Dakar-Rallye: KTM steigt aus Nur noch 450er erlaubt

Die offroadigste Motorradmarke, KTM, und die Mutter aller Rallyes, die Dakar, wollen nichts mehr voneinander wissen. Und jetzt schreit jeder: "Der andere hat angefangen!"

Foto: Chaco
Halten wir fest: KTM hat bei der Dakar 8-mal in Folge gewonnen. Chapeau; das kann kein Zufall sein, und die Fans freut es. Nur der Veranstalter, die französische ASO, schmollt, weil so natürlich kaum Spannung aufkommt. Ein halbes Jahr vor dem Start der nächsten Auflage hat die ASO jetzt beschlossen, Motorrädern nur noch 450 cm³ Hubraum zuzugestehen - laut KTM "mit dem Ziel, die Dominanz von KTM zu beenden".

Diese Sicht der Dinge drängt sich tatsächlich auf; sie ist wesentlich glaubwürdiger als das Sicherheitsargument: Mit 450ern durch die Wüste zu fahren ist nicht ungefährlicher, als dafür eine 690er zu nehmen.

Konsequent, wie man KTM kennt, hat das Werk den sofortigen Ausstieg aus der Dakar beschlossen. Weder die Werksmannschaft noch das Assistenzteam werden zukünftig bei der Rallye in Südamerika vertreten sein. Dies sei die einzige Möglichkeit, ist von KTM zu hören: Das Werk und dutzende privater Teams steckten tief in den Vorbereitungen; die plötzliche Regeländerung habe alle Beteiligten eiskalt erwischt.

"Jedes Sportreglement braucht Anpassungen an neue Entwicklungen, um interessant zu bleiben, aber mit angemessenen Vorlaufzeiten. Wir haben Material für die 690er-Rallyemotorräder des Werksteams sowie für über 50 Kundenmotorräder auf Lager. Fahrerverträge sind fixiert, alle Teammitglieder festgelegt. Die finanzielle Belastung ist gewaltig. Wir sind schockiert über die nicht vorhandene Loyalität des Veranstalters, vor allem nach den gewaltigen Anstrengungen, die wir nach der Absage der Dakar im Jahr 2008 bei der Neuauflage in Kauf genommen haben", erklärt KTM-Motorsporberater und Rallye-Legende Heinz Kinigadner in einer ersten Stellungnahme.

Man werde aber weiter im Rallyesport aktiv bleiben, versprechen die Österreicher, in der WM und bei weiteren wichtigen Veranstaltungen, beispielsweise in Afrika.

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