Castiglioni, Claudio: Interview (Archivversion)

MV Agusta-Boss Claudio Castiglioni, 57,
über den Einstieg von Proton bei MV.

Wie könnte Ihr Deal mit dem malaysischen Hersteller Proton aussehen?
Vorgesehen ist fifty-fifty. Proton könnte sich um die finanzielle Seite kümmern, wir um die Entwicklung.
Wo sehen Sie die Synergien?
Proton baut 300000 Autos pro Jahr, fast alle für den asiatischen Markt. Außerdem gehört die Marke Lotus zum Konzern, und das ist genau wie MV ein Luxusprodukt, das Faszination ausstrahlt.
Aprilia hat einen Vertrag mit einem indischen Partner geschlossen, auch der neue Piaggio-Boss schwärmt von Indien. Liegt Asien gerade im Trend?
Für mich ganz sicher nicht. Mein Kontakt mit Proton besteht seit Jahren. Dass wir über eine Beteiligung ge-
redet haben, ergab sich eher zufällig. Obwohl ich es nicht schlecht fände, eine Basis in Asien zu haben. Alle Märkte dort befinden sich in rasantem Wachstum.
Wäre eine Partnerschaft mit einem italienischen
Hersteller nicht auch ein Weg?
Wir haben es ja versucht, mit Piaggio. Aber wir mussten einsehen, dass Luxusmotorräder und Roller nicht zusammenpassen.
Was passiert, wenn die Partnerschaft mit Proton doch nicht zustande kommt?
Dann haben wir andere Möglichkeiten. Wenn wir mit unseren bisherigen Stückzahlen weitermachen wollen, können wir das auch allein tun. Nur wenn wir die Produktion deutlich erhöhen wollen, wäre ein Investitionspartner nicht schlecht.
Sie können die Krise also auch
allein meistern?
MV hat die Krise schon gemeistert. Und was den italienischen Markt anlangt: Da sehe ich vor allem die Hersteller in der Krise, die große Stückzahlen vorweisen.
Wie viele Motorräder bauen Sie
derzeit?
Zwischen 130 und 150 Stück pro Tag. Um 20 bis 30 Motorräder können wir noch erhöhen, mehr aber auch nicht, wenn wir einen Level an exklusiver Qualität erhalten wollen.
Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer drei Marken Cagiva, Husqvarna und MV Agusta?
Sie nähern sich an. Über die Supermoto-Modelle wird Husqvarna ein wenig zum Stadt-Motorrad. Mir würde es gefallen, wenn ich alle drei Marken im
gleichen Laden verkaufen könnte. Wobei wir uns jetzt nach Husqvarna und MV um Cagiva kümmern müssen. Die X-3, die wir in Mailand gezeigt haben, wird kommen.

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