Buell XB9S Lightning: Stunt-Profi Christian Pfeiffer testet (Archivversion) Viele von uns, die dem Motorradfahren auch nur ansatzweise einen sportlichen Aspekt abringen, haben wahrscheinlich schon einmal versucht, das Vorder- oder Hinterrad gezielt abheben zu lassen. Nur zum Spaß. Als Kick. Aus Adrenalinsucht. Oder, auch wenn’s banal klingt, zum Beeindrucken. MOTORRAD will an dieser Stelle nicht zu Experimenten aufrufen oder gar eine Anleitung zum Wheeliefahren geben. Aber anhand von drei Naked Bikes erläutern, welche Voraussetzungen ein arrivierter Stuntprofi von seinem Spielzeug verlangt. Die Auswahl: Buell XB9S, Kawasaki Z 1000 und KTM 640 Duke II. Vorab sei eins gesagt: Gemäß der Straßenverkehrsordnung ist jeder Verkehrsteilnehmer verpflichtet, eine Gefährdung anderer oder sich selbst zu vermeiden. Bikeakrobatik auf öffentlichen Straßen ist absolut illegal. Also rauf auf eine abgesperrte Strecke. Und als Garantie, die jungfräulichen Zweiräder unbeschadet an Mutter Importeur zurückzugeben, gibt’s als Testfahrer niemand Geeigneteren als Christian Pfeiffer, den frisch gebackenen Stunt-Weltmeister. Auf einem Flugfeld absolviert er mit den drei Motorrädern eine Probefahrt. Generell unterscheidet man zwischen zwei Varianten des Wheeliefahrens: das Balancieren am Kipp-Punkt oder Powerwheelies durch enorme Leistungsabgabe. Für Letzteres eignen sich Supersportler wie eine Suzuki GSX-R 1000 wegen des sensationell günstigen Leistungsgewichts von 1,2 kg/PS hervorragend. Da genügt es schon, das Gas im ersten Gang aufzureißen. Für die Buell kommt jedoch nur das Balancieren am Kipp-Punkt in Frage. Und dabei spielen andere Faktoren eine Rolle. Christians erster Check gilt der Leistungsabgabe. Sie sollte möglichst homogen über den gesamten Drehzahlbereich sein, weich einsetzen und idealerweise lastwechselfrei ans Hinterrad übertragen werden. Der optimale Stuntmotor liefert die Newtonmeter-Kurve als talfreie Hochebene mit viel Bums aus dem Keller. Und kokettiert nebenbei mit ungezügelter Drehfreude. Sieht man von Letzterem ab, müsste die Buel

Viele von uns, die dem Motorradfahren auch nur ansatzweise einen sportlichen Aspekt abringen, haben wahrscheinlich schon einmal versucht, das Vorder- oder Hinterrad gezielt abheben zu lassen. Nur zum Spaß. Als Kick. Aus Adrenalinsucht. Oder, auch wenn’s banal klingt, zum Beeindrucken. MOTORRAD will an dieser Stelle nicht zu Experimenten aufrufen oder gar eine Anleitung
zum Wheeliefahren geben. Aber anhand
von drei Naked Bikes erläutern, welche Voraussetzungen ein arrivierter Stuntprofi von seinem Spielzeug verlangt. Die Auswahl: Buell XB9S, Kawasaki Z 1000 und KTM 640 Duke II. Vorab sei eins gesagt: Gemäß der Straßenverkehrsordnung ist jeder Verkehrsteilnehmer verpflichtet, eine Gefährdung anderer oder sich selbst zu vermeiden. Bikeakrobatik auf öffentlichen Straßen ist absolut illegal.
Also rauf auf eine abgesperrte Strecke. Und als Garantie, die jungfräulichen Zweiräder unbeschadet an Mutter Importeur zurückzugeben, gibt’s als Testfahrer niemand Geeigneteren als Christian Pfeiffer, den frisch gebackenen Stunt-Weltmeister. Auf einem Flugfeld absolviert er mit den drei Motorrädern eine Probefahrt. Generell unterscheidet man zwischen zwei Varianten des Wheeliefahrens: das Balancieren am Kipp-Punkt oder Powerwheelies durch enorme Leistungsabgabe. Für Letzteres eignen sich Supersportler wie eine Suzuki GSX-R 1000 wegen des sensationell günstigen Leistungsgewichts von 1,2 kg/
PS hervorragend. Da genügt es schon, das Gas im ersten Gang aufzureißen. Für die Buell kommt jedoch nur das Balancieren am Kipp-Punkt in Frage. Und dabei spielen andere Faktoren eine Rolle. Christians erster Check gilt der Leistungsabgabe. Sie sollte möglichst homogen über den gesamten Drehzahlbereich sein, weich einsetzen und idealerweise lastwechselfrei ans Hinterrad übertragen werden. Der optimale Stuntmotor liefert die Newtonmeter-Kurve als talfreie Hochebene mit viel Bums aus dem Keller.
Und kokettiert nebenbei mit ungezügelter Drehfreude. Sieht man von Letzterem ab, müsste die Buel

Mit seiner Gas Gas-Trialmaschine springt der MOTORRAD-Mitarbeiter ohne Rampe über 33 nebeneinander liegende Personen und vollführt eine 360-Grad-Drehung aus einem Bremsslide heraus. Christian Pfeiffer, ein Ausnahmeathlet. Ein Sonnyboy. Ein Kämpfer. Seine größte Begabung scheint die übernatürliche Lässigkeit in Verbindung mit wahnwitzigem Ehrgeiz zu sein. Im Alter von fünf Jahren sitzt er zum ersten Mal auf dem Motorrad. Mit 15 ist er Jugendmeister im Trial. In den Jahren 1996, 1997 und 2000 gewinnt er das Enduro-Extrem-Rennen am Erzberg. Und das, obwohl er die Endurostiefel quasi nur für diesen Event aus dem Regal holte. Seit 1996 bestreitet der Lehrer für Biologie und Sport seinen Lebensunterhalt mit Stunt-Shows. Über seinen Sieg in der diesjährigen Stuntriding-Weltmeisterschaft ist er völlig überrascht. Christian beeindruckte auf seiner nahezu serienmäßigen Ducati Monster 1000 sowohl Jury als auch die 15000 Besucher im tschechischen Bechyne durch fehlerfreie Durchgänge und per-fekte Stunts. Tricks, wie den »360-Ground« und One o’Clock-Wheelies, bei denen er sein Bike weit über den Kipp-Punkt hinaus balanciert, sind derzeit einzigartig. Für die Zukunft wünscht sich der zweifache Fami-lienvater zweierlei: Ideen für neue Tricks und dass ihm der Spaß am Fahren nicht verloren geht. Wer ihn erlebt, meint zu wissen, dass diese Gefahr niemals besteht.

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