Erschienen in: 05/ 2014 MOTORRAD

Augenzeugenbericht BMW S 1000 XR Funbike

Die Nächste, bitte!

Kaum ist das Naked Bike S 1000 R präsentiert, kündigt sich ein weiterer Coup der Münchner an: Das Funbike BMW S 1000 XR. Wenn die Bayern dabei dieselbe Konsequenz an den Tag legen wie bei der S 1000 R, dürfen wir uns auf eine sehr dynamische Variante freuen.

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Nicht ganz so sportlich wie die S 1000 R, ...

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aus MOTORRAD 05/2014
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Es hat nicht viel gefehlt, denn Gerüchte kursierten schon länger. Aber jetzt ist es Gewissheit: In München steht die nächste S-1000-Varian­te bereit, um allen anderen das hohe Heck zu zeigen. Hoch, jawohl, denn die BMW S 1000 XR wird ein Funbike. Schließlich hat Ducati mit der Multistrada eindrucksvoll vorexerziert, dass auch ein Supersportler diese Anlagen haben kann. Und warum sollte BMW dieser italienischen Herausforderung nicht entgegentreten. Wann und wie – das war allerdings bislang noch offen.

Doch jetzt lassen sich beide Fragen relativ exakt beantworten, Sascha Henning sei Dank. Der 43-jährige MOTORRAD-Leser und Mountainbike-Fan war zusammen mit seinem 15-jährigen Sohn mit dem Fahrrad am Fernpass unterwegs, als er auf eine Gruppe rastender Motorradfahrer stieß. Vermutlich war es die Tatsache, dass Henning quasi aus dem Unterholz brach, welche die Biker lähmte. Jedenfalls konnten sie nicht so schnell aufsitzen, wie Motorrad-Freak Henning registrierte, dass da neben einer Ducati Multistrada zwei unbekannte schwarze Bikes unterwegs waren. Seine Neugier war geweckt, der Elektromechaniker umrundete das Trio mehrmals, bevor es fluchtartig das Weite suchte. Doch das, was Henning von der BMW S 1000 XR sah, konnte er später sehr exakt beschreiben.

Neue BMW S 1000 XR behält typische Formensprache

Zu erkennen war zweifelsfrei, dass auch die BMW S 1000 XR – wie schon die Naked Bike-Schwester S 1000 R – die typische Formensprache der Supersportlerin beibehält. Die Form der Frontverkleidung, die seitlichen Kiemen, die etwas voluminösere, aber für ein Motorrad dieser Kategorie doch zierliche Heckpartie: Das ­alles ist irgendwie auch S 1000 RR. Bis auf ­eine Ausnahme: Henning schwört Stein und Bein, dass die Scheinwerfer nicht die gewohnte Asymmetrie aufwiesen, wie sie bei den sportlicheren Schwestern üblich ist. Das erstaunt dann doch – oder es handelt sich dabei um eine ganz perfide Art der Tarnung.


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Wie auch immer. Bei den Fahrwerkskomponenten ist derartiges Versteckspiel ohnehin eher die Ausnahme. Daher darf man nach Hennings Augenzeugenbericht getrost davon ausgehen, dass die neue BMW S 1000 XR in dieser Hinsicht wie auch die S 1000 R ganz nahe an der Supersportler-Basis bleibt. Will heißen: massiver Alu-Brückenrahmen, ebenso massive, asymmetrische Schwinge mit mächtigem Oberzug, Auspuff – auch hier ist sich Henning absolut sicher – identisch mit dem der Schwestern, fette Upside-down-Gabel und eine ebenso fette Bremsanlage. Dazu ein nach Supersportler-Manier unter das Heck geschraubter Nummernschildhalter und eine hohe, aber auch schmale Scheibe und – natürlich – vorne und hinten 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Kein allzu üppiger Gewichtszuwachs

Was darf man nun von einer so BMW S 1000 XR erwarten? Da hilft es, sich die Eckdaten der Ducati Multistrada zu vergegenwärtigen. 234 Kilogramm wiegt die Italienerin, ihr 1200er-V2 ent­wickelt mächtige 148 PS. Daran wird sich die Münchnerin messen lassen müssen – und das wird sie gerne tun. Denn im Prinzip könnte der für den Einsatz im Naked Bike aufwendig überarbeitete und drehmo­ment­optimierte Reihenvierer unverändert auch in der Funbike-Variante an der Kette reißen. Ähnliches gilt für das Gewicht: ­Natürlich wird eine hochbeinige Beinahe-Enduro schwerer ausfallen als ein Naked Bike oder gar eine Sportlerin. Allzu üppig dürfte der Gewichtszuwachs angesichts der baulichen Nähe allerdings nicht werden. Um die 220 Kilogramm erscheinen realistisch – und damit läge die Neue im Kreis der etablierten Konkurrenz natürlich ganz weit vorne.

Dasselbe gilt vermutlich auch für die Ausstattung. ABS, Traktionskontrolle? Natürlich! Aktives Fahrwerk? Na klar! Hat schon die Multistrada – und natürlich auch die Konkurrenz im eigenen Haus. Womit die Frage aufkommt, ob genug Platz ist im BMW-Modellprogramm zwischen der R 1200 GS auf der einen und der S 1000 R auf der anderen Seite. In jedem Fall stoßen die Bayern mit der BMW S 1000 XR lieber selbst in die Lücke, als sie anderen zu überlassen. Und das ist im Zeitalter immer weiter aufgefächerter Modellreihen nur eine logische Entscheidung.

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13.02.2014 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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