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Augenzeugenbericht BMW S 1000 XR Funbike Die Nächste, bitte!

Kaum ist das Naked Bike S 1000 R präsentiert, kündigt sich ein weiterer Coup der Münchner an: Das Funbike BMW S 1000 XR. Wenn die Bayern dabei dieselbe Konsequenz an den Tag legen wie bei der S 1000 R, dürfen wir uns auf eine sehr dynamische Variante freuen.

Es hat nicht viel gefehlt, denn Gerüchte kursierten schon länger. Aber jetzt ist es Gewissheit: In München steht die nächste S-1000-Varian­te bereit, um allen anderen das hohe Heck zu zeigen. Hoch, jawohl, denn die BMW S 1000 XR wird ein Funbike. Schließlich hat Ducati mit der Multistrada eindrucksvoll vorexerziert, dass auch ein Supersportler diese Anlagen haben kann. Und warum sollte BMW dieser italienischen Herausforderung nicht entgegentreten. Wann und wie – das war allerdings bislang noch offen.

Doch jetzt lassen sich beide Fragen relativ exakt beantworten, Sascha Henning sei Dank. Der 43-jährige MOTORRAD-Leser und Mountainbike-Fan war zusammen mit seinem 15-jährigen Sohn mit dem Fahrrad am Fernpass unterwegs, als er auf eine Gruppe rastender Motorradfahrer stieß. Vermutlich war es die Tatsache, dass Henning quasi aus dem Unterholz brach, welche die Biker lähmte. Jedenfalls konnten sie nicht so schnell aufsitzen, wie Motorrad-Freak Henning registrierte, dass da neben einer Ducati Multistrada zwei unbekannte schwarze Bikes unterwegs waren. Seine Neugier war geweckt, der Elektromechaniker umrundete das Trio mehrmals, bevor es fluchtartig das Weite suchte. Doch das, was Henning von der BMW S 1000 XR sah, konnte er später sehr exakt beschreiben.

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Neue BMW S 1000 XR behält typische Formensprache

Zu erkennen war zweifelsfrei, dass auch die BMW S 1000 XR – wie schon die Naked Bike-Schwester S 1000 R – die typische Formensprache der Supersportlerin beibehält. Die Form der Frontverkleidung, die seitlichen Kiemen, die etwas voluminösere, aber für ein Motorrad dieser Kategorie doch zierliche Heckpartie: Das ­alles ist irgendwie auch S 1000 RR. Bis auf ­eine Ausnahme: Henning schwört Stein und Bein, dass die Scheinwerfer nicht die gewohnte Asymmetrie aufwiesen, wie sie bei den sportlicheren Schwestern üblich ist. Das erstaunt dann doch – oder es handelt sich dabei um eine ganz perfide Art der Tarnung.

Wie auch immer. Bei den Fahrwerkskomponenten ist derartiges Versteckspiel ohnehin eher die Ausnahme. Daher darf man nach Hennings Augenzeugenbericht getrost davon ausgehen, dass die neue BMW S 1000 XR in dieser Hinsicht wie auch die S 1000 R ganz nahe an der Supersportler-Basis bleibt. Will heißen: massiver Alu-Brückenrahmen, ebenso massive, asymmetrische Schwinge mit mächtigem Oberzug, Auspuff – auch hier ist sich Henning absolut sicher – identisch mit dem der Schwestern, fette Upside-down-Gabel und eine ebenso fette Bremsanlage. Dazu ein nach Supersportler-Manier unter das Heck geschraubter Nummernschildhalter und eine hohe, aber auch schmale Scheibe und – natürlich – vorne und hinten 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

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Kein allzu üppiger Gewichtszuwachs

