Denis Sire (Archivversion)

Er kleidet und gibt sich so, als könne oder wolle er in seinen Comics selbst eine Rolle spielen. Was dazu gar nicht passt: Sire fährt BMW K 100.

Männer, Mädchen und Maschinen: Sire hinterfragt nicht, Sire nimmt die Oberfläche ernst. Und er zeichnet sie so, dass auch der Betrachter nicht ins Grübeln kommen muss. Die Mädchen sind gut, vielleicht zu gut gebaut, stöckeln als
Pin-up-Puppen durch Sires Szenerien aus
den 50er und 60er Jahren. Als die Welt noch in Ordnung war, Frauen noch nicht an Emanzipation dachten, Motorräder noch wie echte Motorräder aussahen. Die Sire, im Unterschied zu den in seinem Sinne idealisierten Puppen, denn auch realistisch wiedergibt. Was er durch historische Beigaben – der Verweis auf die Konstrukteure und Fahrer der Triumph-Zigarre (unten) – zu unterfüttern sucht. Dadurch wiederum verpasst er seinem verzerrten Frauenbild einen pseudorealistischen Touch. Und erotisiert im Gegenzug die Technik. Sire, Jahrgang 1953, fabriziert Märchen für Männer.

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