CPO Projekt 200 (KV) (Archivversion)

Letztes Jahr war´s das Erdbeben in Kobe, das Dunlop für einige Zeit lahmlegte. Aber warum gibt es dieses Jahr wieder keine Reifen? Vor allem die europäischen Pneu-Fabrikanten können teilweise sehr gängige Modelle nicht liefern. Manche Stollenreifen von Michelin oder auch sportive Gummis von Metzeler und Pirelli sind äußerst rar, klagen erbitterte Händler. »Wir kommen der enormen Nachfrage einfach nicht hinterher«, räumt Helmut Dähne, Pressesprecher bei Metzeler, ein. »Trotz Investitionen von 50 Millionen Mark in den letzten vier Jahren.« Vor allem der Ausstieg von Yokohama aus dem Motorradgeschäft wirke sich weltweit negativ aus, glaubt Dähne. Die Münchner produzierten 1995 1,4 Millionen Reifen und verkauften etwa eine halbe Million davon allein in Deutschland. Damit ist Metzeler mit um die 40 Prozent Marktanteil eindeutig die Nummer eins in der BRD, gehört aber zum Großkonzern Pirelli, der europaweit den Reifenmarkt beherrscht und durchaus eigene Interessen verfolgt. Michelin kämpft dagegen mit zwei logistischen Problemen: eine komplett neue Reifen-Palette plus Produktionsverlagerung nach Spanien, wo künftig alle Motorrad-Reifen gefertigt werden sollen. »Wir erwarten eine Entspannung durch deutlich erhöhte Kapazitäten«, verspricht Michael Hottner, Produktleiter Zweirad bei Michelin. Und Helmut Dähne setzt noch eins drauf: »Wenn Not am Mann ist, besorgen wir für Händler fast jeden Reifen irgendwoher.“

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