Dauertest-News (Archivversion) Ein Unglück kommt selten allein

Kapitale Motorschäden an der Ducati, der KTM und der Suzuki in kurzer Folge. Das sollte genug sein. Aber die schlechten Nachrichten wollen einfach nicht abreißen. Bei der Suzuki M 1800 R schlug das Schicksal erneut zu.

War es ein aus einer Parklücke ausscherendes Auto, ein Kind, das über die Straße laufen wollte? MOTORRAD-Grafiker Jörg Rettenmayr sah im Augenwinkel nur kurz einen Schatten, zog instinktiv kurz am Bremshebel der M 1800 R. Nicht ohne Folgen. In der schmierig-nassen Rechtskurve rutschte der sieben Zentner schwere Koloss über das Vorderrad weg und wurde jäh von einem entgegenkommenden Auto gestoppt. Auf den ersten Blick sah die Suzuki gar nicht so schlimm aus, trotzdem war es ein wirtschaftlicher Totalschaden. Und das 3000 Kilometer vor Dauertest-Ende. Was tun? „Wieder aufbauen“, entschied Testchef Gert Thöle. Und jetzt fährt die Intruder wieder, um die letzten Kilometer zu absolvieren. Deshalb der Aufruf an M 1800 R-Besitzer: Bitte berichten Sie uns über Ihre Erfahrungen mit der Intuder, ein Foto von Ihnen samt Maschine dazu wäre schön. E-Mail: tschmieder@motorpresse.de.

Abrupter Stillstand auch bei der KTM 690 SM: Zum Glück stoppte nach 30204 Kilometern nur eine gerissene Kette den Vortrieb. Als Ersatz wurde ein kompletter Kettenkit montiert, wobei die Werkstatt die fälligen hinteren Bremsbeläge gleich mittauschte. Gesamtkosten inklusive Montage: 338,16 Euro. Kurz darauf verabschiedete sich auch noch das LED-Rücklicht, und zwar zum zweiten Mal. In beiden Fällen waren ein Schaden äußerlich nicht erkennbar. Erneut wurde das Teil auf Garantie getauscht. Interessant: Eine defekte Glühlampe wäre als Verschleißteil betrachtet worden und hätte selbst bezahlt werden müssen. Ein guter Tipp für den Winter: Michelin Pilot Road 2 begeistern auf der 690 Supermoto mit ausgezeichnetem Grip bei Kälte und Nässe. Kein guter Tipp: beim nasskalten Wetter die 1190 RC8 zu bewegen. Die Leistung des ruppig-rauen, kompromisslos sportlichen Zweizylinders setzt viel zu brachial ein, provoziert damit schnell einen Rutscher oder gar Sturz.

In wenigen Monaten hat die Kleinste im Fuhrpark über 10000 Kilometer gesammelt: Die Yamaha YZF-R 125 macht richtig Spaß. Versuchsweise wurde jetzt ein 80-km/h-Drosselkit von Alpha-Technik eingebaut. Das neue Steuergerät regelt die Leistung sanft ab, wenn die 125er die 80-km/h-Grenze überschreitet, ganz gleich, in welchem Gang sie sich befindet. Eine pfiffige Idee, weil so der Motor in den unteren Gängen bis zur Geschwindigkeitsbeschränkung voll ausdrehen und seine 15 PS zur vollen Beschleunigung nutzen kann.

Starkes Bremsenrubbeln begleitete zuletzt die Ducati 1098. Versuche, dem Problem mit anderen Bremsbelägen Herr zu werden, schlugen fehl. Neue Bremsscheiben zu je 280 Euro mussten montiert werden. Zum Glück gingen die – wie auch die ausgerissene Krümmerhalterung – auf Garantie. Nicht aber die Kupplungsscheiben, die wegen einer rupfenden Kupplung getauscht wurden. Kosten: knapp 300 Euro.

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