BMW-Rückruf K- und R-Modelle von November 2003 bis April 2011 Radträger kann brechen

+++ UPDATE 26. März 2015: die MOTORRAD-Fragen an BMW +++ Weil der Radträger an der Einarmschwinge brechen kann, ruft BMW weltweit rund 367.000 Modelle der K- und R-Baureihe zum Tausch des Bauteils zurück in die Werkstatt.

Foto: BMW

Gewechselt wird der sternförmige Radträger an der Einarmschwinge, welcher auf der einen Seite die fünf Haltebolzen des Hinterrads aufnimmt und auf der anderen die Bremsscheibe trägt. Betroffen sind Maschinen aus dem Fertigungszeitraum November 2003 bis April 2011. In Deutschland sind dies laut BMW 81.000 Stück. Deren Halter werden derzeit ermittelt und schriftlich von BMW informiert. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Aktion bereits unter der Referenznummer 4820 in seiner Rückruf-Datenbank veröffentlicht. Hier ist auch die Telefonnummer des BMW-Kundenservice als Hotline angegeben: 089/125016200.

Als Grund für die möglichen Schäden nennt BMW „unsachgemäße Wartungsarbeiten“, etwa wenn BMW-Fahrer beim Radwechsel die Schrauben mit zu hohem Anzugsmoment festgezogen hätten. Die Träger, egal ob bereits schadhaft oder noch nicht, sollen für die Besitzer kostenlos vorsorglich gegen „ein robusteres Bauteil“ ausgetauscht werden. Weltweit ist laut BMW bisher ein Unfall durch ein abgebrochenes Hinterrad passiert. Dieser hat sich in Spanien ereignet. Hierbei war der Radflansch aufgrund zu hoher Anzugsmomente schadhaft gewesen. Fahrer und Beifahrer wurden dabei leicht verletzt.

Im Sommer 2014 hatte motorradonline.de über einen Unfall einer R 1150 GS durch ein auf der Autobahn verlorenes Hinterrad berichtet. Ein Zusammenhang mit der Rückrufaktion besteht jedoch nicht, da beim Boxer nach bisherigen Erkenntnissen nur die Radträger der 1200er-Modelle betroffen sind. Der vom KBA angegebene Zeitraum vor dem 2004 offiziell erfolgten Serienstart der R 1200 GS betrifft offenbar Prototypen und Vorserienmodelle.

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Fragen von MOTORRAD an BMW zur "Technischen Aktion Radflansch"

Fragen zur Technischen Aktion R- und K-Modelle von BMW Motorrad (KBA-Referenznummer 4820)

  1. Seit wann ist bekannt, dass es zu Schäden am Radflansch kommen kann?
  2. Wie wurde bekannt, dass es zu diesen Schäden kommen kann?
  3. Welche Folgen können Risse im Radflansch haben?
  4. Was bedeutet in diesem Zusammenhang „laufende Qualitätsanalysen“?
  5. Gab es Unfälle, die entweder auf sich lösende Hinterräder oder Bremsscheiben zurückzuführen sind?
  6. Gab es Unfälle, bei denen die Möglichkeit besteht, dass ein fehlerhafter Radflansch die Ursache war?
  7. Gab es andere als die beschriebenen Schäden am Radflansch? Beim MOTORRAD-Dauertest schlug schon 2004 die Verzahnung des Radflansches aus, das Hinterrad kippelte. Die BMW-Analyse damals: zu hohe Fertigungstoleranzen.
  8. Gab es zwischen 2003 und 2011 Modifikationen am Radflansch? Gibt es verschiedene Varianten?
  9. BMW hat unsachgemäße Wartungsarbeiten als Ursache der Brüche festgemacht. Wie hoch sind die vorgeschriebenen Anzugsmomente?
  10. Wie hoch sind die Toleranzen bezüglich dieser Anzugsmomente? Um wie viel dürfen die Anzugsmomente nach oben abweichen, ohne dass der Radflansch bricht?
  11. Brechen auch die Bremsscheibenaufnahmen ausschließlich wegen zu hoher Anzugsmomente? Wenn ja: Werden die Bremsscheiben im Zuge routinemäßiger Inspektionen demontiert? Bei welcher Inspektion gehört eine Demontage der Bremsscheiben zu Inspektionsumfang?
  12. Schon 2011 wurde in der Serienproduktion auf einen Radflansch aus Stahl umgestellt. War zu diesem Zeitpunkt die Bruchgefahr schon bekannt oder hatte die Umstellung andere Gründe?
  13. Wie sollen sich Besitzer der betroffenen Modelle verhalten? Reicht eine Sichtprobe oder sollen sie umgehend ihre Werkstatt aufsuchen? Können sie zunächst bedenkenlos mit ihrem Motorrad weiterfahren?
  14. Sind Kunden, deren Fahrzeug regelmäßig in BMW-Fachwerkstätten machen ließen, auf der sicheren Seite, weil da die entsprechenden Anzugsmomente ja bekannt sind?
  15. Ist die Versorgung mit neuen Radflanschen aus Stahl gewährleistet? Wird es zu Wartezeiten bei den BMW-Händlern kommen?
  16. Was kostet die Aktion pro Motorrad?
  17. Was kostet die Aktion BMW Motorrad?
  18. Was geschieht mit Kunden, die schon vor der technischen Aktion getauscht haben? Bekommen die ihre Auslagen erstattet?
  19. Bis wann werden die betroffenen Besitzer angeschrieben?

Die Reaktion von BMW Motorrad wird MOTORRAD voraussichtlich in Ausgabe 8/2015 (erscheint am Gründonnerstag, 2. April 2015) veröffentlichen.

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