.

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