Bremsentest (Archivversion) Kawasaki ER-5

Beim Blick auf die Kawasaki ER-5 sieht´s aus, als sei sie mit einer halbierten GPZ 500 S-Bremsanlage mit minimal größerer Scheibe ausgestattet - leider fühlt sich die Bremse entsprechend an. Ähnlich wie bei der Aprilia Pegaso und der Honda SLR 650 nimmt ein Doppelkolben-Schwimmsattel eine Festscheibe in die Zange. Der Meßschrieb bestätigt das subjektiv lasche Ansprechen. Solo verzögern geht mit 7,6 m/s² noch in Ordnung. Im Zweipersonenbetrieb liegt die erreichbare Bremsverzögerung aber nur noch bei 6,1 m/s². Bereits bei Solofahrt ist starkes Fading spürbar. Das ist kein Wunder, denn am Ende unserer Paßabfahrt ist die vordere Bremsscheibe immerhin 507 Grad heiß. Im Extremzyklus werden es sogar über 540 Grad, ein Wert, der nur noch von der Pegaso-Bremse übertroffen wird.Zwar kommt die Bremse der ER-5 nie in Temperaturbereiche, die einen thermischen Ausfall befürchten lassen. Trotzdem hinterlassen die Spitzentemperaturen und das starke Fading kein gutes Gefühl. Wie Aprilia muß sich auch Kawasaki, sonst für gute Bremsen bekannt, den Vorwurf gefallen lassen, am falschen Ende zu sparen. Die Bremse der ER-5 ist ausreichend, gut ist sie aber nicht. Sie teilt sich mit der Pegaso-Bremse die rote Laterne.

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