Was darf man nun von einer so BMW S 1000 XR erwarten? Da hilft es, sich die Eckdaten der Ducati Multistrada zu vergegenwärtigen. 234 Kilogramm wiegt die Italienerin, ihr 1200er-V2 ent­wickelt mächtige 148 PS. Daran wird sich die Münchnerin messen lassen müssen – und das wird sie gerne tun. Denn im Prinzip könnte der für den Einsatz im Naked Bike aufwendig überarbeitete und drehmo­ment­optimierte Reihenvierer unverändert auch in der Funbike-Variante an der Kette reißen. Ähnliches gilt für das Gewicht: ­Natürlich wird eine hochbeinige Beinahe-Enduro schwerer ausfallen als ein Naked Bike oder gar eine Sportlerin. Allzu üppig dürfte der Gewichtszuwachs angesichts der baulichen Nähe allerdings nicht werden. Um die 220 Kilogramm erscheinen realistisch – und damit läge die Neue im Kreis der etablierten Konkurrenz natürlich ganz weit vorne.

Dasselbe gilt vermutlich auch für die Ausstattung. ABS, Traktionskontrolle? Natürlich! Aktives Fahrwerk? Na klar! Hat schon die Multistrada – und natürlich auch die Konkurrenz im eigenen Haus. Womit die Frage aufkommt, ob genug Platz ist im BMW-Modellprogramm zwischen der R 1200 GS auf der einen und der S 1000 R auf der anderen Seite. In jedem Fall stoßen die Bayern mit der BMW S 1000 XR lieber selbst in die Lücke, als sie anderen zu überlassen. Und das ist im Zeitalter immer weiter aufgefächerter Modellreihen nur eine logische Entscheidung.

Alle Motorrad-Neuheiten für 2015 auf einen Blick

Foto: fact
Triumph Tiger 1050 Sport.
Triumph Tiger 1050 Sport.

Die Konkurrenten

Triumph Tiger 1050 Sport

Dreizylinder-Viertakt-Reihenmotor, 1050 cm³, 92,0 kW (125 PS) bei 9400/min, 104 Nm bei 4300/min, Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 255 mm, ABS, Sitzhöhe 840 mm, Gewicht vollgetankt 250 kg, Preis 12.190 Euro.

Foto: Kawasaki
Kawasaki Versys 1000.
Kawasaki Versys 1000.

Kawasaki Versys 1000

Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 1043 cm³, 86,8 kW (118 PS) bei 9000/min, 102 Nm bei 7700/min, Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 300 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 250 mm, ABS, Sitzhöhe 830 mm, Gewicht vollgetankt 241 kg, Preis 11.995 Euro.

Foto: fact
KTM 1190 Adventure.
KTM 1190 Adventure.

KTM 1190 Adventure

Zweizylinder-Viertakt-75-Grad-V-Motor, 1195 cm³, 110,0 kW (150 PS) bei 9500/min, 125 Nm bei 7500/min, Gitterrohrrahmen
aus Stahl, Upside-down-Gabel, Ø 48 mm, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 267 mm, ABS, Sitzhöhe 860–875 mm, Gewicht vollgetankt 238 kg, Preis 13.995 Euro.

Foto: fact
Ducati Multistrada 1200.
Ducati Multistrada 1200.

Ducati Multistrada 1200

Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, 1198 cm³, 108,8 kW (148 PS) bei 9250/min, 119 Nm bei 7500/min, Gitterrohrrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel, Ø 48 mm, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 245 mm, ABS, Sitzhöhe 840 mm, Gewicht vollgetankt 234 kg, Preis 15.990 Euro.

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Egal ob man ein Funbike wie die neue BMW nun unter Allrounder/Naked Bike oder Enduro/Supermoto einordnet: Das Segment hat Zukunft.
Egal ob man ein Funbike wie die neue BMW nun unter Allrounder/Naked Bike oder Enduro/Supermoto einordnet: Das Segment hat Zukunft.

Zulassungszahlen nach Segmenten

Egal ob man ein Funbike wie die neue BMW S 1000 XR nun unter Allrounder/Naked Bike oder Enduro/Supermoto einordnet: Das Segment hat Zukunft. Jedenfalls wenn man die Zulassungszahlen der vergangenen zehn Jahre­ betrachtet. Mit den Sportlern ging es bergab, während­ die anderen ab 2009/10 wieder Morgenluft schnupperten und deutlich besser dastehen.

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